Ausgabe 
9.6.1849
 
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ar de Provinz Oberheſſen im Allgemeinen, ö den Regierungsbezirk Friedberg

im Beſonderen.

Sonnabend den 9. Juni

M. Al.

1849.

Californien, das neue Eldorado. (Schluß.)

Colonel Maſon beſchreibt das Verfahren beim Gold waſchen mit Maſchinen folgendermaßen:die Wiege, wie man es nennt, iſt auf zwei Schaukelbohlen von 68 Fuß Länge angebracht, die am Boden offen ſind und oben am Kopfe einen groben Roſt oder ein Sieb haben; der Boden

iſt abgerundet und in der Quere mit kleinen Rinnen be⸗

nagelt. Zum Betrieb dieſer Maſchine ſind vier Männer erforderlich: der Eine gräbt den Grund der Uferbank hart am Strome auf, ein anderer trägt dieſen nach der Wiege und leert die Erde auf den Roſt; ein dritter verſetzt die Maſchine in heftige Schaukelbewegung, während ein Vierter aus dem Fluſſe ſelbſt Waſſer darauf ſchöpft. Das Sieb verhindert das grobe Geſtein am Eintritt in die Wiege, das ſtrömende Waſſer wäſcht die erdigen Beſtandtheile aus, und der Kies wird allmählig am Fuße der Maſchine her⸗ ausgeſchafft, während das Gold, mit einem ſchweren feinen ſchwarzen Sande vermiſcht, in den Kerben der Querſtäbe zurückbleibt. Der Sand mit dem Gold darunter werden dann ſorgſam geſammelt, in der Sonne getrocknet und das letztere dadurch von dem tauben Geſtein abgeſchieden, daß man den Sand mit einem Blaſebalg davon bläst. Eine Bande von vier Männern, welche das Geſchäft auf dieſe Weiſe unter ſich vertheilen, verdient an den unteren Gold gruben ungefähr 100 Dollars per Tag. Ein einfacheres Verfahren, wie es von Einzelnen betrieben wird, beſchreibt Mr. Larkin folgendermaßen:Wenn ein Goldgräber ohne Waſchmaſchine einen oder zwei Fuß Grund unter der Humusfläche des Bodens(welche ebenfalls von Manchen ausgewaſchen wird), am Waſſer ausgegraben hat, ſo wirft

er es in eine Blechpfanne oder in einen hölzernen Trog,

bringt dann das Gefäß etwa einen Zoll unter Waſſer und rührt die erdige Maſſe ſo lange mit der Hand um,

die Strömung die leichteren erdigen Beſtandtheile da

vonführt, wobei er gelegentlich mit den Händen die kleinen Steine und Kieſel herauswirft. Hat dann die Operation nahezu eine halbe Stunde gewährt, ſo bleibt etwa ein Löffel voll ſchwarzer Sand zurück, der auf einem Tuch in zer Sonne getrocknet und dann abgeblaſen wird, wobei das gediegene Gold zurückbleibt. Dieſe Arbeit iſt frei lich die minder lohnende und mühſamere.

Die Größe des gefundenen Goldſandes, ſagt er weiter,hängt einigermaßen von dem Fluſſe ab, aus wel

chem es genommen iſt, indem die Ufer des Einen größere Körner fuͤhren, als die des anderen. Ich glaube, daß bei der gegenwärtigen leichtfertigen Manier des Goldwaſchens ſowohl in Maſchinen als in Kufen mehr als die Hälfte der Ausbeute verloren geht; allein daran liegt den Gold⸗ wäſchern Nichts, die nur auf den jetzigen Augenblick be⸗ dacht ſind. Viele arbeiten in Banden von 34 und mehr mit plumpen Maſchinen; aber eine weit großere Zahl ſteht einſam da und behilft ſich mit der Wäſche aus freier Hand mit einem hölzernen Napf oder einer Blechſchüſſel, die in den Vereinigten Staaten höchſtens 15 20 Cents koſten würden, hier aber mit 816 Dollars bezahlt werden.

Der neue offizielle Bericht der amerikaniſchen Regie⸗ rung iſt vom 29. Auguſt und rührt von einem Geistlichen her, dem Rev. Walter Colton, früherem Alcalden von Monterey. Er ſpricht ſich im ſelben Sinne aus wie Colonel Maſon, ſagt aber ausdrücklich, die Berge ſelbſt ſeien noch reicher an Gold, und man finde es dort manchmal in rauhen zackigen Stücken, von/ bis ½ Unze Gewicht, manchmal aber auch bis zu drei Unzen. Die Goldregion nimmt, in Folge von neuen Entdeckungen, täglich noch an Umfang zu, und Mr. Colton ſagt beſonders, es treiben ſich viele Leute in den Bergen herum, welche den Boden nur anſchürfen oder wie Schweine aufwühlen, die nach Erd nüſſen ſuchen; ihre Ausbeute ſoll 1-10 Unzen täglich be⸗ tragen, und die Unze gilt 1618 Dollars. Von Anderen weiß Mr. Colton beſſere Reſultate zu berichten. Ein Mann, der 60 Indianer beſchäftigte, ſoll eine ſo günſtige Ausbeute gehabt haben, daß er jede Minute einen Dollar Einkünfte an reinem Gewinn hat.»Ich kenne ſieben Männer, ſagt Mr. Colton,welche ſieben Wochen und 2 Tage lang(die Sonntage ausgenommen) mit 50 Indianern am Federfluſſe arbeiteten, und während dieſer Zeit 275 Pfund gediegenen Goldes erbeuteten. Ich habe dieſe Ausbeute ſelbſt geſehen. Zehn Audere, welche ohne Indianer ar- beiteten, verdienten in zehn Tagen mit einander 15,000 Dollars. Ein anderer fand in einem einzigen Neſte im Ge⸗ ſtein das nicht großer war als ein Waſchbecken, binnen einer Viertelſtunde verſchiedene Goldklumpen im Gewicht von 3 Pfund. All dieſe Angaben ſind mir beſtätigt von Männern die ich perſönlich kenne, von ſchlichten, praktiſchen, glaubwürdigen Leuten, die eine Goldſtufe ebenſo kaltblütig anſchürfen, als ein anderer die Stufe in einem Kartoffel feld. Mr. Colton ſchätzt den Ertrag der Goldwäſche reien, wie ſolche jetzt betrieben werden, auf ungefähr Eine Million Dollars monatlich. In Folge des allgemeinen