Ausgabe 
12.9.1849
 
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ſutzte, Und mit allen nicht. Ge⸗ e mir das unwillkür⸗ wenn ſie

Uund feier 8, als ſie eden. Das icht warum.

erg herauf.

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igte ſie den

1

rief:Mein Sohn!

299

ſagte:Er wird wohl todt ſein. Das ſoll auch Einer geſchrieben haben, der ihn kannte.

Iſt dann ſein Schatz ihm treu geblieben? fragte ich.

Ach ja, erwiederte ſie; aber alle Welt ſagte:

Er iſt todt, ſonſt hätt er geſchrieben. Da hat das Bär⸗

belchen vor einem halben Jahre den Schulmeiſter geheirathet

und nun iſt er ſchon todt; ſie haben ihn eben begraben,

und es hat mir recht in das Herz geſchnitten, als ich vorbei

ging. Da ſtand die arme junge Wittwe an die halbe Thure gelehnt und ſah im tiefen Schmerz der Leiche nach. Lieb hatte ſie ihn, und er verdiente es auch,aber

was macht Ihr? fragte ſie; denn ich hatte die

Hände vor das Angeſicht gedrückt und weinte. Sie riß

mir die Hände weg, ſah mir ins bärtige Angeſicht und Mein Sohn! 1

Der alte Schmiedjacob konnte nicht mehr reden, ſo

ergriff ihn die mächtige Erinnerung. Er ſtand auf und

ging hinaus, die Frauen und Mädchen trockneten ſich ihre

3 Stunden 10

Rede,der taßburg gar e mich gern

als wollt der mir weh

and fragte

in Spanien, roßer Gel nin ages zurütlame*

ah bier det ins Herz

d ich mußt fortſahli

Thränen und die Männer blickten ernſt zur Erde. Nach einer Weile, wo Keiner in der Stube durch ein Wort die Stille unterbrochen hatte, kam er wieder und ſetzte ſich.

(Schluß folgt.)

Eine Anekdote.

Ein gelehrter Mann in England, der Dechant Swift, der ſeines Witzes und ſeiner Laune wegen großen Rufes genoß, hatte einen Bedienten, der ihm lange und treu ge⸗ dient und ihm darum beſonders lieb war, weil er auch eine ſchöne Gabe Mutterwitz beſaß. Nur einen Fehler hatte er, freilich keinen kleinen, er machte ſich's gern be⸗ quem und haßte die Arbeit.

Eines Tages wollte Swift über Feld reiten und ſagte Abends zu ihm, er ſolle morgen Alles bei Zeiten ordnen, damit er nicht aufgehalten ſei.

Als ihm der Bediente am andern Morgen die Stiefel brachte, waren ſie nicht geputzt.

Warum ſind die Stiefel nicht rein? fragte Swift ärgerlich. Der Bediente, der ſich etwas herausnehmen durfte, meinte mit einem ſchlechten Witz wegzukommen und ſagte:

Weil noch Schmutz dran iſt, Herr!

Schlingel! rief Swift,warum haſt Du ihn nicht wegemacht?

Ich dachte, verſetzte der Bediente,ſie würden auf dem Wege doch ſchnell wieder ſchmutzig.

So führe die Pferde vor! ſagte Swift.

Herr, ich habe noch nicht gefrühſtückt! rief der Diener nicht ohne Unmuth aus.

Das thut nichts, ſagte Swift,Du wirſt doch auf dem Wege leicht wieder hungrig. Alſo ſchnell!

Der Bediente merkte, daß der Spaß nun ſein Ende habe, und eilte hinab, die Roſſe vorzuführen. Swift folgte ihm auf dem Fuße und ſie ritten weg. Um ihn zu ſtrafen,

zog Swift, ſobald ſie außerhalb des Thores waren, ein

Buch hervor, ließ ſein Pferd Schritt gehen und las.

Der Bediente verwünſchte die Stiefel, die ihn um ſein Frühſtück gebracht hatten und merkte ſchnell, daß ſein Herr ihn durch dieß langſame Reiten ſtrafen wolle. Er ergab ſich geduldig in ſein Schickſal.

Bald darauf kommt ein Reiter die Straße her, ihnen tgegen. Als er den reitenden Herrn leſen ſieht, macht

er ſich über dieſe kurioſe Liebhaberei Gloſſen und denkt:

*

Wer mag der Narr ſein? Reitet zum Bedienten und fragt Wer iſt das da?

Mein Herr 1 entgegnete ärgerlich über den Naſe⸗ weis der Bediente. a N

Das ſeh' ich! rief der Fremde; aber wo reitet

Ihr denn hin?

In den Himmel gradeswegs! war des Bedienten Antwort. n

Wie ſo denn?

Nun, ſagte der Bediente,Ihr ſeht's ja, mein Herr betet und ich faſte!

Swift lachte über den Einfall laut auf, ſteckte ſein Buch in die Taſche, gab dem Pferde die Spornen und ſagte zu dem Bedienten:Spitzbube, dießmal haſt Du Dich gut aus der Klemme gezogen. Im nächſten Wirths⸗

hauſe magſt Du frühſtücken! f

Kirchenbuchs⸗Auszug vom Monat August. Butzbach.

Getraute:

19. Der Burger und Schuhmachermeiſter Johannes Ernſt

Schütz II. mit Margarethe Berg, des Bürgers und Schneidermeiſters Joh. Philipp Berg eheliche Tochter.

26. Der Bürger, Schuhmachermeiſter und Wittwer Chri⸗ ſtoph Leierzapf und Eliſabethe Klein, des weiland Bür⸗ gers und Taglöhners Gernand Klein nachgelaſſene eheliche Tochter. 85

Getaufte:

3. Dem Gr. Poſtconducteur Georg Lüdwig Zeh ein Sohn,

Alexander Anton Friedrich Auguſt, geb. den 7. Juli.

5. Dem Bürger und Schuhmachermeiſter Johann Georg

Kaiſer ein Sohn, Johannes Wilhelm, geb. den 12. Juli. 23. Dem Bürger, Rothgerbermeiſter und Mitgliede des Kirchenvorſtandes Johannes Grüninger VII, eine Toch⸗ ter, Maria Katharine, geb. den 1. Auguſt. an

26. Dem Großh. Oberaufſeher an der Eiſenbahn Philipp Pfeiffer ein Sohn, Karl Chriſtian, geb. den 13. Auguſt.

26. Dem Bürger und Schuhmachermeiſter Remigius Will eine Tochter, Katharine, geb. den 10. Auguſt.

29. Dem Apotheker Johann Heinrich Vogt eine Tochter, Roſa Fanny, geb. den 5. Auguſt.

Beerdigte:

11. Margarethe Eliſabethe, des verlebten Bürgers und Schuhmachermeiſters Heinrich Weidler nachgelaſſene Wittwe, alt 76 Jahre, 2 Monate und 8 Tage, f den 9. Auguſt.

30. Marie Eliſabethe, des Bürgers, Schuhmachermeiſters und Todtengräbers Philipp Heinrich Feldmann zweite Ehefrau, alt 54 Jahre, 7 Monate und 26 Tage, 1 den 28. Auguſt.

30. Juſtine Eliſabethe, des Burgers und Zieglers Wilhelm Zutt Ehefrau, alt 29 Jahre, 7 Monate und 9 Tage, T den 29. Auguſt.

31. Ein unehelicher Sohn, Karl Peter, alt 2 Jahre, 3 Monate und 29 Tage, t den 30. Auguſt.

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