Ausgabe 
17.11.1849
 
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Verlangen genügen zu können; und unſer Stephan iſt ſo brav und ſo guk, er wird mir nützlicher ſein als zwanzig

Mägde. Darum ſei unbeſorgt, wir werden uns recht glück⸗ lich fühlen..

Auch blieben ihre frohen Erwartungen nicht ganz unerfüllt. Zwar ward ihre Geduld oft auf harte Proben geſtellt, aber ihr feſtes Vertrauen auf Gott ebnete ihnen den rauhen Pfad, den ſie erwählt hatten..

Ihre neue Wohnung war nicht, wie ſie gefürchtet hatten, mit Bäumen rund umgeben; ſie lag höchſt ange

nehm an dem Abhange eines Berges und überſchaute ge⸗ aga. Ge⸗ J hinter demſelben

gen Norden die ſtürmiſche Bay e genüber, nach Süden hin, lag der Wald; hinter demſelber erhoben ſich nackte Felſen. Die Gegend war einſam und

öde, aber vollkommen geeignet, ihnen Sicherheit zu ge⸗

währen. einzige Spur

erblickten, und das Pelzwerk oder Fiſche nach den ver⸗ ſchiedenen Anſiedelungen der Küſte fuͤhrte. Und wenn ſie gleich auf dieſe Erſcheinung mit ſehnſuchts vollem Verlangen blickten, ſo fürchteten ſie doch jede Annäherung, und ge⸗ dachten mit trüber Freude, daß der Theil der, Küſte, den ſie bewohnten, zu wild und rauh ſei, als daß esd Jemand wagen könnte dort anzulee g 5 Von den drei rohen Hütten, welche ſie vorfanden, hatten ſie die größte und am beſten gelegene zu, ihrer Wohnung gewahlt, eine zweite, welche zunächſt ſtand, diente ihnen zur Vorrathskammer, und aus den Materialien der dritten bildeten ſie eine Art Verſchanzung, um ſich vor wilden Thieren zu ſchützen. un 11 08 5 In einiger Entfernung von ihnen gegen Weſten hin befand ſich ein kleiner fiſchreicher Strom. Stephan be⸗ nutzte die Winterzeit, um nach der Weiſe der Eingebornen eine Art Canoe zu fertigen. Als das Wetter wiedek mil⸗ der und ſchön ward, glitten ſie in dieſem kleinen Fahrzeuge den Strom hinab, landeten bald hier, bald da, machten kleine Entdeckungsausflüge und fanden ſich ſtets durch eine gute Beute an Fiſchen reichlich belohnt. Sie hatten noch einen andern treuen Hausgenoſſen, der ſie auf dieſen Aus⸗ flügen begleitete, wenn Emilie dabei war; blieb aber die Herrin daheim, blieb auch er zurück, um ſie zu beſchützen. Dies war ein großer Neufundländer Hund, den ſie Corney genannt hatten, und der das treueſte und klügſte Thier von der Welt war. Für die armen Kinder, die jetzt aller andern Geſellſchaft beraubt waren, war er beſonders ein unſchätzbarer Spielgefährte; ja er übernahm in Abweſen⸗ heit der Mutter oft das Amt einer Wärterin, denn er verwies ihnen durch ſein Bellen ihre kleinen Unarten, oder trieb ſie zurück, wenn ſie ſich zu weit vom Hauſe entfernt hatten. l

Nach einigen Monaten trat indeſſen der Mangel an manchen Gegenſtänden ſo fühlbar ein, daß man dahin übereinkam, Stephan nach Toronto zu ſenden, um das Fehlende herbeizuſchaffen. Der treue Diener richtete ſeinen Auftrag mit Gewandtheit und Geſchicklichkeit aus. Er ward mit Jubel von den Harrenden bei ſeiner Rückkehr begrüßt, denen früher die glänzendſten Geſchenke nicht ſo viel Freude verurſacht hatten, als es jetzt die an ſich un⸗ bedeutenden und für ſie doch ſo werthvollen Gegenſtände thaten, die er auf ſeinem Pferde mitgebracht hatte, und 115 er jetzt einzeln hervorbrachte und der Familie zur Schau ſtellte. 8 f n

Als ſie übrigens nach und nach mehr Vertrauen ge⸗ wannen, wurden Stephan's Reiſen nach Toronto häufiger. Bei einer ſolchen Gelegenheit ward er einſt beauftragt,

Niemand verlor ſich in dieſe Einöde, und die von menſchlichen Weſen, die ſich ihnen während des erſten Jahrs ihres Aufenthalts hier zeigte, war ein Cande, welches ſie dann und wann auf dem See

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8. Marid Katharina Volp, des hieſigen Bürgers und

eine alte Frau mitzubringen, welche ſie während ihres Aufenthaltes dort bedient, ſich ſehr an ſie attachirt und

den Wunſch geäußert hatte, ganz und gar bei ihnen zu

bleiben. Die Frau nahm das Anerbieten mit Freuden an und Alles jubelte, als ſie in der einſam gelegenen Woh nung erſchien.(Fortſetzung folgt.)

Kirchenbuchs⸗Auszug vom Monat October. 5 Friedberg. Il! Getraute: 14. Joh. 7005 Wendel, Ortsbürger zu Horchheim und dahier wohnender Ziegler, der Katharina Wendel zu Machen ane he Sohn 4 5 Johanne Char⸗

Hor 5 Wilhelmine Diehl, des weiland Gr. Sergeanten

dahier, Joh. Diehl eheliche unverheirathete Tochter.

23. Emmerich Felix Fritz, Bürger und Büchſenmacher da⸗ hier, des weiland hieſigen Gr. Bürgermeiſters Joh. Daniel Fritz ehelicher lediger Sohn, und Henriette Caroline Katharine Mattheſius, des weiland Orts⸗ bürgers und Bäckermeiſters Joh. Kaspar Mattheſius

zu Hirzenhain eheliche ledige Tochter.

28. Heinrich Frank, Bürger zu Alzey und dahier wohnen⸗ der Kürſchner und Kappenmacher, ein Wittwer, und Mariane Müller, des weiland Gaſtwirthes Joh. Müller

zu Darmſtadt hinterbliebene eheliche ledige Tochter.

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21. Dem hieſigen Bürger und Büchſenmacher Heinrich

Engelwzeine Tochter, Eliſabethe Katharine, geb. den 11. Oktsber.

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28! Dem Oberlieutenant im 2. Bataillon des 4. Großh.

Infanterie-Regimentes Frauz Ludwig Külp ein Sohn, Emil Ludwig, geb. den 28. September

en een e een Todtenwärters Heinrich Volp eheliches Töchterlein, alt 7 Jahre, 5 Monate und 2 Tage, k den 7. Oktober.

19. Maria Urſula Scheibel, des hieſigen Bürgers und

Schloſſermeiſters Georg Scheibel Ehefrau, eine geborne Mondigler, alt 44 Jahre, r den 17. Oktober. i

24. Auguſt Valentin Scheuermann, des hieſigen Buͤrgers

und Spenglermeiſters Valentin Scheuermann eheliches Söhnlein, alt 10 Jahre, 4 Monate und 17 Tage, l T den 22. Oktober. 99 100 J 28. Joh. Philipp Ruppel, des weiland hieſigen Bürgers und Fuhrmanns Ambros Ruppel, eheliches Söhnlein, alt 1 Jahr, 6 Monate und 20 Tage, 7 den 26. Okt.

29. Maria Dorothea Rudolph, des weiland Ortsbürgers

zu Fauerbach II. und Kreisboten dahier, Philipp Ru⸗ dolph nachgelaſſene Wittwe, eine geborne Loth, alt 37 Jahre, T den 28. Oktober. 1h. 30. Das am 29. Oktober todtgeborne Tochterlein des Bür⸗ gers zu Oſthofen und dahier wohnenden Taglöhners Philipp Konrad. 1415 g Markt Bericht. Friedberg, am 14. November 1849.

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