Ausgabe 
4.2.1900
 
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Nr. 6.

Mitteldeutsche Sonntags⸗Zeitung.

Seite 7.

Bei den Buren. Um Land und Leute näher kennen zu lernen,

packte ich eines Tages einen Wagen voll Kauf⸗

mannswaren und zog damit im Land von Farm zu Farm herum. Ich hatte vor meinem Wagen 20 Esel, weil sie mir als ausdauernd und genügsam gepriesen worden waren, kam aber mit ihnen nur bis zum uächsten Drift, wo sie mich mit meinem Gefährt elend stecken ließen, denn obgleich ich alles versuchte, weigerten sie sich, den Wagen die Ufer⸗Anhöhe wieder hinaufzuziehen. Sie schüttelten die Köpfe und blieben stehen. Kein Antreiben, kein Zureden, kein Geschrei bewog sie, aus dem Wasser heraus zu kommen. Mein schwarzer Treiber kam auf den genialen Gedanken, sie so lange stehen zu lassen, bis sie Hunger bekämen. Richtig, gegen Abend schrien sie Ja und zogen den Wagen schlank hinauf. Ich hatte jedoch von den Eseln nun genug, schickte sie am nächsten Tage nach

der Farm zurück und ließ einen Zug Ochsen

men, welcher sich auch hesser bewährte. Frelich anfangs hatte ich das Vergnügen, daß die Ochsen abends nach Haus liefen, selbst als wir drei Tagereisen entfernt waren, unter⸗ nahmen sie Versuche, wieder nach Hause zu ge⸗ langen. Eine Reise mit einem Ochsenwagen geht zwar langsam, aber sie geht ficher. Am Tage fuhr ich, und nachts ließ ich die Ochsen weiden und schlafen. Richtige Transportfahrer machen es allerdings umgekehrt, damit ihnen solches Malheur wie mir nicht passiert. Jede Farm muß eine Ausspannung haben, in der fremde Fuhrwerke rasten können. Kein Farmer darf die Erlaubnis hierzu verweigern, jedoch kann er für die Weide 12 Shilling ver⸗ langen. 1 a

Da ich mich nun persönlich von der Schieß⸗ sicherheit eines Buren überzeugen wollte, so machte ich verschiedenen, welche auf meiner Farm ausspannten, den Vorschlag, um das Ausspann⸗ geld nach einer in großer Entfernung aufge⸗ stellten Flasche zu schießen. Für den Fall, daß ste sie trafen, sollten sie nichts, andern Falls aber das doppelte zahlen. Mein Vorschlag, der immer angenommen wurde, wurde mir regel⸗ mäßig sehr teuer, denn selten oder nie verfehlten die Kugeln ihr Ziel. Dagegen kann kein Kaffen gut schießen. Ich wenigstens habe nie einen Schützen unter ihnen getroffen, so oft ich ihnen auch meine Büchse gab.

Kommt man zu einem Buren auf die Farm und ist man mindestens über acht kleine Kinder gestolpert, so sehen einen acht größere mit Ver⸗ wunderung an und rufen ihren Vater, welcher dem Gaste zuerst die Hand gibt, ihn über Namen, Herkunft und Ziel ausfragt und dann will⸗ kommen heißt. Inzwischen kommt die Noie, d. h. Hausfrau, gibt dem Gaste ebenfalls die Hand(Handschuh⸗Nummer 11) und bringt Kaffe herein, mit der Entschuldigung, daß sie keine Milch und keinen Zucker im Hause habe. Wie wunderbar es auch klingt, daß bei einem Viehstande von etwa 500 Haupt keine Milch

vorhanden sei, es ist daraus zu erklären, daß, wenn die Kühe keine Saugekälber wie im Winter haben, ste trocken sind, d. h. keine Milch geben. Selbst bei milchenden Kühen muß das Kalb erst ansaugen, ehe man melken kann. Nach dem Kaffee erfolgt mein Warenangebot. Die stereotype Antwort lautete: Geld haben wir nicht, aber Eier, Felle, Wolle, Hühner, Enten, Kühe, Pferde, Maulesel, Getreide ꝛc. Natürlich ist jeder Händler hierauf vorbereitet und nimmt diese Landesprodukte in Tausch⸗ handel. Der boss, d. h. Hausherr, hat natür⸗ lich zuerst gar keine Bedürfnisse während seine Frau und Töchter gern Putz haben wollen, und soweit ihre Mittel es erlauben, ihn kaufen.

Das Wirtschaftsgeld der Frauen, wenn man es so nennen darf, besteht meistenteils aus den Fellen der für den Haushalt geschlachteten Hammeln, aus Eiern, Enten, überhaupt im wesentlichen aus dem Geflügel des Hofes.

Die Zeiten, wo der Bur mit seiner Gattin einmal im Jahre nach der Stadt fuhr, dort ein Stück Zeug kaufte und daraus die Kleidungs⸗ stücke für die ganze Familie machte, sind vor⸗ über. Heute kauft die Frau sehr gern moderne Kleider und Hüte und setzt ihren Helgoländer nur noch auf der Farm auf. Eine Ausnahme hiervon bilden die Copper, eine streng, orthodoxe Sekte, die noch ganz nach altem Styl lebt.

Hat endlich die Hausfrau Stoff, Stiefel, Tücher, vielleicht auch ein Hemd, und haben die Töchter Schmuckgegenstände ausgesucht, so geht der Bur selbst aus seiner Zurückhaltung heraus und kauft Sättel, Zaumzeug, Acker⸗ geräte und Arznei. Von allem hatte ich auf Lager.

Sonderbar ist es, daß ein Bur immer krank zu sein behauptet. Auf die Frage, wie geht es, klagt er über Kopf, Magen, Bein, ꝛc. Kommt er in die Stadt, so geht er zum Arzt, läßt sich dort eine große Flasche Medizin zu 20 Mark machen und denkt, wenn er die ausge⸗ trunken hat, sei er kerngesund. Für die Kon⸗ sultation bezahlt er nichts, dafür bezahlt er aber die Medizin, die dunkel aussehen und bitter schmecken muß, natürlich auch sehr teuer.

Auf seiner Farm, die gewöhnlich an einer Quelle liegt, lebt der Bur behaglich dahin. Seine einzige Aufgabe ist, morgens die Schafe aus dem Kraal zu zählen und Kaffee zu trinken, abends die Schafe wieder in den Kraal zu zählen und wieder Kaffee zu trinken; sonst thut er nichts besonderes. Daß er bei dieser Thätigkeit sich nicht aufregt, hat für ihn das Gute, daß er durchschnittlich sehr alt wird.

Kommt ein kleiner Bur auf die Welt, so setzen seine Eltern für ihn Schafe in einen besonderen Krall und legen somit ein Kapital für ihn an. Denn durch die Vermehrung der Schafe kommt im Laufe der Zeit eine ganz beträchtliche Summe heran. Ist der hoffnungs⸗ volle Sprößling 18 Jahre alt, so geht er auf

die Brautschau und übernimmt als neuen Wohnsitz eine Stube im elterlichen Hause. Die

junge Frau kauft sich das erste paar Hosen und ein neues Hemd und ihre Aussteuer ist fertig. Das Regiment führt immer der Ahne, welcher sich nie aͤuf einen Altenteil zurücksetzen wird. Berl. Volksztg.

Sprüche zur Lebensweisheit.

Nicht Jeder liebt den Arzt, der mit dem Messer, Kühn in das faule Fleisch der Lügen dringt. Das Vorurteil ist mächtig in der Welt, Und wer da rührt an einer alten Satzung, Sei auch gefaßt, daß tausend ihn drum hassen. Max Ring. * Jung ist nur der Werdende, Auch mit weißen Haaren! Wer in seiner Zeit erstarrt, Mag zur Grube fahren. Ad. Pichler.

Humoristisches. Aus dem Stammbuch des Gefreiten

Gustav Bemmchen. Wer errscht annimmt Wurscht und Wein, Dann im Stich läßt seine Kleene, Der is schon nich' mehr gem ein, Nee, der is schon mehr gemeene!

*

Schlau. Ein dicker Amtsrichter, welcher gerne kneipt und oft spät nach Hause kommt, erhielt von seiner Frau oft Vorwürfe, daß er von allen seinen Bekannten nur allein immer so spät nach Hause käme. Um nun seine Frau glauben zu machen, er käme in Begleitung, rief er stets, wenn er allein nach Hause ging, vor seiner Hausthür:Gute Nacht, Herr Land⸗ gerichtsrat! Empfehl' mich, Herr Staatsanwalt! Wohl bekomm's, Herr Rechtsanwalt!

Gemeinnütziges.

Um das Schuhwerk wasserdicht und äußerst haltbar zu machen, reibt man die Sohlen mehrere Male mit Leinöl ein, während man das Ueberleder mit Rizinusöl oder Gly⸗ zerin tränkt. So behandeltes Schuhwerk bleibt geschmeidig und hält noch einmal so lang als vorher.

Stockschnupfen. Ist derselbe sehr heftig, so halte man den offnen Mund über einen Topf kochend heißen Fliederthees, indes man den Kopf mit einem dichten Tuch verhängt. Den Gebrauch der Dämpfe wiederhole man und bald wird man das Uebel los sein.

Mittel gegen Zahnschmerzen. Ein italienischer Arzt empfiehlt das Katzenkraut als unfehlbar, die Zahnschmerzen mögen nun von Erkältung oder hohlen Zähnen herrühren. Die Blätter dieses Krautes soll man kauen oder, wenn es angeht, bloß zwischen die leiden⸗ den und daneben stehenden Zähne drücken, wo rauf in beiden Fällen auch die heftigsten Schmerzen in 2 bis 2 Minuten nachlassen würden.

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