ue von
ſie ghet e ihn in d ſo treu Beſſere, 18 frühen geſchnallt quer dem ethe, und wider; ſahe ſie ils kennte e Stadt⸗
zannshohe och extra chen, die ohn. Alle nukgelder Ales gab agten die Geheime⸗ r Engel! eierlei⸗
ichs herz, auch ſo clei Tuch“ und, einen batte und raßburger
wobl, ſe Lumt auf!
weit von und jetzt ig Jahren n Außent⸗ der Greis 17s beißt: merle nit im Munde n Hute gehen und t abet ſ
1 be fe
— 315—
dom Tiſch in die Scheune, wo des Vaters Schneidbank and, nahm ein Stück Holz und fing dran zu poſſeln an. Die Eltern wußten nicht, wo das Kind war, kamen es zu ſuchen, und ſahen, wie es an dem Holz handthierte.
„Was willſt Du denn machen, Jaköbchen?“ fragte
die Mutter.„Ei, ſagte das Kind,„ein Trögelchen, zus dem Ihr e eſſen ſollet, wenn Ihr alt ſeid!“
Das ſchlug ein!— Am andern Tage ſaß der Greis am Tiſche und kam nicht mehr hinter den Ofen, und ſie halfen ihm liebend zurecht. g
Das Jacöbchen dachte fortab nicht. mehr an das
Trögelchen. b b
Item, denkt an das fünfte Gebot und leſet in Eurer Bibel die Stelle: Sirach, Kapitel 3, Vers 14 und 15. Hier hat das Zwitſchern der Jungen, die Alten auf die abſcheuliche Weiſe aufmerkſam gemacht, die ſie ſangen. Ja, ja, der liebe Gott hat Manchen zu einem Lehrer be— ſtellt, hinter dem man's nicht ſucht!—
Wie Mancher hat ſchon geſagt:„Was mich nicht brennt, das blaſe ich nicht!“ und iſt vorübergegangen, wo er hätte helfen ſollen. Das iſt ſo ein Sprüchlein, womit ſich die Geizigen, Hartherzigen und dergleichen be⸗ ruhigen, wenn halt der Geiſt nicht willig und das Fleiſch ſchwach iſt. So dachte auch der Prieſter und Levite, als ſie den Armen in ſeinem Blute liegen ließen und machten ſich aus dem, Staube. Dachte auch der Sama⸗ riter ſo?— Dachte auch der brave Chriſtoph Kolbheim in dem Dörflein bei Duderſtadt ſo? Der war ein blut⸗ armer Schelm und ein Wittwer dazu und hatte drei Kinder, die gar oft ſagten:„Vater, wie ſind wir, ſo hungrig!“ Das hört ein Vater gerne, wenn er Brod genug hat und
gioch etwas dazu; aber wie ſchneidet das ins Herz, wenn keins da iſt!
Und juſt ſo ging's dem armen Kolbheim oft genug. Das Betteln verſtand er nicht; aber er ver⸗ ſtand Schuhe zu flicken, Kochlöffel zu ſchnitzen und Beſen zu binden und ſolcher kleinen Künſte mehr— und that's so fleißig, daß er ſich kümmerlich mit ſeinen Kindlein durch⸗ brachte,— aber es kam doch mancher„lange Tag/ und er war kein Jude.
Der Kolbheim hatte einen recht guten Freund, der hieß Volkmann, war auch ein Wittwer, wie er, und hatte ſieben unerzogene Kinder. Gleich und gleich geſellt ſich gerne,“ heißt's im Sprüchwort und das Unglück üſt der beſte Leim, Der Volkmann und ſeine Kinder hatten auch der Faſttage ſo viele, daß ſie ſchier die ſchwere Kunſt bald gelernt hätten, wenn nicht das Lehrgeld gar zu ſchwer wäre. Beide Leidensbrüder waren ein Herz und eine Seele. Sagt der Volkmann zu ſeinem Special Kolbheim:„Ich ziehe nach Lauterberg ins Hanövriſche; dort iſt mehr Verdienſt.“ Geſagt, gethan— und der Hausrath koſtete nicht viel Fracht. Der Kolbheim wünſcht ihm Alles, was ihm heilbringend ſein kann; aber der Arme fand's in Lauterberg nicht,— denn er erkrankte und ſtarb, und die hungernden Kindlein ſchickten die von Lauterberg hin, wo ſie hergekommen. Die Bauern in dem Dorfe dachten:„Was dich nicht brennt, das blaſ' ich nicht!“ Und ließen die hungernden Waiſen laufen. Dachte auch der blutarme Kolbheim ſo? Nein, liebe Leſer, der nahm die ſieben Waiſen ſeines Freundes in ſeine kleine Hütte zu ſeinen Dreien, ſah mit einer heißen Thräne gen Himmel und ſeufzte:„Herr, der du mit wenigen Broden Tauſende geſpeiſet haſt, hilf und verlaß mich nicht!““— „Wenn die Noth am größten iſt, iſt Gott am Nächſten!“ Das, was Kolbheim gethan, wurde der preußiſchen Regierung in Erfurt bekannt, und die ſandte
ihm 40 Thaler zur erſten Hülfe, ein frommer Mann ſandte
heimlich 10 Thaler und der fromme Preußenkönig, Fried⸗ rich Wilhelm III., hörte es auch, der ſandte dem guten Kolbheim ein Käpitälchen, daß er ſich konnte ein Feld⸗ gütchen kaufen und Eins der Volkmanniſchen Kinder kam ins Waiſenhaus nach Halle, das der fromme Franke ge⸗ ſtiftet hat, der auch nicht ſagte: Was mich nicht brennt, das blaſ' ich nicht!“ Saget auch nie ſo, wenn Ihr haderen höͤret, wenn Ihr Zeuge fauler Ge⸗ ſchwätze, ſündhafter Flüche, ſchändlicher Handlungen oder menſchlichen Jammers ſeid! Das brennt Euch wohl, und wenn Ihr nicht blaſet— wie ſteht's dann um Euer Gewiſſen?
.
Da kräht kein Hahn darnach! hat auch ſchon mancher Bruder Leichtfuß gedacht, wenn er ungeſehen einen Lumpenſtreich ausübte. Gib acht! Gib acht!— Ich will euch zu dem Sprüchlein noch eine Geſchichte er— zählen. Zwei Räuber brachen in ſtiller Nacht in eine einſame Mühle, wo der Müller allein zu Hauſe war, und war ein alter Mann. Als ſie ſo im dunkeln Hausgang hinſchleichen, kräht plotzlich in dem Stalle, der an die Hausflur ſtieß, ein Hahn. Der jüngere Räuber fährt zu⸗ ſammen, als hätt' ihn Einer bei dem Haare gefaßt. Er flüſterte dem Andern zu:„Wie hat mich der Hahn er⸗ ſchreckt! Komm, laß uns umkehren!“
„Du Einfalt!“ zankte der Andre.„Jetzt, wo wir im Hauſe ſind, ſoll uns ein dummer Hahn fortjagen? Nein; wird der Alte wach, ſo ſchlagen wir ihn todt. Da kräht kein Hahn darnach.“ Und richtig! Der arme Greis erwacht und ſie ſchlagen ihn todt, rauben die Mühle aus und machen ſich fort. Der Mord des Greiſes machte ungeheures Aufſehen; aber die Gerichte konnten keine Spur finden von den Mördern.
Etwa ein Jahr darnach war einmal ein Jahrmarkt in einem Städtchen in der Nähe. Da machen ſich die zwei Räuber herbei und denken einen guten Fang zu thun. Nachts vor dem Jahrmarkt ſchlafen ſie in einem Wirths⸗ haufe bei einander. Gerade unter der Schlafkammer war der Hühnerſtall. Da kräht nach ein Uhr der Hahn und beide werden zugleich wach.
„Hätt' ich den Gockel hier,“ ſagte der eine Räuber, „ich drehte ihm gleich den Hals um.“„Ich auch,“ ſagte der andre;„ſeit der in der Mühle krähte, wo wir den Müller todt ſchlugen, kann ich keinen Hahn krähen hören, ohne daß es mir durch Mark und Bein geht. Ich wollt' es wär' nicht geſchehen!“ a
„Du Einfalt!“ ſagt wieder halb lachend der Andre, legt ſich herum und ſchläft wieder ein.
Da das Wirthshaus voll Gäſte war, ſchliefen heute der Wirth und ſeine Frau in einer Kammer, die neben, der Schlafkammer der Räuber lag, und da hatte ſie der ungewohnte nahe Hahnenſchrei auch geweckt.
„Haſt Du das gehört?“ flüſterte die Frau. „Stille!“ erwiederte der Wirth leiſe und ſtand auf, ſo leiſe, daß die neben dran es nicht hörten. Er geht zum Hauſe hinaus und klopft den Bürgermeiſter heraus; der läßt die zwei Gensd'armen rufen, die im Städtchen wohnen, und ſo fangen ſie die beiden Räuber, die alsbald Alles eingeſtehen. Und als ſie ſie wegführten, ſagte der eine Räuber zu dem Andern: Siehſt Du, da hat doch der Hahn darnach gekräht!“
Er thut's immer; aber er ſſtzt nicht immer im Hühner⸗ ſtall, ſondern oft auch im Gewiſſen!


