gewiſſen gelden wir
mächſtigen olchen Ver⸗ ctswürdig en dei Leu⸗ Wahrheit Ju bella⸗ führer auf. rläumdung und Frei⸗
Jahrheit.
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18050.
verrichtet:
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tadtfirche
ladtkirche:
urgliche:
zungliche:
Intelligenz-Blatt
fuͤr die
Provinz Oberheſſen
im Allgemeinen, den Regierungsbezirk Friedberg
im Beſonderen.
Sonnabend den 6. April
1830.
Amtlicher Theil.
Die Großherzoglich Heſſiſche Regierungscommiſſion des Regierungsbezirk Friedberg an die Gr. Bürgermeiſter dieſes Regierungsbezirks.
Betreffend: Bitte der Gemeinde Bindſachſen um Erlaubniß zur Ab⸗ haltung zweier Jahr⸗Märkte.
Sie wollen alsbald auf geeignete Weiſe in Ihren Gemeinden veröffentlichen, daß der zweite Vieh- und Krä⸗ mermarkt zu Bindſachſen den 23. Juli l. J. abge⸗ halten werden ſolle.
Friedberg den 27. März 1850.
Ou vr ie r.
Dieſelbe
an die Großh. Bürgermeiſter und Polizeioffizianten des Regierungs-Bezirks. Betreffend: In Unterſuchungsſache gegen den geweſenen Bürgermeiſter Jakob Dröll von Langen und Complicen, wegen Aufruhrs. In Folge deßfallſigen Erſuchens Gr. Regierungscom⸗ miſſſon zu Darmſtadt beauftragen wir Sie hierdurch, den in dem nachſtehenden Signalement näher beſchriebenen Ja— kob Dröll auf Betreten zu verhaften und ihn, Behufs Ablieferung an das Landgericht zu Langen, uns vorzuführen. Friedberg den 27. März 1850.. eee Signale ment des geweſenen Bürgermeiſters Jacob Droll zu Langen: Alter: 48 Jahre.— Größe: 67 8“.— Haare: blond, durchſchoſſen.— Stirne: hoch.— Augenbraunen: blond.— Augen: blaugrau.— Naſe und Mund propor⸗ tionirt.— Kinn: ſchmal.— Bart: um das Kinn und die Backen dünn.— Geſicht: oval.— Geſichtsfarbe: ge⸗ bräunt.— Beſondere Zeichen: keine.
Dieſelbe an dieſelben.
Betreffend: Einen Raubmord.
Am 15. d. M., Morgens gegen 7 Uhr, wurden der Bürger und Holzmeſſer Stöß und deſſen Ehefrau zu Frank⸗
furt a. M. in ihrer unverſchloſſenen, ſonſt nicht bewohnten Behauſung ermordet und beraubt gefunden. Die Verübung des Mordes geſchah mittelſt eines ſehr ſcharfen Hauinſtru— mentes und mittelſt eines gleichfalls ſehr ſcharfen, wenig— ſtens ſechs Zoll langen, oben 13 Linien, unten 6 Linien breiten und dann ſpitz zugeſchliffenen Meſſers oder Stech—⸗ inſtrumentes.
Hinſichtlich der ſtattgehabten Beraubung ſteht zu ver— muthen, daß folgendes Geld entwendet worden ſei:
ein Doppelthaler,
fünf Brabanterthaler,
ſechs Zweiguldenſtücke,
zwei preußiſche Thaler,
dreißig Guldenſtücke,
neunzig Sechsbätzner,
hundert ſechs und ſechzig Dreibätzner,
zwei Rollen à 10 fl. in 6 kr. Stücken,
neun Groſchen und
ſechs Kreuzer; auch ein weiß und blau geſtreiftes oder grau leinenes Säckchen dürfte mit entwendet worden ſein.
Verdacht fällt auf zwei Maͤnner mittleren Alters und mittlerer Größe, in dunkler Kleidung, anliegenden Ober— röcken und dunklen Hüten, vielleicht ſog. Parlamentshüten.
Mord und Raub wurden höchſt wahrſcheinlich am 14. März Abends um 8 Uhr oder kurz vorher verübt, mög— licher Weiſe aber auch zwiſchen 8 Uhr Abends und Mitter— nacht. Bis jetzt konnten der oder die Thäter nicht ermit⸗ telt werden.
Da es möglich wäre, daß dieſes Verbrechen nicht von Einwohnern Frankfurts, vielmehr von einem oder mehreren Fremden veruͤbt worden iſt, welche bei dem Beſuche der Stadt Kenntniß von den Verhältniſſen der Stöß'ſchen Ehe— leute genommen, oder aber durch dortige dabei betheiligte Subjecte Kundſchaft erhalten haben, ſo beauftragen wir Sie auf Erſuchen der Frankfurter Polizeibehörde, aber auch im Intereſſe der hoͤchſt gefährdeten Sicherheit der Perſon und des Eigenthums, jenem Vorfall Ihre volle Aufmerkſam— keit zuzuwenden, insbeſondere diejenigen Subjecte, welche des vorliegenden Verbrechens fähig zu halten, ſowie deren Geldmittel und etwaiges Verbleiben am Abend des 14. und in der Nacht vom 14. auf den 15. d. M. in Betracht zu ziehen,— und jeden gegründeten Verdacht, jedes wahrge— nommene Merkmal einer Wiſſenſchaft um die erwähnte That ſchleunigſt zu unſerer Kenntniß zu bringen.
Friedberg den 28. März 1850.
Ouvrier.


