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Intelligenz-Blatt
fuͤr die
Provinz Oberheſſen
im Allgemeinen, den Regierungsbezirk Friedberg
im Beſonderen.
M. 94.
Sonnabend den
30. November 1850.
Altes Gold.
Kommt Zeit, kommt Rath, ſagen mit dem Sprüchwort die Leute, die ſich nicht gerne mit vielen Gedanken plagen und gewöhnt ſind, Alles auf die leichte Achſel zu nehmen; dann geht's wohl ſo, daß die Zeit kommt, und kein Rath da iſt, und dann iſt's ſchlimm. Ich
galt's mit dem Worte auch, wenn Einer ſich abquält und
ängſtigt wegen deſſen, was Alles noch kommen könne. Ich mein's aber anders. Ich denke bei dem Worte: Kommt Zeit, kommt Rath, an den, der immer den rechten und beſten Rath hat, nämlich an den lieben Gott. Was aber mich betrifft, ſo denk' ich gerne bei Zeiten an das, was geſchehen muß von meiner Seite, lege mir's fein zurecht und bedenk's. Kommt dann die Zeit, ſo iſt ein Rath fertig, und der liebe Gott leitet's dann nach ſeinem Willen, nud ich hab' das Meine gethan. Wo ich aber keinen Rath finden kann, da bitt' ich den beſten Rather, mir einen guten in die Seele zu geben, und da— dei hab' ich mich all' mein Lebtag gar wohl befunden.
Das Hinausſchieben iſt ein Unheil, und das treffliche Sprüchwort ſagt: Aufſchieb iſt ein Tagdieb. Gewiß iſt er das und ein rechter; denn der günſtige Zeitpunkt geht vorüber, und es iſt zu ſpät. Wer Nüſſe eſſen will, darf das Krachen nicht ſcheuen, ruft uns ebenfalls ein altes Sprichwort zu. Das iſt auch ganz einfach und jedes Kind verſteht's, denn das Kernlein liegt ja in der Schale; aber das Sprüchlein iſt ſelbſt eine Schale, in der ein Kernlein liegt, nämlich das: Willſt du etwas erwerben, ſo ſcheue die Arbeit nicht; willſt du weiſe werden, ſchrecke nicht vor dem Lernen zurück; willſt du edel und gut werden, ſcheue nicht vor dem Entſagen, Ver⸗ ſagen, Selbſtbeherrſchen. Leicht iſt's nicht; aber es iſt die Schale, und das Kernlein iſt Frieden der Seele, Frieden
un Gott.
Für das junge Volk unter den Leſern der Spinnſtube hätte ich auch ſo einige Körnlein altes Gold, das möcht'
ich Ihnen in's Herz hineinſchreiben. Das erſte Körnlein heißt: Ungeſchliffen ſchneidet nicht. So gewiß es nun iſt, daß ein Werkzeug, wenn's ſtumpf iſt und unge— ſchliffen, nicht ſchneidet, ſo gewiß iſt das Sprüchlein im höheren Sinne. Gelt, Ihr wißt Alle, wen man unge— ſchliffen nennt? So einen ungeleckten Bären, ſo einen eckigen, unbeholfenen, unhöflichen, ungefälligen Menſchen. Der iſt noch nicht anſtändig und artig geſchliffen— der ſchneidet nicht, das heißt, der iſt nicht, wie er ſein ſoll, der iſt bei keinem Menſchen wohlgelitten. Aber wo iſt denn der Schleifſtein für ſo Einen? Der iſt unter geſitteten Leuten. Da lernt man, wie man ſich betragen muß; ſchämt ſich jener Rohheit, und legt ſie ab. Darum ſei vorſichtig in der Wahl deines Umgangs. Das Spruͤch— wort ſagt: Zeige mir deinen Freund, und ich will dir ſagen, wer du biſt. Das iſt wahr. Eine Nach— tigall hütet ſich vor den Nachteulen, und ſingt doch auch Nachts. Und das darum, weil ſie eben— keine Eule iſt.
Das zweite Körnlein lautet: Langſam zum Säckel, fertig zum Hut, das hilft manchem jungen Blut. Langſam zum Säckel, das ſagt dir: ſei ſparſam. Es iſt gar ſchwer, ſein ehrlich Auskommen zu erwerben. Wer das Geld wegwirft, findet Leute genug, die es aufraffen; aber wenn er ſelber einmal gerne aufraffen möchte, dann liegt keines da. Jede unnöthige Ausgabe iſt ein Weg— werfen. Fertig zum Hut, das will nicht ſagen: Sei immer bereit, ihn aufzuſetzen und fortzulaufen, ſondern ſei fertig, ihn höflich abzuziehen und dem die Ehre zu geben, dem ſie gebührt. Das empfiehlt alſo Höflichkeit und Manier⸗ lichkeit im Umgange mit andern Menſchen, und Beides hilft ſicher manchem jungen Blut zu Vertrauen, Achtung, Liebe bei ſolchen, die ihm die Wege zum Fortkommen ebenen können, damit das junge Blut nicht ſtolpert.
Das dritte Körnlein heißt: Junges Blut, ſpar' dein Gut, Darben im Alter wehe thut. Das ſchließt ſich nun freilich an das erſte im vorigen Sprüch— wort an, aber der Nachſatz iſt die Hauptſache, das Darben


