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Die Verfaſſungsurkunde verbiet 45 r nach eigener Ueberzeugung was ſelbſtſtändiger Männer ſoll gegen Belehrung
ſtructionen anzunehmen. ſollen ſie reden und ſtimmen, auch allein würdig iſt. Ihre Anſicht und Verſtändigung durch die Berathung mit den Abgeordneten nicht verſchloſſen ſein, damit um ſo ſſcherer
übrigen! den Heimweg antreten:
18 N 388% 88 7 2 . 1 der Partei zu 9 4 2 bevor ſie ihr Bewußtſein wieder erl. angte, obgleich der dietet den Abgeordneten, In⸗ f
idern
treue Hu 17 r die Schläfe leckte und ſie an den! dog 71 8 K its 5. der Herrin ihrer Sinne ward, Sie wandte von der ſchaudervollen Scene und wollte zitternd allein ſie konnte der Weiſung
Corney's nicht widerſtehen, der ſie unabläſſig nach einer
war die Dämmerung bereits hereingebrochen.
ſich
alle ſich in dem wirklich Beſten einigen. Dieſen Forderün⸗ Wandern Gegend hinzerrte.
gen der Vernunft und der perſon a i es, daß den Abgeordneten angeſonnen wird, ſich im Voraus zu erklären, welcher Anſſcht ſie in einer Menge von einzel⸗ nen Fragen folgen wollen. Fur die Richtung des Abge⸗
ordneten im Ganzen muß ſein durch das Leben be⸗ währter Character den Wählern die allein ſichere
Buͤrgſchaft geben. Verheißungen, wodurch ſich der Abge⸗ ordnete im Voraus bindet, oder wodurch er, l verlangt worden iſt, ſeinen Austritt aus der Kammer in
den Willen der Wähler ſtellt, ſind eben ſo ſehr im Wider⸗
been dem offentlichen Wohl als geſetzlich ohne alle
irkung.* N 5——— Solches leidenſchaftliche Treiben findet in den Ver⸗
hältniſſen des Großherzogthums am allerwenigſten Entſchul⸗
digung. Der Heſſiſche Bürger erfreut ſich einer Fülle von Freihtiten, die ihn, wenn er ſie weiſe gebraucht, be⸗ rechtigt, ſich mit Stolz dem Bürger jedes anderen Staats an die Seite zu ſtellen. In der Entlaſtung des Grund⸗ eigenthums, in der Beſeitigung vieler, in die Zeit nicht mehr paſſender Verhältniſſe iſt das Großherzogthum, wie in vielem Andern, in Deutſchland mit ſeinem Beiſpiel vorangegangen. Welcher Staat hat mehr Urſache, von ſeinen Bürgern das Vertrauen zu verlangen, daß auf dem Wege des⸗ Rechts, der Ordnung, der Mäſſigung und guter Sitte, welcher Weg ohnehin allein zum Heile fuͤhren kann, Alles das erreicht werde, was vernünftigerweiſe und billigerweiſe gefordert werden kann? f e
Niemand verhehlt ſich, daß die bevorſtehende Wahl von größter Wichtigkeit für das Wahl des Vaterlands iſt. Mögen daher alle umſichtigen und wohldenkenden Bürger ſich für die Wahl einigen und dahin ſtreben, daß ſolche Abgeordnete gewählt werden, welche tadelloſes Privatleben, ſelbſtſtändige Gefinnung, Erfahrung und Einſicht, wahrhafte im Leben bewährte Mäſſigung und Ernſt geeig⸗ net machen, das öffentliche Wohl zu fördern, und das Glück des Vaterlandes feſt zu begründen.
Es gilt der Erfüllung einer heiligen Bür⸗ gerpflicht. Möge keiner darin zurückbleiben.
Darmſtadt am 21. November 1849.
Großherzoglich Heſſiſches Miniſterium des Innern.
1 Jau p. Maurer. Wernher. Reuling.
Die letzte Nacht in der Wildniß. (Fortſetzung.)
An einer Stelle war das ſonſt lange Gras heftig niedergetreten, als ob ein Ringen ſtattgefunden— der Boden war mit Blut bedeckt— menſchliche Gebeine, zer⸗ riſſene Kleidungsſtücke lagen zerſtreut umher— dort lag der Strohhut ihres Mannes, dort ſteckte ſeine Axt noch in der Spalte eines Stammes, den er fällen wollte, als er wahrſcheinlich von einem wilden Thiereüberfallen worden.—
Ihr Auge überflog das Alles verzweiflungsvoll— dann ſauk ſie ohnmächtig zu Boden. Es währte lange,
lichen Würde widerspricht
wie gleichfalls
Emilie folgte ihrem Hunde und befand ſich bald wie⸗
der am Ufer des Fluſſes. Dort lag das Boot, er ſprang hinein, Emilie folgte. Es war noch gerade hell genug, f 2 Steuer zu e ſo brachte, der Strom ſie hinab zu dem gewöhnlichen Landungeplatze⸗
5 9200 Pan e angelangt, betrat ſie die Schwelle ihres 1 bee ne tiefbekuͤmmerten Herzen. Sie hatte weder 250 0 ell noch Worte, um ihr Elend auszudrücken. Die a E e i ſtarr auf
„ſie hingt Die alte Granny ſtand beſtürzt ihnen zur Seite, deln Emiltens Benehmen gab ihr die Gewißhelt, bag as Schreckliches geſchehen ſein müſſfſ e.
hränen er⸗
Stimme
und ſie der mütterlichen Erde zu übergeben. Trotz eines heftigen Kopfſchmerzes und einer Lähmung in allen ihren Gliedern wollte Emilie ſich von ihrem Lager erheben, aber ſie vermochte es nicht, ſich aufrecht zu erhalten und ſo mußte ſie, wenn gleich ungern, jene heilige Pflicht ihrer treuen Sieneri dere en mne
Es war ein wahres Unglückshaus, nachdem die Alte, als ſie ihr trauriges Geſchäft vollbracht hatte, am Abend zurückkehrte. Kein freundliches Licht leuchtete ihr entgegen, keine frohe Stimme hieß ſie willkommen, ſelbſt der treue Corney bellte nicht bei ihrer Annäherung. Die Kinder weinten neben dem Lager der Mutter, welche mit ſchwacher, kaum vernehmbarer Stimme fragte:„Iſt es vollbracht? Sie empfing darauf eine bejahende Antwort; ihre Krank- heit aber nahm mit jedem Augenblicke immer mehr und mehr überhand, und mehrere Tage lang zweifelte die treue Dienerin an ihrer Wiederherſtellung
Was einige Helle in dieſe Nacht des Schmerzes brachte, war die Rückkehr des treuen Stephan. Er ver⸗ nahm die traurige Geſchichte mit Kummer und Entſetzen, Alles war dahin! Von dem Herrn, den er ſo ſehr geliebt hatte, war nichts mehr übrig, als der kleine Raſenhügel, mit dem die alte Granny die wenigen irdiſchen Ueberreſte bedeckt hatte. 1%„% e 16
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Er war überzeugt, daß die letzten Gedanken ſeines ſterbenden Gebieters auf ihn gerichtet geweſen waren, und er beſchloß daher die Stütze ſeiner Hinterbliebenen zu wer⸗ den. Er betheuerte dies der Kranken und berathſchla gte alsdann mit derſelben, was unter den obwaltenden Um⸗ ſtänden ferner zu thun ſei. ö* Als ſie ſich hier niederließen, war der Wagen, der ſie von Toronto fortführte, in einer kleinen, nur einige


