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„Wo iſt Bill Williams 3 5
„Soll draufgegangen ſein, heißt's; die Niggers ſtreif⸗ f ten ihm's Haar abls 2
„Was koſtet das Pulver?“
„Zwei Dollars die Pinte!“
„Und Bacca(Tabak)?,
„'N Biberbalg das Bündel!“
„Habt Ihr welchen bei Euch— Na, gebt uns'mal gleich'nen Mund voll!“.
Der Fremde willfahrte, und während ſie ihre Thiere abluden, konnten ſich die beiden Trapper nicht enthalten, hie und da mit unverholenem Erſtaunen den einſamen Fremden, welchen ſie ſo unerwartet getroffen hatten, und ſeine Ausrüſtung zu betrachten. Er ſchien in der That in jeder Beziehung ihnen überlegen zu ſein; zwar waren ſein Jagdrock von Hirſchhaut und ſeine ausgefranzten Beinkleider ſtark mit Fett beſchmiert, aber das ſchien ja eben zu beweiſen, daß er das fette und blutige Jagdmeſſer ſchon unzählige Mal daran abgewiſcht, wenn er einen er⸗ legten Hirſch oder Büffel„aufbrach,“ und dieſe beiden Kleidungsſtücke waren von ächter Bergjägerfagon. Sein glattraſirtes Geſicht war von Wind und Wetter wie ge⸗ gerbt, und unter dem Jagdhute von Filz hing langes un⸗ geſchnittenes Haar nach indianiſcher Weiſe bis auf die Schultern herab. Am meiſten überraſchte ſie die Doppel⸗ büchſe, die der Jäger führte, und ſie ſchienen unſchlüſſig, ob ſie ſich darob verwundern oder ihn auslachen ſollten. Nichts aber fiel ihnen mehr auf als die ſeltene und voll⸗ kommene Gelehrigkeit der Maulthiere des Fremden, die der Stimme und dem Geheiß ihres Herrn wie Hunde Folge leiſteten, und auf Befehl herbeikamen, ſich abladen und koppeln zu laſſen und ein paar Hände voll Mais von ihrem Herrn zu erhalten. Das Eine der Thiere trug einen noch nicht abgeſtreiften friſcherlegten Hirſch, die anderen aber gewichtige Päcke mit Häuten und Pelzwerk; das Pferd aber trug nur ſeinen Herrn und deſſen Waffen und Fal⸗ len. Dieſes war ein ſtarker hochgebauter Brauner, deſſen helles Auge, ſeine Fuße und ſchöͤngeſchweifter Hals und Kruppe deutlich das edle Roß von beſter ſpaniſcher Zucht erkennen ließen— trotzdem daß das dürftige Winterfutter und das vielfache Ungemach das ſtolze Thier ſehr ſtark abgemagert hatten. Den ſonſt ſo ſtolzen buſchigen Schweif hatten die Maulthiere abgenagt, und La Bonté meinte, es müſſe ſchlimm um dieſe Thiere geſtanden haben, wenn ſie dazu gegriffen hätten.
Zwiſchen dem Pferde und zwei von den Maulthieren ſchien eine gegenſeitige warme Anhänglichkeit zu beſtehen, die auch ganz erklärlich ward, als ihr Herr ſeinen neuen Gefährten bemerkte, die Thiere haben mit einander eine Reiſe von mehr als 2000(engl.) Meilen mit einander zurückgelegt. Eines der Maulthiere war dick, unterſetzt und ſtämmig, mit großem maſſigem Kopf, langen Ohren und ungewöhnlich großen Augen, aus welchen— ein ſel⸗ tener Fall bei Maulthieren,— eine vollkommene Fröm⸗ migkeit und Gelehrigkeit ſprachen. Der Hals des Thieres war kurz und dick und erſchien um ſo breiter als es un- ter den Dreien allein das Vorrecht genoß, ſeine Mähne zu tragen, während ſie bei den beiden andern nach mexi— kaniſcher Sitte mit einem heißen Eiſen abgeſengt war. In der That war dieſes Thier auch ein Muſter von from— mem Saumthier, denn als ſein Herr den nur leicht auf— gebundenen Hirſch ablud, legte es mit einer rührenden Vertraulichkeit ſeine Ohren zurück, bog den Kopf zu ſeinem Herrn und legte ſeine kalte Schnauze an des Jägers rauhe Wange; dieſer aber nahm, als er die Hände frei hatte, die Ganaſchen des Thiers in ſeine beiden Hände, rieb ſie ihm lange und zärtlich, was dem Maulthier beſonders
gottlob, da
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wohlzuthun ſchien, und gab ihm Schlag auf die Schulter, worauf es munter wie eine Ziege davon ſprang, und ſich das üppige Büffelgras an den Böſchungen des Fluſſes weidlich ſchmecken ließ. Die beiden anderen Maulthiere waren von der großen, ſtatt⸗
lichen, mausgrauen und fahlen mexikaniſchen Art und nicht
ſo ſanft, wie ihr ungeſtalteter Gefährte. Dennoch aber wunderten ſich die Trappers nicht minder über ihre Ge⸗ lehrigkeit. Kaum hatte der Jager nämlich die Riemen gelöſt, welche die Päcke zuſammengehalten, ſo daß dieſe auf den Boden fallen konnten, und die Sattelgurten aufge⸗ ſchnallt, ſo ſchlugen ſie auf ein eigenthümliches Zungeſchnal⸗ zen ihres Herrn mit den Hinterfüßen in die Luft, daß der druckende Sattel weit weg flog, machten ein paar Bock⸗ ſprünge um ihren Herrn und kamen dann freiwillig wieder heran, um ſich an die Koppel legen zu laſſen, welche in einem dicken, aus Riemen von roher Büffel- und Hirſch⸗ haut zuſammengedrehten Stricke beſtand. Als er dann jedem von ihnen ebenfalls einen leichten Schlag auf die Kruppe gegeben, gingen auch ſie ihrem Futter nach. Der Jäger aber ſuchte die Sättel ſeiner Thiere gleichmüthig zuſammen und legte ſie auf die Windſeite des Feuers, das Einer der Trapper angezündet hatte. Das Feueranmachen iſt bei den Bergjägern ein ſehr einfacher Proceß. In ihren Kugeltaſchen fuͤhren ſie ſtets Stahl und Stein und kleine Stückchen punk) oder Zunder; haben ſie daher dieſen angebrannt, ſo raufen ſie nur eine Hand voll dürres Gras aus, wickeln es zu einem Neſtchen zuſammen, in welcher ſie den brennenden Schwamm legen, und ſchwin⸗ gen das zuſammengedrückte Grasneſtchen ſo lange in der Luft, bis die helle Flamme herausſchlägt, worauf es am Bo— den mit dürren Reiſern und Holzſtücken überdeckt und zu heller Lohe entzündet wird. 193778
) punk iſt eine Art harzigen Zündſchwamms, der in abgeſtorbenen Nadelholzbäumen und hohlen Tedern und Föhren gefunden wird.
(Fortſetzung folgt.)
Zur Nachricht
diene, daß am 14. d. M. eine Kiſte und ein Ballen ganzer
und gezupfter Leinwand an Herrn Major von Abendantz nach Frankfurt a. M. zu gefälliger Weiterbeförderung nach Schleswig-Holſtein abgeſendet worden iſt. Dankbarlichſt wird es anerkannt, daß der Fuhrmann Herr Muth die Fracht von hier nach Frankfurt unentgeltlich beſorgte. Friedberg den 16. Mai 1849.* Matthias.
Kirchenbuchs⸗Auszug vom Monat April. Friedberg. g
Getraute: Karl Friedrich Hieronymus, Bürger und Weißbinder⸗ meiſter dahier, des weiland hieſigen Bürgers und Weiß⸗ bindermeiſters Ludwig Hieronymus ehelich lediger Sohn und Liſette Charlotte Mogk, des hieſigen Burgers und Schuhmachermeiſters Jakob Mogk, eheliche ledige Tochter. 9. Thomas Friedrich Horn, Bürger und Spenglermeiſter dahier, des weiland hieſigen Bürgers und Oekonomen Johann Thomas Horn ehelicher lediger Sohn und Margaretha Chriſtina Reuß, des weiland Chriſtian Reuß, Ortsbürgers und Ackermannes zu Dorheim, eheliche ledige Tochter. 9. Philipp Karl Kiefer, Bürger und Kammmacher dahier, ein Wittwer, und Margaretha Veith, des Johannes Veith, Bürgers und Schneiders zu Oberrosbach, ehe⸗ liche ledige Tochter.
9.
endlich den bedeutſamen
8.
20.
30.


