Ausgabe 
28.12.1902
 
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Nr. 1.

Gießen, Sonntag, den 5. Januar 1902.

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Redaktion:

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Axrite dürfnisse aller Glieder des Hausstandes. Diese Thätigkeit erstreckt sich nach drei 1

Erzeugung oder Beschaffung aller zum Unterhalt aller Haushaltsgenossen nötigen Wirt⸗ schaftsgüter;

2. Verwaltung derselben, Aufbewahrung und Vorrätighalten derselben für den Bedarf;

3. Verteilung derselben beim Bedarf und zum Gebrauch an die einzelnen Mitglieder des Hausstandes.

Wirtschaften können muß aber auch der Einzelne. Auch der ganz allein stehende und nur für sich sorgende Mensch muß sich Güter schaffen oder erwerben und sie richtig verwalten: das heißt aufbewahren und einteilen; nur das Zuteilen unter mehrere andere Personen fällt bei ihm weg.

Wirtschaftlich nennen wir den Menschen, der diese Kunst gut versteht. a

11 2 1 1 2 3 1 5 6 7 8 9 6 8 U f Wahrscheinlich hat sch jedoch bie Einehe, die Einzelfamilie erst aus der Gruppenehe

herausgebildet.

Mögen wir nun eine monogame Nerbindung oder eine durch Gruppenehe verbundene Gemein

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Wissenszsßesg, der Finanzwissenschaft und Ca⸗ meralia hieß, die Kunst, Land und Volk einfach so ergiebig als möglich zu machen für die Schatulle des Landesherrn, für dieKammer.

In einem urzuständlichen Kommunismus, bei dem alle Produktionsmittel, Grund und Boden, Rohstoffe aller Art ꝛc., allen gemeinsam sind, nicht dem einzelnen als Privateigentum gehören, also alle für alle arbeiten und Güter erzeugen, ist das Wirtschaftsleben sehr einfach.

Je vielfältiger und verschiedener sich aber mit wachsender Kultur die Wirtschaftsgüter gestalten, je mehr die Teilung der Arbeit zu⸗ nimmt und nach Lage der Ortsgelegenheit ihrer Wohnung, nach ihren verschiedenen Neigungen und Anlagen Einzelne sich auf bestimmte be⸗ sondere Thätigkeiten verlegen und von einem bestimmten Wirtschaftsgut größere Mengen und bessere Qualitäten hervorbringen, desto mehr ist einer auf den anderen angewiesen, um ein be⸗

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Senne rene eonon eder e schaftsgüter sind überhaupt aus dem Ha ausgewandert und zumBeruf bestimmter darauf geübter Spezlalisten, geübter und ge⸗ lernterHandwerker geworden. Unsere Groß

mutter und Urgroßmutter backten nicht nur das

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9. Jahrg

erbächsene Staatsangehörige wenigstens die Grundelemente verstehen sollte, die er kennen muß, um seine Pflichten als Mensch und Staatsbürger, als Mitglied eines gesttteten Menschenverbandes gebührend erfüllen zu können. Um jene erstrebenswerte soziale Ordnung herbeizuführen, von welcher oben die Rede war, ist die bewußte einsichtsvolle Mitarbeit auch des arbeitenden Volkes unerläßlich notwendig. Darum müssen die elementarsten Begriffe der Volkswirtschaftslehre Gemeingut aller werden! Dann erst kann eine wirkliche Wirtschaft des Volkes geschaffen werden, derenWirt oder Wirte in Wahrheit und Wirklichkeit gute Haus⸗ wirte und Hausvorstände sind, die wie ein guter Familienvater kein Kind, kein Glied der Familie am Nötigen und Nützlichen Mangel leiden, es irgendwie in seiner Entfaltung und Entwicklung verkümmern lassen wie das unter der derzeit beliebten Volks- Miß⸗ Wirtschaft das 1. Schicksal bon Hunderttausenden und-innen

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Gießen, den 2. Jauuar.

Diegöttliche Weltordnung. Dreißig Jahre sind es nun her, daß

gegen Menschenkraft und Volksvermögen

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