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Wir theilen den Intereſſenten nachſtehendes Empfangs⸗ ſchreiben mit. Der Ausſchuß des Huͤlfs-Vereins. Für denſelben ef feen c.
Bingen den 11. Juni 1850.
Der Unterſtützungs-Ausſchuß für die Brandbeſchädigten
zu Bingen an Herrn Prof. Ph. Dieffenbach in Fried⸗
berg zu Händen des Ausſchuſſes des löbl. Hülfsvereins daſelbſt.
Indem wir Ihnen die ergebenſte Anzeige machen von dem richtigen Empfang der Summe von Fünfzig und einem Gulden, welche Sie unter dem 7. Juni an uns einzuſenden die Güte hatten, geben wir Ihnen zugleich die Verſicherung, daß dieſe Liebesgabe gemäß der Intention der menſchenfreundlichen Geber zur Anſchaffung von Bettung, Weißzeug, Hausrath, Küchengeſchirr oder dergl., fur die unbemittelten Brandbeſchädigten zweckmäßig verwendet wer—
Zugleich erfüllen wir eine zwiefache heilige Pflicht, indem wir einerſeits den verehrlichen Mitgliedern des löbl. Hülfsvereins in Friedberg, die ſich dem Geſchafte der Samm⸗ lung unterzogen und durch ihre liebevolle Anregung und gefaͤllige Vermittlung den hieſigen Hülfsbedürftigen eine ſo anſehnliche Unterſtützung erwirkten, ſowie andrerſeits allen Bewohnern Friedbergs, deren werkthätige Nächſtenliebe ſich durch Spenden für ihre unglücklichen Brüder in Bingen bewährte, den wärmſten Dank ausſprechen, ſowohl von Seiten der Unglücklichen, denen jene Liebesgabe zufloß, wie von Seiten des Unterſtützungs-Ausſchuſſes.
Mit der Bitte, unſern Dank zur Kenntniß der men— ſchenfreundlichen Geber bringen zu wollen, zeichnen mit Hochachtung und Ergebenheit Für den Unterſtützungs-Ausſchuß:
Der Vorſitzende C. Kertell, Bürgermeiſter. Der Sekretär
Der Kaſſirer Ed. Sander, Realſchuldirector.
Joachim Feiſt.
Für die Brandbeſchädigten in Bingen ging ferner ein: Von W. R. 48 kr.; Fr. Möbs 12 kr.
den wird.
Die Expedition des Friedberger Intellgzbl.
Bekanntmachungen von Be⸗ hoͤrden.
N
Edictalladung.
(96) Johann Heinrich Backes und Ehefrau Margaretha in Niederrosbach entliehen am 26. November 1789 bei Pfarrer Selzam in Leidhecken 50 fl. und am 15. Auguſt 1794 bei Oberpfärrer Runkel dahier 400 fl. Beide Kapitalien ſollen längſt abgetragen, die Obligationen aber ver⸗ loren ſein. In Gemäßheit Antrags der ſchuld⸗ neriſchen Erben werden Alle, welche Anſprüche auf jene Hypotheken begründen wollten, zu deren Anzeige binnen 6 Wochen von heute an unter dem Rechtsnachtheile hiermit aufgefordert, daß ſonſt jene Hypotheken für erloſchen erachtet und die Einträge in den Hypothekenbüchern wer⸗ den geſtrichen werden. Friedberg den 10. Juni 1850. Großh. Heſſ. Landgericht Hofmann.
Frucht ⸗Verſteigerung.
(970) Dienſtag den 2. Juli, Nachmittags um 2 Uhr, werden in hieſigem Rathhauſe von dem Fruchtvorrath des vereinigten Armenfonds 50 bis 60 Malter Korn und 10 bis 12 Malter Gerſte zweimalterweis meiſtbietend verſteigert. Friedberg am 19. Juni 1850. Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Bender. Verſteigerung. (972) Montag den 1. Juli, Morgens 9 Uhr anfangend, werden in der Wohnung des Bür⸗ gers und Schuhmachers Michael Bauer in der Kirchgaſſe die den Guſtav Steup'ſchen Eheleuten in Gießen gehörenden Effecten meiſtbietend ver⸗ ſteigert. Friedberg am 19. Juni 1850. Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Bender.
150 Gulden
(979) liegen im Kirchenkaſten zu Holzhauſen zum Ausleihen bereit.
Der Kirchenvorſtand. Edictalla dung. (10110 Nach Obligation vom 30. Mai 1783 hat Johannes Lehr von Utphe von Rein⸗ hard Lauſter von Strenfels 60 fl. entliehen und
unter andern folgende Grundſtücke, als:
471/15. 1 rtl. 30 Rth. Acker neben den Röthen, 0
neben Johann Kaspar Lehr, Gemar⸗ kung Inheiden,
747/11. 1 Vrtl. Acker beim Seedamm neben Gebhard Schneider,— Gemarkung Feldheim—
333/28. 2 Prtl. am Schleiberg neben Johs. Lehrs Wittwe— Gemarkung Feldheim
verpfändet. Sodann hat der Schuldner am
26. Januar 1804 auf dieſelben Unterpfänder
von Forſtmeiſter Block zu Hungen 64 fl. und
15 Albus entliehen. Die Unterpfänder wurden
ſpäter dem Johann Philippi sen. zu Friedberg
wegen eines Darlehns, welches er dem genannten
Lehr vorgeſchoſſen hatte, adjudicirt. Von Jo⸗
hann Philippi gingen ſie auf deſſen Sohn Gaſt—
wirth Philipp Philippi zu Friedberg über und von dieſem auf ſeine Erben. Letztere erkennen den Fortbeſtand der im Hppothetenbuche noch nicht gelöſchten Obligationen nicht an und haben, da ſie die Schuldurkunden nicht vorlegen können, den Erlaß einer öffentlichen Aufforderung bean— tragt. Es werden daher alle Diejenigen, welche dingliche, oder ſonſtige Anſprüche aus den an— gegebenen Verpfändungen ableiten können, auf⸗ gefordert, dieſelben ſogewiß binnen 4 Wochen, vom erſten Erſcheinen dieſer Aufforderung in öffentlichen Blättern an gerechnet, dahier geltend zu machen, widrigenfalls die Schuld- und Pfand⸗ verſchreibungen für mortificirt erklärt und die Einträge im Hypothekenbuche gelöſcht werden. Hungen den 8. Juni 1850. Großh. Heſſ. Landgericht Hofmann. Brück.
Bekanntmachung.
Den Concurs über das Vermögen des Schreinermeiſters Philipp Tremmel von hier betreff.
(1016) Der Rubrikat hat ſein Zahlungs- unvermoͤgen bei unterfertigter Stelle angezeigt. Es werden daher nunmehr ſämmtliche Credi— toren des Philipp Tremmel andurch vorgeladen im Termin Dienſtag den 16. Juli d. J., Vormittags 9 Uhr, ſo gewiſſer dahier an- und auszuführen als die Ausbleibenden von der vorhandenen Maſſe aus— geſchloſſen werden ſollen. Das Präcluſiv-Decret wird übrigens nur auf der Gerichtsſtube eröffnet. Homburg den 15. Juni 1850. Landgräfl. Heſſ. Juſtiz⸗Amt Dr. v. Haupt.
Guts ⸗ Verpachtung.
(1013) Dienſtag den 2. Juli, Morgens 9 Uhr, werden in hieſigem Rathhauſe die am 11. November l. J. leihfällige, in den Gemar⸗ kungen Friedberg und Fauerbach gelegenen, dem Unterzeichneten gehörenden Grundſtücke, aus⸗ ſchließlich eines in der letzteren Gemarkung lie⸗ genden Ackers, auf weitere neun Jahre meiſt⸗ bietend verpachtet. Friedberg den 24. Juni 1850. Bender, Bürgermeiſter.
Mühlenverpachtung zu Vilbel.
(1026) Die dem Großh. Heſſiſchen Fiscus zuſtehende, an der Nidda zu Vilbel gelegne Mahlmühle, welche mit 4 Gängen verſehen iſt, und wozu Nebengebäude, Stallungen, Scheuer, ein kleines Gärtchen und 233[◻IKlafter Wieſen gehören, wird
Dienſtag den 6. Auguſt d. J.,
Vormittags 10 Uhr,
in dem Gemeindehauſe zu Vilbel auf 3 Jahre, vom 1. November d. J. an, meiſtbietend verpachtet.
Die Bedingungen, unter welchen ſolches ge⸗ ſchieht, werden in dem Verpachtungstermine er⸗ öffnet, ſind aber auch ſchon vorher auf dem Büreau des Unterzeichneten einzuſehen und zu vernehmen.
Friedberg den 24. Juni 1850.
Der Gr. Rentamtmann des Rentamts Friedberg Domänenrath Bu ß.
Immobilien ⸗Verſteigerung.
(1027) Dienſtag den 30. Juli, Morgens um 10 Uhr, werden die Immobilien der Lud⸗ wig Wagenknecht'ſchen Eheleuten in hieſigem Rathhauſe meiſtbietend verſteigert, als:
1) Hofraithe, beſtehend in Wohnhaus, zwei Nebenbäuen, Scheuer, Schoppen, Stall und zwei Mühlgängen an der Uſa,
2) 192 Klafter Garten in der 6. Gewann, an Johann Heinrich Müller,
3) 927 Klafter Garten in der erſten Gewann, an Heinrich Hanſtein IV.
Friedberg am 27. Juni 1850. In Auftrag Gr. Heſſ. Landgeritchs Der Großb. Heſſ. Bürgermeiſter Bender.
Immobilien-Verſteigerung. (1028) Dienſtag den 30. Juli, Morgeng
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