Ausgabe 
28.7.1849
 
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für die

Oberheſſen

im Allgemeinen, den Regierungsbezirk Friedberg

im Beſonderen.

. 38.

Sonnabend den 28. Juli

1819.

.

Amtlicher Theil.

N Die Großherzoglich Heſſiſche Regierungscommiſſion des Regierungsbezirks Friedberg 21 an die Gr. Bürgermeiſter ſowie an die Gr. Gens⸗ darmerie des Regierungsbezirks. Betreffend: Diebſtahl in der katholiſchen Kirche zu Holzhauſen, Regie⸗ 5 rungsbezirks Friedberg.

In der Nacht vom 18. auf den 19. d. M. ſind aus der katholiſchen Kirche zu Holzhauſen folgende, zum Gottes dienſt geweihte Gegenſtände entwendet worden:

1) ein Kelch mit Patene und Löffelchen von Silber, 22

Loth ſchwer, ſchlecht vergoldet und ſchwarz angelaufen; der Kelch iſt klein(etwa / lang) und ohne allen

Zierrath glatt gearbeitet, überhaupt unanſehnlich.

2) Drei runde Oelgefaße, jedes ungefähr 3 hoch und höchſtens ĩ im Durchmeſſer, oben und unten gleich weit, ganz glatt gearbeitet. Zwei dieſer Gefäße ſind von Kupfer, 10 Loth ſchwer und in einem Stück gearbeitet, beide durch einen daran befeſtigten Deckel geſchloſſen, auf deſſen innerer Seite die Buchſtaben G. und S. eingravirt ſind, jo daß über jedes Gefäß einer dieſer Buchſtaben kommt. Das dritte Oelgefaͤß iſt von Silber, Loth ſchwer, den Deckel kann man abnehmen, auf ſeiner äußeren Seite iſt der Buch ſtabe I. eingravirt.

Sie werden angewieſen, der Entdeckung genannter Gegenſtände alle Aufmerkſamkeit zu widmen und eintreten⸗ den Falls Anzeige an uns zu erſtatten.

Friedberg den 24. Juli 1849.

a Ouvrier.

Bekanntmachung,

die weſentlichſten aus Wechſeln hervorgehenden Ver⸗ bindlichkeiten und deren Folgen betreffend.

Die deutſche Wechſelordnung das erſte Werk der allgemeinen deutſchen Geſetzgebung hat vom 1. Mai dieſes Jahrs an für ganz Deutſchland Geſetzeskraft erlangt, und die bisher in den einzelnen deutſchen Staaten hinſicht⸗ lich des Wechſelrechts beſtandenen Geſetze, deren Verſchieden⸗ artigkeit von den nachtheiligſten Folgen war, ſind abgeſchafft.

N 1 1 1 191

Durch das unter dem heutlgen erlaſſene Ausführungs⸗ geſetz ſoll im Großherzogthume der Uebergang von dem bis herigen Rechte zum neuen Wechſelrechte vermittelt werden, und zugleich iſt für die Provinzen Starkenburg und Ober⸗ heſſen ein abgekürztes Verfahren in Wechſelſachen eingefühtt. So iſt in dieſen belden Provinzen durch das neue Geſetz, in der Provinz Rheinheſſen durch die daſelbſt forkbeſtehende Proceßgeſetzgebung, der ſchleuuigſte Pröceßgang aklen Forderungen gewährt, welche auf den als Wech⸗

ſel bezeichneten Urkunden beruhen, und für die

Erfüllung ſolcher Verpflichtungen haftet der Wechſelſchuld⸗ ner nicht blos mit ſeinem Vermögen, ſondern auch mit ſeiner perſon. Dem, welcher zu ſeinen Unter nehmungen des Credits bedarf, iſt dadurch, daß er feinem Gläubiger erhöhte Sicherheit bieten kann, das Creditnehmen erleichtert, wie dies zur Forderung des Verkehrs nothwen⸗

dig iſt. Nach der neuen Geſetzgebung koͤunent aber nicht

nur Handelsleute wechſelrechtliche Verpflichtungen eingehen, ſondern jetzt iſt Jeder wechſelfahig, der ſich durch Verträge verbinden kann. Dieſe allgemeine Wechſelfähtgkeit bezieht ſich nicht blos auf die Perſonen, welche zuerſt das Wechſel⸗ geſchäft eingehen, ſondern umfaßt auch alle diejenigen, welche mit dieſem Geſchaͤfte ſpater auf eine im Wechſel⸗ geſetze beſtimmte Weiſe in Berührung kommen.

Ein ſo einfaches Mittel, ſich ſtreug zu verbinden, kann, falls es unrichtig aufgefaßt oder leichtſiunig gebraucht wird, ſehr nachtheilige Folgen haben, beſonders wenn Ver⸗

ſchmitztheit und Habſucht ſich vereinigen, um die Unerfahren⸗

heit, den Leichtſinn und die angenblickliche Verlegenheit aus zubeuten. Es wäre zu beklagen, wenn ein zur Hebung des

Handels und der bürgerkichen Nahrung eingeführtes Nechts⸗

inſtitut zur Verſchleierung von Wucher und Betrug miß⸗

braucht würde. Die Staatsregierung ſſeht ſich daher um

ſo mehr veranlaßt, die Staatsangehörigen auf die weſent⸗

lichen Folgen der wechſelrechtlichen Verbindlichkeiten auf⸗

merkſam zu machen, als beide Kammern der Stande den

Wunſch ausgeſprochen haben, daß die Regierung eine ſolche

Bekanntmachung erlaͤſſen möge.

I. Form des Wechſels und Hauptverbindlich⸗ keiten aus demſelben.

Zum Weſen des Wechſels gehört, daß der Urkunde durch Einſchaltung des WortsWechfel Wech⸗ ſelkraft beigelegt wird.

Wechſel ſind entweder gezogene, oder eigene Wechſel.

1) Gezogen heißt der Wechſel, wenn Jemand an⸗

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