Ausgabe 
28.9.1850
 
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Intelligenz-Blatt

fuͤr die

Provinz Oberheſſen

im Allgemeinen,

den Regierungsbezirk Friedberg

im Beſonderen.

. 76.

Sonnabend den 28. September

1850.

Amtlicher Theil.

ö Die Großherzoglich Heſſiſche a i Regierungscommiſſion des Regierungsbezirks Friedberg an die Großh. Bürgermeiſter resp. Beigeordneten und Polizeicommiſſäre, ſowie die Gendarmen dieſes Regierungsbezirks.

Betreffend: Diebſtahl zum Nachtheil des Kaufmanns ꝛc. Böing aus Frankfurt, wohnhaft zu Niederwollſtadt.

In der regneriſchen Nacht vom 21. auf den 22. d. Mts. ſind aus dem in der Nidda, Gemarkung Niederwöll⸗ ſtadt, befindlichen Badhaus des Rubrikaten mittelſt Abbruchs des Daches folgende Gegenſtände entwendet worden:

1) ein linnen Betttuch, roth gezeichnet mit B. 10.;

2) ein ditto, mit unauslöſchbarer Tinte A. S. gezeichnet; 3) ein Bad⸗Thermometer;

4) ein Schwamm;

5) eine grüne Badhaube;

6) eine grün angeſtrichene Gießkanne mit meſſingener

Zotte;

7) ein Stück Seife; 8) eine Bürſte.

Zugleich iſt das in 15 Diehlen beſtehende Dach ſelbſt nebſt 3 Vorplatzdiehlen und 1 Doppeldiehle mit drei eiſernen Klammern entwendet worden.

Indem man bemerkt, daß dieſer Diebſtahl wahrſchein lich vermittelſt eines Nachens ausgeführt worden, da an dem Ufer keine friſchen Tritte ꝛc. wahrzunehmen geweſen ſind, und daß Kaufmann Böing demjenigen Privaten, wel cher den Thäter entdeckt, unter Verſchweigung ſeines Namens eine Belohnung von 5 fl. zugeſichert hat, weiſt man Sie an, dieſem Vorfalle Ihre volle Aufmerkſamkeit zuzuwenden resp. auch die Polizeidiener zu bedeuten und ein etwaiges Reſultat alsbald dahier anzuzeigen.

Friedberg den 23. September 1850.

e e e e.

Der hatte Pulver auf der Pfanne!

Als in den dreißiger Jahren der König Ludwig Philipp von Frankreich in der Gegend von Chalons (ſprich Schalong) eine Menge Soldaten zuſammengezogen hatte, um die Soldaten im Felddienſt zu üben, wurde von dem König von Preußen ein bekannter, tüchtiger Ge

neral in das Lager geſandt, wo auch die franzöſiſchen Prinzen waren. Der nachmals verunglückte Herzog von Orleans nahm den tapferen Preußen mit Ehren auf, aber es war doch ſchlimm, daß der General auch nicht ein Wörtlein franzöſiſch verſtand. Zum Glück ſprachen die Prinzen deutſch und auch ein Adjutant des Herzogs von Orleans, der ſich aber mörderlich aͤrgerte, daß er mit dem Deutſchen deutſch reden mußte, denn er war ein hoch müthiger, üppiger Franzoſe, und die Auszeichnung, die dem tapfern Deutſchen von dem Prinzen widerfuhr, lag ihm auch ſchwer im Magen.

Eines Tages ſagte der General von H.... über Tiſch, wo er neben dem Prinzen ſaß, zu dem Adju tanten: Ich wundere mich billig, Sie, als Franzoſen, das Deutſche ſo fein, rein und gut reden zu hören.

Der Franzoſe dachte: Wart', deutſcher Bär, nun iſt die Gelegenheit da, dich zu ärgern und dir einen fran zöſiſchen Denkzettel anzuhängen, der dich demüthigen ſoll, und ſagte raſch und keck Ich bin lange genug als Feind in Deutſchland geweſen, um es gründlich zu erlernen.

Der General von H... lächelte und ſagte ſogleich: Da muß ich denn doch Ihr großes Sprachtalent bewundern. Ich bin zweimal als Steger in Paris geweſen und auch lange Zeit, und habe doch keine Sylbe franzoͤſiſch gelernt!

Der Franzoſe wurde kreidebleich vor Grimm, aber er mußte ihn als bittern Brocken hinunterſchlucken und ſchweigen. Das heiß' ich Abtrumpfen und Feuer auf der Zündpfanne haben! Und der Ehrenmann, der das that, war der preußiſche General von Holleben. Der hat's brav gemacht!(Spinnſtube 1850.)

Markt- Bericht. Friedberg, am 25. September 1850.

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