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Directorel.
fuͤr die Provinz Oberheſſen im Allgemeinen, 8 den Regierungsbezirk Friedberg
im Beſonderen.
M 62.
Sonnabend den 11. Auguſt
1849.
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Regierungsblatt⸗Auszüge. Auszug aus dem Regierungsblatt Nr. 47 von 1849.
1) Verordnung vom 28. Juni, die gerichtlichen Koſten im münd⸗ lichen und öffentlichen Strafverfahren mit Schwurgericht in den Provinzen Starkenburg und Oberheſſen, ferner die Vergütung an Geſchworne, Sach⸗ verſtändige und Zeugen, ſowie die Gebühren der öffentlichen Anwälte betr. 2) Namens veränderungen. Es wurde geſtattet: am 15. Juni dem Adoptivſohne des Peter Wagner zu Lorſch, Johannes„Grieſemer“, künftig den Namen Wagner; an demſelben Tage dem Adoptivſohne der Wittwe des Kutſchers Hain dahier, Heinrich„Dilthey“, künftig den Na⸗ men Hain, und am 21. der Chriſtine„Arnold“ zu Grüningen künftig den Namen Fai zu führen.— 3) Dienſtnachrichten: am 13. Juni wurde dem Schulvicar Erbes zu Neubamberg, R.⸗B. Mainz, die evang. Schullehrerſtelle daſelbſt übertragen; am 16. wurde der Gerichtsacceſſiſt und Hülfsgerichtsſchreiber am Kreisgerichte zu Mainz, Weiß, zum Er⸗ gänzungsrichter bei dem Fr.⸗Ger. zu Oberingelheim ernannt; am 22. wurde dem Schullehrer Picard zu Aſtheim die 3. kath. Schullehrerſtelle
zu Biblis, R.⸗B. Heppenheim, übertragen.— 4) Geſtorben ſind: am-
24. Mai der Dirigent der Regierungscommiſſion zu Heppenheim, Pro⸗ vinz.⸗Commiſſär Prinz; am 26. der Geh. Oberfinanzrath Schmidt dahier.
Ein Kampf um Leben und Tod. (Fortfetzung.)
Das häusliche Elend vermehrte ſich; der Taglohn blieb derſelbe und die Preiſe der Lebensmittel ſtiegen mehr als über das Doppelte. Die Großmutter war wieder friſch auf, und immer hieran heftete ſich die Leidenſchaft Stephans. vorgegangen, er richtete ſich immer ſtraff auf und griff Alles keck und behende an, denn ihn ermuthigte eine Hoff— nung. Aber wie ein ſchwarzer Fleck durchſchnitt alsbald wieder das Hinderniß die ſchimmernde Zukunft. Er fand einen eigenthümlichen Troſt darin, den zur Auswanderung Entſchloſſenen in der Abwickelung ihrer Verhältniſſe und in der Zurüſtung ihrer Abreiſe beizuſtehen. Es war ihm wie damals, als er denen half, die aus dem Soldaten—
dienſte wieder an den heimiſchen Heerd zurückkehrten, ſie,
konnten Alle luſtig fortziehen, ſie hatten ein Daheim, das auf ſie wartete; jetzt aber wollte Stephan ſelber fort. Es lag ihm im Sinne, als ob drüben über'm Meere kräftige Baumſtämme und ſaftige Ackergründe ſeiner harrten und ſo zu ſagen verwundert fragten, warum er ſo lange nicht käme.
In dieſem Umgange aber mit den Menſchen, die keinerlei Arbeitspflicht mehr in der Heimath hatten, ver— ſäumte auch Stephan vielfach ſeine Obliegenheit und ver— mehrte dadurch ſeine Noth.
Und wenn er dann wieder allein bei der Arbeit war, dachte er: warum ſchlaͤgt man im Kriege Hunderte todt
Eine wunderbare Veränderung war mit ihm
und wird als ein Held geprieſen;— hier iſt ein Men— ſchenleben, das uns Alle täglich tiefer in's Elend zerrt;— ſie will ſterben, warum helf ich ihr nicht?... So dachte er und er hob den Hammer hoch in die Luft und ſchlug dann auf die Steine, daß die Splitter davonflogen; und er dachte wieder: es gibt doch nichts Schmählicheres, als auf den Tod eines Menſchen hoffen und harren; Alles lebt ſo gern, warum ſoll es denn mir aus dem Wege gehen? Nein, Du ſollſt noch leben, Alte, ſo lange Du magſt; es iſt doch gut, daß nicht alle Gedanken gleich wahr werden.
Zu Hauſe aber konnte er doch der Großmutter nicht in's Auge ſehen; er war ſich eines ſchweren Verbrechens gegen ſie bewußt. Und einſt, als er ihr mit Mißgunſt und leiſen Verwünſchungen zuſah, wie ſie ſo tapfer die Speiſe verzehrte, ward er ſich dieſes Frevelgedankens be— wußt und reichte ihr den Biſſen hin, den er eben zum Munde führen wollte.
Nicht immer aber konnte er ihr einen Biſſen vom Munde reichen, denn das bleiche Hungergeſpenſt ruhte oft auf ſeinen Lippen.
Es war kein Bettſtuͤck mehr im Hauſe, als das, worauf die Großmutter lag; alles andere war verkauft. Stephan legte ſich hungernd nieder, und deckte ſich mit ſeinem alten zeriſſenen Soldatenmantel zu. Margret hatte das Kind zu ſich genommen, ſie wollten ſich beide einander erwärmen, aber ſie fand keine Ruhe, und es war ihr, als ob es tief in ihr nach Nahrung ſchreie. Dazu kam noch der Unfriede mit ihrem Manne; ſie wollte mit ihm reden, denn Worte waren ja noch das Einzige, was ihnen gegeben war; ſie wollte ihm Alles offenbaren, aber die Kehle war ihr wie zugeſchnürt und die Jute wie vertrocknet.
Weißt Du wie es thut, woͤnn man ſich hungrig zum Schlafen niederlegt? Du wälzeſt Dich gramvoll hin und her und kannſt die Ruhe nicht finden. Schwere Gedanken zerren und reißen an Dir, wenn nicht die Noth Dich ganz ermattet hat, und kommt der Schlaf und wiegt Dich eine Weile in's Vergeſſen, Du zuckſt in plötzlichem Erwachen auf, wie von boͤſen Geiſtern aufgeſchreckt, und die nagende Pein zehrt an Deinem Leben. Grauenhafte Gebilde, die vor dem Hungernden in einſamer Nacht aufſteigen! Die ganze Welt iſt todt und ſtill, Dein Gram und Deine Noth allein wachen. Ein Fluch aus dem tiefſten Dunkel Deiner Seele will aufſteigen— Du willſt verderben— halte feſt o Herz! daß du nicht in Wuth gegen dich und die Welt eine ewige Schuld auf dich ladeſt.
Intelligenz-Blatt


