Ausgabe 
9.5.1849
 
Einzelbild herunterladen

a 2 8

S2 18

S

*

S

D

Intel

Inu ine n

194 71

n dun 50e. für die 0 e, Provinz Oberheſſen 55 it Allgemeinen, e den Regierungsbezirk Friedberg

im Beſonderen.

N 36.

Mittwoch den 9. Mai

1845.

Amtlicher Theil. Die Großherzoglich Heſſithe Regierungscommiſſion des Regierungsbezirks Friedberg

an die Gr. Bürgermeiſter ſowie an die Gr. Gens⸗ darmerie des Regierungsbezirks.

Betreffend: Arretirung des Johannes Schäfer von Steinau.

Sie erhalten hierdurch den Auftrag, nach dem Rubri⸗ katen, welcher eines Diebſtahls zum Nachtheile der Wittwe Raab zu Frankfurt verdächtig, genau fahnden zu laſſen, resp. zu fahnden und ihn im Betretungsfalle zu verhaften

und hierher abzuliefern.

Friedberg den 1. Mai 1849. n

Perſonal⸗Beſchreibung:

Alter: circa 37 Jahre. Größe: 5 5 rhein. Haare: röthlich, gelblich. Augen: blau. Augen⸗ braunen: blond. Naſe: dick, kupfrig. Bart: röth⸗

lich, rings um die Backen und das Kinn herum. Zähne: gut. Geſicht: etwas vorſtehende Backenknochen. Ge⸗ ſichtsfarbe: vertrunken, kupfrig. Statur: breitſchultrig. Kleidung: Blauer Kittel, leinene Hoſen, dunkele Mütze.

Lebensbilder aus demfernen Weſten Vordamerika's. (Fortſetzung.)

Es war nun nahezu Mitternacht, dunkel und nebelig, und die Wolken, die von den hohen Gräten und Spitzen der Felſengebirge oſtwärts zogen, verdunkelten vollends das trübe Licht, das ein paar flimmernde Sterne zur Erde ſandten. Als die leichteren Dünſte von den Bergen ſchwanden, folgte ihnen eine dicke ſchwarze Wolke und ließ ſich über die höheren Spitzen der Bergkette nieder, die im Düſter der Nacht kaum zu unterſcheiden waren, während flockige Regenwölkchen den ganzen Himmel über⸗ zogen. Ein hohler kläglicher Ton ſchlich ſich durch das Thal und die oberſten Aeſte der Baumwollenbäume mit ihren welken Zweigen begannen im erſten Hauche des her annahenden Gewitters zu rauſchen. Große Regentropfen fielen von Zeit zu Zeit in's ziſchende Feuer, und praſſelten

auf die Felle nieder, mit welchen die Jäger raſch ihre Waffen und ihr blosgeſtelltes Gepäcke bedeckt hatten. Die Maulthiere im Lager nagten raſch und gierig das Gras um die Pfähle herum ab, an welche ſie gebunden waren, als wüßten ſie daß das aufziehende Gewitter bald ihr Weiden unmöglich machen werde, und zogen ſchon das Kreuz ein, wenn der eiskalte Regen auf ſie niederfiel. Die Prairiewölfe wagten ſich naͤher an's Lager, und in der Verwirrung, welche durch das Bemühen der Trapper entſtand, die gefährdeten Stücke ihres Gepäckes zu retten, gelang es ihnen, manches Stück Fleiſch von den Gerüſten zu ſtehlen, wie aus dem eigenthuͤmlich kläglichen Geheul zu entnehmen war, womit ſie ſich um die geſtohlenen Biſſen ſtritten. Sobald Alles gehörig beſchützt war, machten ſich die Männer daran, ihre Betten herzurichten; diejenigen, welche ſich kein Obdach unter einem Schuppen oder einer Hütte aus Baumzweigen errichtet hatten, ſuchten wenigſtens unter der Leeſeite ihrer Gepäckhaufen und Sättel einige Zuflucht; während Killbuck, der ſelbſt derartige Vor⸗ ſichtsmaßregeln für ſeinen Körper verachtete, ſeinen Büffel hautmantel auf den bloßen Erdboden ausbreitete und ſeine Abſicht kundgab, Alles, was kommen möge, ohne Weiteres hinzunehmen. Nachdem er einen erhöhten Ort gewählt, zog er ſein Meſſer und grub damit ringsum Abzugsgräben für das Waſſer, damit ſeine Päcke wenigſtens trocken liegen, ſchlug die Buͤffelhaut aus einander, legte unter den oberen Theil einen großen Bachkieſel, den er vom Feuer geholt, als Kopfkiſſen für ſich, deckte noch eine Haut da rüber, und oben drauf einen jener Navajo-Teppiche, die für waſſerdicht gelten. Dann legte er Pulverhorn und Kugeltaſche ab und ſchob ſie unter den Teppich, um ſie trocken zu erhalten, deckte ſie gut zu, zündete dann ſeine Pfeife an der ziſchenden Gluth des halbverlöſchten Feuers an, und machte die Runde bei den angekoppelten Thieren, empfahl der Wache vor dem Lager Vorſicht und offene Augen, weil ſie noch vor Tage Pulver zu riechen bekämen, kehrte dann zum Feuer zurück, das er mit ſeinen Mocaſſinen noch einmal aufſtorte, hockte ſich an demſelben nieder, und entſpann ein wehmüthiges Selbſtgeſpräch.

Dreißig Jahre ſchon hab' ich mich in dieſen Bergen herumgetrieben von dem Hauptſtrome des Miſſoura bis hinunter nach Süden, wo der Gila vertrocknet, ſagte er halblaut.Hab' wahrlich viel gefangen und manch Hun dert Pack Biberfelle derweile verhandelt. Was hab' ich aber damit gewonnen und wo ſind die Dollars, die ich jetzt in der Taſche haben ſollte? Was ſoll am Ende draus

1

igenz-Dlatt

1 93 1 . * 1