Nr. 92.
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Mitteldeutsche Sountags⸗Zeitung.
Seite 7.
tichabe ich Geld vollauf; strecke mir eine Summe
vor, ich will sie dir dann wieder zahlen.“ Oswald antwortete:„Das vierte Gelübde heißt: Beten, arbeiten, keine Schulden mehr machen. Ich darf dir also kein Geld borgen. Aber laß sehen, wem und wie viel du schuldig
Obist; dann wollen wir nachdenken, wie aus Ober Not kommen.“
S8 sprach er, nahm eine Schreibseder und Papier, setzte sich hin und schrieb das auf,
was man ihm antwortete, wenn er fragte. Er fragte aber jeden einzeln:„Wem bist du schuldig? Wie viel und welchem Zins? Wofür hast du die Schuld gemacht, und hast du Unter⸗ pfand gegeben?“
Nachdem er die ganze Schuldsumme des Mannes kannte, fragte er wieder:„Womit willst du bezahlen? Wie viel kannst du, oder können Weib und Kind in der Woche mit Taglohn verdienen? Wie viel Land und Vieh hast du? und was kannst du wohl in mittlern Jahren von dem verkaufen, was du erntest?
Wie ernährst du dich mit den Deinigen? Was
brauchst du zur Nahrung in einer Woche, in einem Tag? Wie steht es mit den Kleidern und Wäsche und Gerät? Was muß angeschafft werden, und wo kann man ohne Schaden sparen?“
Das alles schrieb Oswald von jedem sorg⸗ fältig auf. Nun kam die lüderliche Haushaltungs⸗ ordnung erst recht ans Tageslicht. Denn mancher wußte nicht einmal genau, wie viel er schuldig war, und hatte nichts aufgezeichnet. Da mußte man sich erst bei den Gläubigern erkundigen. Mancher war drei, vier, fünf Zinse zu bezahlen rückständig. Da mußte man erst für diese sorgen. Mancher mußte an Gemeinde⸗ vorsteher, von denen er in der Not Geld ent⸗ liehen hatte, acht auch zwölf vom Hundert verzinsen. Da mußte Oswald in die Stadt gehen, an drei und vier Prozent Geld aufnehmen, und gut dafür sprechen, damit die Wucherer bezahlt wurden, und nicht mehr durch Wucher einen armen Mann zu Grunde richten konnten. Mancher hatte wohl gar mehr Schulden als Vermögen. Da war schwer zu helfen. Doch sprach Oswald allen Mut ein und sagte: „Sparen und arbeiten soll euch mit Gottes Hilfe schuldenfrei machen. Folget nur in allen Dingen weinem Rat!“
(Fortsetzung folgt.)
Ueber die Schädlichkeit des Alkoholgenusses,
besonders für Kinder, wurden vor Kurzem Gutachten bedeutender Aerzte veröffentlicht. Es schrieben da unter Anderem:
Professor Dr. Beißwanger in Jena:
Mit großer Freude hat mich Ihre freund⸗ liche Mitteilung erfüllt, daß Sie weitere Kreise unseres deutschen Volkes über die schädlichen Folgen des frühzeitigen Alkoholgenusses auf⸗
klären wollen. Ich kämpfe schon seit Jahren
durch mündliche Belehrung in meinen klinischen Vorlesungen und in ärztlichen Vereinen, sowie durch meine Wirksamkeit am Krankenbett gegen die unheilvolle Unsitte, nervösen, das heißt in der Entwickelung ihres Nervensystems zurück— ebliebenen Kindern die mangelnde Kraft und elstungsfähigkeit durch Alkohol ersetzen, die gesteigerte Erregbarkeit des Zentralnerversystems (Schlaflosigkeit, Muskelkrämpfe, Zittern. 2c.) auf gleichem Wege betäuben zu wollen. Es wird nur das Gegenteil erzielt: die Kinder werden
— widerstandsloser gegen alle psychischen und
körperlichen Reize, die Ermüdbarkeit und krank⸗ hafte Erregbarkeit werden gesteigert, und das Ende vom Liede ist immer, falls nicht recht⸗ zeitig diesen verkehrten Heilbestrebungen Ein⸗ halt gethan wird, die Züchtung von Neurast⸗ henikern, Alkoholisten und Morphinisten. Ge⸗ sunde Kinder brauchen selbstverständlich weder Bier noch Wein.
Dr. F. Carl, praktischer und Kinderarzt in
München:
Es ist gewiß, daß der Alkoholgenuß im
Kindesalter auch in Form von Wein und Bier
neben den anerkannten schädlichen Einflüssen hauptsächlich einen deutlichen Erregungszustand
zur Folge hat, der sich aber nicht so sehr in der Verschärfung der kindlichen Wahrnehmungs⸗ und Auffassungsfähigkeit als in der erleichterten Auslösung von Affekten kundgiebt. Wir sehen daher die Kinder namentlich bei Biergenuß in einem exquisiten Aufregungszustand mit ver⸗ mindertem Schlafbedürfnis, und nach meiner Wahrnehmung zeigen gerade diese Kinder eine auffallende Neigung zu Jähzorn und Eigensinn, so daß Ungezogenheit im vollen Sinne des Wortes nirgends mehr angetroffen wird als bei Kindern, welche Bier erhalten. Vergegenwärtigt man sich, daß solche Kinder sich zumeist aus den Arbeiterkreisen rekrutieren, welche im Hin⸗ blick auf ihre soziale Stellung und den Mangel von Ueberfluß an äußern Glücksgütern in erster Linie darauf bedacht sein sollten, daß ihre Nachkommenschaft mit guten Charaktereigen⸗ schaften ausgerüstet in das Leben trete, um den Kampf ums Dasein erfolgreich bestehen zu können, so ergiebt sich ein weiter Ausblick auf die Bedeutung des schon in der Jugend geübten e in unserm modernen Kultur⸗ eben. Dr. Craemer, praktischer Arzt in München: Die Unsitte, gesunden Kindern Alkohol in Form von Bier oder Wein zu geben, kann nicht energisch genug verurteilt werden. Nach meiner Meinung soll der Alkohol im Kindes⸗ alter nur als Medikament und nur auf Ver⸗ ordnung des behandelnden Arztes gereicht werden. Da die verkehrte Auffassung, daß Kinder zur Kräftigung und bessern Blutbildung des Alkohols bedürfen, eine tief eingewurzelte ist, so wird es für die Aerzte eine schwierige Aufgabe werden, dieses Vorurteil zu beseitigen. Gerade weil hier das Sprichwort„Jung ge⸗ wohnt, alt gethan“ eine so unglückselige Geltung hat, so wird der Kampf gegen den Mißbrauch des Alkohols immer, wenn er mit Kraft und Konsequenz geführt wird, sicherlich gute Früchte tragen. Die alten Trinker bessern wir nicht, bei den Kindern müssen wir anfangen!
Gemeinnütziges.
Zur Warnung. Jetzt ist die Zeit, wo verschiedene unserer gefährlichsten Giftpflanzen, z. B. Bilsenkraut, Nachtschatten, Stechapfel, Eisenhut, gemeine Tollkirsche, Fingerhut, gefleckter Schierling, Wasserschterling, die rotbeerige Zaun⸗ rübe, die Hundspetersilie usw. zur Reife gelangen. Da die naschhaften Kleinen die Samenkapseln und Beeren dieser Pflanzen, besonders die glän⸗ zenden schwarzen Beeren der Nachtschattenge⸗ wächse, gern zu ihren Spielen verwenden, so kann das größte Unglück entstehen. Mütter sollten ihre Kleinen in Wald und Feld nie aus dem Auge lassen und ihnen auf das strengste einschärfen, nichts zu genießen, als was ihnen von Erwachsenen gereicht wird. Schon eine einzige Beere dieser Giftgewächse kann den qualvollen Tod des Kindes herbeiführen.
Taubenfutter. Gerste ist für Tauben eine der besten unter allen Futterarten, die verwendet werden; dieselbe wird von den Tauben gern aufgenommen; auch die Jungen gedeihen bei diesem Futter vorzüglich.
Geschirr⸗ u. Satteldruck bei Pferden in drei Tagen zu heilen. Ein altbewährtes Heilmittel bei offenen Druckschäden ist ver⸗ branntes und zu Asche pulverisiertes Brot. Dasselbe wird auf die Wundstelle aufgestreut und mit einem größeren Tuch überbunden, worauf die Wunde in einigen Tagen geheilt ist. Das Mittel wurde bereits in zahlreichen Fällen erprobt und ist deshalb den Landwirten ein Versuch empfohlen.
Das Aufsteigen der Ameisen auf Bäume wird verhindert, wenn am Stamm des Baumes ein 15 bis 20 Zentimeter breiter Streifen von spanischer Kreide angebracht wird. So lange die Kreide vorhanden ist, kommt keine Ameise auf den Baum, sie fällt beim Ueber⸗ steigen des Streifens zu Boden.
Splitter.
Diejenigen, welche eine Bewegung, die ver⸗ nünftig und im Geiste des Fortschritts berechtigt
ist, aufzuhalten und zurückzudämmen unter⸗ nehmen, vergehen sich gegen die Vernunft, weil sie nutzlose Kräfte vergeuden, und gegen den Fortschritt der Menschheit, was schwerer wiegt, als alle die politischen Verbrechen unserer Straf⸗ rechte zusammengenommen. 4
. Stein.
Humoristisches.
Kindermund. Eine Bäuerin kommt mit ihrem Kinde zum Arzt, der an der rechten Wange einen Säbel⸗ hieb hat. Das Kind äußert sich hierüber:„Du, Mutter, der Doktor hot jo een versprungene Kopp!“
Geschichtskalender.
10 August. Rockwood(England). in Paris.
11. 1901: Crispi, ital. Leutepolitiker, gestorben. 1815: Napoleon I. wird auf die Insel St. Helen a gebracht.
12. 1848: Stephenson, Erfinder der Lokomotive, gestorben.
13. 1802: Nikolaus Lenau(Niembsch v. Streh⸗ lenau), Dichter, geboren.
14. 1899: Mordanfall auf Labori, den Verteidiger Dreyfuß in Rennes.
15. 1831: Revolution in Warschau. von Loyola stiftet den Jesuitenorden.
16. 1891: Internationaler Arbeiter⸗Kongreß in Brüssel. 1809: Stiftung der Universität Berlin. —Ä——Ü—— 22
Empfehlenswerte sozialistische Schriften. Seit Monatsfrist hat der Wahlverein Gießen den Vertrieb der soztalistischen Litteratur übernommen. In⸗ dem wir unsere Genossen darauf hinweisen, richten wir die Bitte an sie, sich ihrerseits um die weiteste Verbreitung unserer Parteischriften mit zu bemühen, damit unsere Anschauungen in die weitesten Kreise dringen. Auch alle hier nicht angeführten Bücher und Zeitschriften be⸗ sorgt die Kommission. Es sei noch bemerkt, daß der elwa erzielte Gewinn wieder im Interesse der Agitation verwendet wird. Wir machen auf folgende Broschüren und Zeitschriften aufmerksam. Das Erfurter Programm. Von Karl Kautsky. Preis brosch. 1.50 Mk., gebd. 2 Mk. Die Neue Zeit. Wochenschrift der deutschen Sozialdemokratie. Allwöchentlich ein Heft. Preis 25 Pfg. Sozialistische Monatshefte. Jeden Monat
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1895: Feuerbestattung Engel's in 1792: Sturm auf die Tuilerien
1534: Ignaz
ein zirka 80 Seiten starkes Heft. Preis pro Heft 50 Pfg. Freie Stunden. Beste Romanlitteratur. Illu⸗ striert. Wöchentlich ein Heft. à 10 Pfg.
Die Hütte. Zeitschrift für das Volk und seine Jugend. Illustriert. Prachtvoll ausgestattet. Alle 14 Tage ein Heft. à 25 Pfg.
Wahrer Jakob; Süddeutscher Postillon, Witzblätter. Erscheinen alle 14 Tage. Preis 10 Pfg. die Nummer. Die Kommission.
Die Landes⸗Konferenz
der Sozialdemokraten Hessens findet Sonntag, deu 7. September 1902, Vormittags 9 Uhr, im Gewerkschaftshaus in Worms statt.
Vorläufige Tagesordnung: 1. Geschäftsbericht des Landes⸗Komitees. Referent Ge⸗ nosse Ulrich, Offenbach. 2. Rechnungsablage. Referent Genosse Orb, Offen bach. 3. Die bevorstehenden Landtagswahlen. Referent Genosse Dr. David, Mainz. 4. Der Parteitag in München. Referent Genosse Cramer, Darmstadt. 5. Die bevorstehenden Reichstagswahlen. nosse Ulrich, Offenbach. 6. Einlaufende Anträge. 7. Wahl des Landes⸗Komitees. 8. Wahl des Ortes der nächsten Landes⸗Konferenz. Parteigenossen! Die Wichtigkeit der Tages⸗ ordnung macht eine zahlreiche Beschickung der Konferenz nötig, sorgt deshalb dafür, daß überall Delegierte ge⸗ wählt werden. Diskutiert die Tagesordnung und sendet etwaige Anträge rechtzeitig an den mitunterzeichneten Genossen Ulrich, damit dieselben veröffentlicht werden können. 1 Die Delegierten sollen mit einem Mandat versehen sein; die Formulare versendet das Landes⸗Komitee und werden dieselben vom Genossen Ulrich bezogen. Offenbach a. M., 15. Juli 1902. Das Landes Komitee. C. Ulrich, h; gr. Marktstraße 23. Geleitsstraße 14.
Referent Ge⸗
——Lu:rb f,.


