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Beilage zur Iklitteldeutschen Sonntags-Teitung.
Nr. 42.
Gießen, Sonntag, den 19. Oktober 1902.
9. Jahrg.
Was Colstoi über Patriotismus sagt.
Mords⸗- und sonstige„Ueber“ patrioten können sich folgenden Ausspruch Tolstoi's zu Gemüte führen, der sich in W. Henkel's Sammlung Tolstoischer Gedanken„Reife Aehren“ findet. Der berühmte Dichter sagt dort über Patrio⸗ tismus:
„Ich weiß jetzt, daß alle Menschen überall gleich und Brüder sind. Wenn ich nun an all das Böse denke, das ich gethan, das ich infolge der Feindschaften der Nationen erfahren und gesehen habe, daun wird es mir klar, daß die Ursache alles dessen jene grobe Täuschung war, die man„Patriotismus“ und„Liebe zum Vaterlande“ nennt. Ein Gefühl der Feindschaft gegen andere Völker empfand ich nie, es wurde mir künstlich durch eine unver⸗ nünftige Erziehung eingeimpft. Was man heut⸗ zutage Patriotismus nennt, ist einesteils eine Geistesrichtung, die durch die Schule, die Religion, die abhängige Presse, welche für die Regierung arbeitet, unter den Völkern hervorgerufen und erhalten wird, andernteils ist es eine zeitweise Erregung, die durch außergewöhnliche Mittel von den herrschenden Klassen unter denjenigen Volksschichten hervorgerufen wird, deren sittliches und geistiges Niveau sich auf einer niedrigen Stufe befindet, und diese Erregung wird dann als der Ausdruck des Volkswillens bezeichnet. Der Patriotismus ist in unseren Tagen ein grausames Erbe einer überlebten Zeit; wenn er erhalten wird, so geschieht es durch die Macht des Beharrungsvermögens und auch deshalb, weil die Regierungen und die herrschenden Klassen, fühlend, daß ihre Macht und sogar ihre Existenz daran hängt, sich bemühen ihn durch List und durch Gewaltmittel im Bewußtsein des Volkes zu erhalten. Der gegenwärtige Patriotismus ist einem Gerüst ähnlich, das dazu gedient hat, einen Bau zu errichten; jetzt hindert es, um hinein zu gelangen, man beseitigt es aber des⸗ halb nicht, weil es einigen Leuten von Nutzen ist. Der Patriotismus in seiner einfachsten und klarsten Form ist für die Regierungen nichts anderes als eine Waffe, die ihnen ermöglicht, ihre ehrgeizigen und selbstsüchtigen Ziele zu erreichen; für die Regierten dagegen ist der Verlust jeglicher menschlicher Würde, jeder Ver⸗ nunft, jedes Bewußtseins, und die knechtische Unterwerfung unter die Machthaber. Das ist der Patriotismus überall, wo man ihn predigt. Der Patriotismus ist die Sklaverei!“
Rechtssprechung.
Zahlung der Krankenkassenbeiträge für Bedienstete. Mit der Frage, ob ein Arbeitgeber verpflichtet werden kann, Bedienstete, die ohne Lohn angestellt und nur auf Trin 5 gelder angewiesen sind, zur Krankenkasse anzumelden und ob er den auf ihn(den Arbeitgeber) treffenden gesetzlichen Pflichtteil der Beiträge zu bezahlen hat, hatte sich am Samstag das Gewerbegericht München zu befassen. Das Krankenversicherungsgesetz spricht nur von im Lohne stehenden Arbestern. Der Liftjunge G. war ohne Lohn bei der Hotel⸗ besitzerin Elise Schmöller in Stellung. Bei seinem Austritt verlangte die Hotelbesitzerin Ersatz von 17 Pt. 40 Pfg., das ist der volle Betrag der von Fran Schmöller an die Kranken⸗ kasse geleisteien Beiträge während der Beschäf⸗ tigung des Jungen. Der Junge bezahlte den Betrag, klagte aber nachher auf Herauszahlung der ihm zu Unrecht abverlangten Summe. Das Gewerbegericht stellte sich auf den Stand⸗ punkt, daß ein derartiges Verlangen der Be⸗ klagten gegen ihre Augestellten wider, die gesetzliche Vorschrift verstößt und ver⸗ urteilte Frau Schmöller kostenfällig zur Zahlung von 17 Mk. 40 Pfg.
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Von Nah und Fern
Preußische Polizeistreiche.
In Wiesbaden tagte vorige Woche der Bund deutscher Frauenvereine. Dem zeigte die preußische Polizei, mit wie scharfen Augen sie über die Sittlichkeit wacht und wie ausge⸗ zeichnet die„Organe“ instruirt und befähigt sind, die immer Lärm erregenden„Mißgriffe“ zu vermeiden. Diese Frauenvereine beschäftigen
sichmitder Bekämpfung der Prostitution, rechtlichen
Gleichstellung der Frauen ꝛc. Unter den Delegierten des Kongresses waren auch solche, die sogenannte „Reformkleider“ trugen, die von der gewöhn⸗ lichen Frauenkleidung etwas abweichen. Als sich nun dieser Tage eine der Delegirten, Frau Hilda v. Decker aus Berlin, die auch Reform⸗ kleidung trug, nach dem Kongreßlokal begab, wurde sie von einem Polizisten auf offener Straße arretirt und zur Wache gebracht, „da sie so langsam über die Straße gegangen sei.“ Nach Feststellung ihrer Persönlichkeit wurde sie ohne Entschuldigung wegen des Mißgriffs wieder entlassen. Frau v. Decker müßte nur die Gattin eines Generals
sich vielleicht bewogen sehen, die Polizeiallmacht etwas einzuschränken.
Das Offenbacher Antisemitenblatt sagt zu diesem Vorkommnis, die Frau gehöre in's Tollhaus. Wir sind aber der Meinung, ehe man dorthin Frauen schickt, die sich ohne Rück⸗ sicht auf die Modethorheiten so kleiden, wie es viele Aerzte als gesundheitlich vernünftig be⸗ zeichnen, sollte man doch eher verschiedene Antisemitenführer, z. B. den Dreschgrafen Pückler dort unterbringen.
Verurteilte Bankdirektoren.
Das Schwurgericht in Heilbronn ver⸗ urteilte am 11. Oktober nach zehntägiger Ver⸗ handlung den Gewerbebank in Heilbronn wegen betrüge⸗ rischen Bankerotts ꝛc. zu acht Jahren Zucht⸗ haus und acht Jahren Ehrenverlust, den Direktor Keefer zu vier Jahren drei Monaten Zuchthaus, den Prokurtsten Krug zu drei Jahren und zwei Monaten Zuchthaus. Jedem Anklagten wurden zehn Monate als durch die Untersuchungshaft ver⸗ büßt angerechnet. Der Staatsanwalt hatte gegen Fuchs neun Jahre Zuchthaus, 10 Jahre Ehrenverlust, gegen Keefer sechs bzw. acht Jahre, gegen Krug fünf bzw. sechs Jahre beantragt.
Menschenfreundlichkeit des Kohlen⸗ barons.
In einer Auslassung eines Unternehmers über die ungünstige Geschäftslage im Kohlen⸗ bergbau heißt es in den„Leipz. N. N.“: „Hoffentlich realisteren sich die Erwar⸗ tungen für das letzte Quartal durch einen zeitigen und streugen Winter.“ Es gehört eben zu den notwendigen Bestand⸗ teilen der kapitalistischen Weltordnung, daß Not, Sorge, Elend und Frost der Armen Ueppigkeit und Profit der Reichen erzeugen. Und wenn die Armen, die Arbeitslosen und die übrigen Opfer dieser herrlichen„Ordnung“ im Winter vor Frost und Kälte zittern, dann reibt sich der Grubenprotz schmunzelnd die Hände und trinkt eine Flasche Heidsick auf— den strengen Winter. Eine unübertrefflich, herrliche„Ordnung“!
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Kleine Mitteilungen.
*. Ein Großfeuer brach Samstag Nacht in Staufenberg aus. Es brannte eine noch ziemlich neue, gefüllte Scheuer nieder. Die Lollarer Feuerwehr war zur Hilfe herbeigeeilt. Das Gebäude soll nicht versichert gewesen sein.
Darmstadt ein dreijähriger Kuabe zum Opfer gefallen.
oder anderen„hohen Tieres“ sein, da würde man
Direktor Fuchs von der
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Der 13 Jahr alte Keil zielte mit einem Flobertgewehr
auf das Kind, das an der Hand seiner Mutter über die Straße ging. Leider war das Gewehr geladen; der Schuß ging dem armen Kinde in den Kopf und dteses wurde sofort getötet.
** Wegen schweren Raubes verurteilte das Potsdamer Schwurgericht den Maler Wagner, der im August die Justizratswitwe Ilß mer tödete nnd beraubte, zu lebenslänglicher Zuchthausstrafe.
Erdbeben in Württemberg. In Tübingen wurden am 9. Oktober, Nachmittags 3 Uhr, heftige Erdstöße in verschiedenen Teilen der Stadt verspürt. Die Zimmer im Schloß wurden sehr erschüttert; der Stoß ging von Süden nach Norden. Auch in der Stadt Horb wurde gleichzeitig im unteren Stadtteile ein starkes Erdbeben verspürt, während in den letzten Tagen weniger starke Stöße in der oberen Stadt wahrzunehmen waren. Auch in der Umgegend von Hechingen wurde abermals ein Erdbeben verspürt.
k Der Glockenturm in Venedig soll, wie jetzt festgestellt ist, des halb eingestürzt sein, weil aus dem uralten Mauerwerk, welches die Stützpfeiler des ersten Stockwerkes trug, zahlreiche, für die Stabilität des Gebäudes wichtige Teile mittels Stemmeisen aus⸗ gemeißelt waren, um die im Turm befindliche Wohnung des Turmwächters zu erweitern.
An mein Volk.
Mein Volk, wach' auf aus Deinen Träumen Und rüste dich zur stolzen Wehr, Es gilt dein Recht; daher kein Säumen, Ein Sieg zur Freiheit, hoch und hehr. Wirf ab die Bande, die dich drücken, Und trotze selbst der Uebermacht, Dein Streben wird und muß dir glücken, Wenn du erst bis zum Kampf erwacht. Folg' einig, furchtlos deinem Siele, In Treue fest mit Mannesmut, Und sind es auch der Gegner viele, So streite tapfer um dein Gut. Wahr' dir der Menschheit heil'ge Rechte, Damit den Lenz das Auge sieht Von Dem, der jetzt gedrückt zum Knechte, Am Pflug' der reichen Norden zieht. Daß dich des Sabbats Friedensmorgen Auf deine bleiche Stirne küßt, Und jubelnd du nach Not und Sorgen, Das Licht der gold'nen Freiheit grüßt. Die armen Mütter freudig sehen, Der lieben Kinder Sukunftsbild, Dann wird den Sieg ein Hauch durchwehen, Von hoher Andacht, groß und mild.
Juliette Jourdan.
Empfehlenswerte sozialistische Schriften. Der Neue Welt⸗ Kalender für 1903.
Preis 40 Pfg. Die Neue Zeit. Wochenschrift der deutschen Sozialdemokratie. Allwöchentlich ein Heft. Preis 25 Pfg.
Sozialistische Monatshefte. Jeden Monat
ein zirka 80 Seiten starkes Heft. Preis pro Heft 50 Pfg. Freie Stunden. Beste Romanlitteratur. Illu⸗ striert. Wöchentlich ein Heft. à 10 Pfg.
Die Hütte. Zeitschrift für das Volk und seine Jugend. Illustriert. Prachtvoll ausgestattet. Alle 14 Tage ein Heft. A 25 Pfg.
Wahrer Jakob; Süddeutscher Postillon, Witzblätter. Erscheinen alle 14 Tage. Preis 10 Pfg. die Nummer.
Wilhelm Liebknecht. Sein Leben und Wirken. Unter Benutzung ungedruckter Briefe und Aufzeichnungen. Herausgegeben von Kurt Eisner. Mit Porträts und Abbildungen. Preis 30 Pfg.
Handelspolitik und Sozialdemokratie. Von Karl Kautsky. Eine populäre Darstellung der handelspolitischen Streitfragen. Preis 30 Pfg.
Grundzüge und Forderungen der Sozial⸗
demokratie. Von Karl Kautsky und Bruno Schönlank. Preis 10 Pfg.
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besitzen! Das Erfurter Programm. Von Karl Kautsky. Preis brosch. 1.50 Mk., gebd. 2 Mk.
Das Kommunistische Manifest. Von Karl Marx und Friedrich Engels. Preis 15 Pfg.
Weltpolitik, Chinawirren und Trans⸗ vaalkrieg. Von W. Liebknecht. Liebknecht's letzte Rede, gehalten zu Dresden im„Trianon“ am 28. Juli 1900. Preis 15 Pfg. Die Kommission.
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