Ausgabe 
8.8.1849
 
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Tagelang ging nun Setphan umher und hegte den Gedanken an das Leben in der neuen Welt in ſich.

Ein Menſch, der den Gedanken der Auswanderung über ſich kommen läßt, iſt wie ein Baum, der plotzlich aus ſeinem Erdreiche geriſſen wurde; die Wurzeln, die im Dun⸗ kel ruhten, liegen zu Tage und es iſt leicht möglich, daß er verkommt und verdorrt, bevor er neuen Grund gewinnt.

Mit Margret redete Stephan kein Wort von ſeinem Vorhaben. Ganz allein wollte er den Plan vollenden. Auch kannte er wohl die Hinderniſſe, die der Ausführung entgegenſtanden, und erſt wenn dieſe beſeitigt waren, wollte er mit der fertigen Zurüſtung hervortreten. Er dachte immer, hier zu Lande könne er kein rechter Mann werden, das werde erſt in der neuen Welt recht angehen. Es war ihm, wie wenn er jetzt erſt zu ſeiner Manneskraft erwache und allerdings war dies in gewiſſem Sinne der Fall. Er fand einen gewiſſen Stolz, ein Selbſtgefühl darin, ohne Dreinreden eines Andern Alles abzumachen;z aber er ſollte es erfahren, wohin man gelangt, wenn man ſich von den Menſchen entfernt, die uns zu eigen gegeben ſind, und wie er einem Abgrund entgegenſtürzte.

Margret ihrerſeits hegte auch ein neues Leben in ſich und ſie wagte nicht, ſolches Stephan zu offenbaren. Er war ihr doch vor Gott und der Welt angetraut, und ſie weinte im Stillen, als müßte ſie eine Schande ver- bergen. Sollte ja mit dem neuen Leben neuer Kummer in's Haus kommen; hatte doch Er den Tod des älteſten Kindes mit einem Kaltſinn ertragen, als wäre ihm dadurch nur eine Laſt von der Schulter genommen. So waren zwei Menſchen, ſo nahe verbunden, unter demſelben Dache, wie durch Meere getrennt.

Bei ſeiner Arbeit ſchüttelte Stephan den Kopf, als ſäſſen ihm Bremſen im Gehirne, dann hielt er bisweilen Minutenlang einen Stein unter dem Fuße und vergaß ihn zu zerſpalten, ſo ſehr hatte er ſich in Gedanken ver⸗ loren. Die Zeit kam ihm dabei unendlich lange vor, denn ihm fehlte noch das einzige Kleinod, das er ſich durch alles Elend erhalten hatte, ſeine Sackuhr. Um die Begräbniß⸗ koſten zu beſtreiten, hatte er ſie zwar nur verpfändet, aber er wußte, daß er ſie nie wieder einlöſen könne; es war ihm, als ob er dadurch ein Stück von ſeinem Weſen ver⸗ loren habe. Es war ihm faſt, als ob nach und nach ſeine Gliedmaßen ſich ablöſ'ten, als ſpürte er die Verarmung leibhaftig an ſich. Sonſt hatte er oft Tagelang nicht nach der Uhr geſehen, jetzt war's ihm zu Muthe, als fehlte ihm ein Theil von ſeinen Sinnen. Wenn es im Dorfe eine Stunde anſchlug, hielt er inne um zu wiſſen, welche Zeit es ſei, als ob er das ganz genau im Kopfe haben

müſſe und ſonſt nicht leben und arbeiten könne. Strich der Wind ſo, daß er keine Glocke vernehmen konnte, ſo kam es ihm vor, als ob er in tiefer Wildniß, fern von allen Menſchen wäre, und dann dachte er wieder: ſo wird es einſt auf deinem Gute in Amerika ſein, da gibt es keine Dorfuhr mehr, da läutet keine Glocke da mußt du dir ſelber die Zeit bemeſſen und dir Alles ſelbſt richten. Waren einmal die Gedanken auf dem Neubruch im Ur⸗ walde, ſo kam ihm jeder Schlag, den er hier noch auf die Zerſchellung eines Steines wendete, wie eine unnütze Ver⸗ ſchweudung vor; für ſein eigen Gut wollte er arbeiten und nicht blos für kärglichen Tagelohn. Und einſt griff er wiederum nach der Taſche, wo er ehedem die Uhr hatte, und er dachte wenn das Bett der Großmutter frei wird, da kann man die Uhr dafür einlöſen. Es war ihm plötz⸗ lich, als ob ſeine Gedanken der Großmutter die Kiſſen unter dem Kopfe wegzögen, er lachte unwillkürlich und weiter jagte ſein böſer Geiſt mit ihm davon. Der Tod der Großmutter war fortan ſein einziges Dichten und Trachten. So lange ſie lebte, konnte Margret nicht in die Auswanderung willigen; auch hätte Niemand das Häus chen gekauft, darauf die Großmutter noch ein Leibgeding⸗ recht hatte.

Eines Sonntag Morgens war Stephan der erſte, der die Kirche verließ, draußen aber ſtand er wie ange⸗ wurzelt feſt; er ließ alle Kirchgänger an ſich vorübergehen, betrachtete ſie ſtarr und dachte, was der und jener dazu ſagen würde, wenn die Großmutter plötzlich ſtürbe.

Zu Hauſe war er faſt immer ſtumm und brauſte nur bisweilen im Jähzorn auf, das Kleinſte machte ihn ärger lich; er haderte mit der Welt, weil er mit ſich haderte.

Es iſt Dir wohl auch ſchon vorgekommen, daß Du Tage und Wochen lang in der Welt umhergingſt und kaum etwas davon ſahſt, denn Deine Seele war ein ein⸗ ziger Gedanke, der Dir überall entgegenſchaute; wie in einem Taumel lebteſt Du da, Alles iſt Dir fremd und Du ſelbſt biſt Dir faſt fremd geworden, und was Du endlich thuſt, es kann entſcheidend für Dein ganzes Leben ſein, Du thuſt es kaum mehr mit hellem klarem Willen. Wohl Dir, wenn es ein rechtſchaffener Gedanke war, der ſo Dich aufgenommen, Dich zu Thaten ermuthigte und ſtärkte, die über Deine ſonſtige ſchwache Kraft hinausreichten.

Stephan beſuchte noch allabendlich die Vorleſungen des Lehrers, aber er hörte wenig mehr davon; er ſaß da, aber ſeine Seele war weit weg und rang einen ſchmerz lichen Kampf. Margret merkte wohl, was mit ihm vor ging, aber das Letzte ahnte ſie doch nicht.

(Fortſetzung folgt.)

Bekanntmachungen von Be⸗ hoͤrden.

N

Aufforderung.

(IIS, Der Schullehrer Philipp Baumann zu Bruchköbel hat unterm 2. März 182 zu Gunſten des Profeſſors Ph. O. Zipf dahier eine Schuld⸗ und Pfandverſchreibung über 625 fl. errichtet. Das Capital iſt an den Secretär Ihm zu Frankfurt a. M. als Ceſſioner des urſprüng⸗ lichen Gläubigers beſcheinigtermaßen am 26. November 1839 abgetragen, die Urkunde konnte jedoch, da ſie angeblich abhanden gekommen nicht zurückgegeben werden. Auf den Antrag von Betheiligten wird nun hierdurch der unbekannte Beſitzer derſelben aufgefordert, unter Vorlage derſelben den 2. Oktober l. J., Vormittags 11 Uhr, ſeine etwaigen Anſprüche daraus dahier um ſo gewiſſer geltend zu machen, widrigenfalls die Forderung für erloſchen und das deßfallſige

Pfandrecht in den betreffenden Hypothekenbüchern gelöſcht werden wird. Hanau den 14. Juli 1849. Churfürſtliches Landgericht Gi lger. vdt. Moltorff.

Gläubiger- Aufforderung.

(1192) Jacob Sauter von Rödelheim be⸗ abſichtigt mit ſeiner Familie nach Amerika aus⸗ zuwandern. Rechtsanſprüche an denſelben ſind binnen 4 Wochen bei Großherzog. Heſſiſchem Landgerichte zu Rödelheim anzumelden, gegen⸗ falls die Entlaſſungsurkunde ertheilt werden wird. Friedberg den 27. Juli 1849. Die Groß. Heſſ. Regierungs⸗Commiſſion des Regierungsbezirks Friedberg e eee

Edictalladung.

(1208) ueber das Vermögen des Tobias Thaler von hier, das nur in 483 fl. 20 kr. beſteht und das, einſchließlich der Illatenforderung

der Thalerſchen Ehefrau, mit 5127 fl. über⸗ ſchuldet iſt, hat Großherzogl. Hofgericht den Concurs erkannt. Forderungen und Anſprüche jeder Art an jene Vermögensmaſſe ſind Mittwoch den 17ten Oktober d. J., Morgens 9 Uhr, bei Vermeidung Ausſchluſſes vor derſelben, hier geltend zu machen. In dem⸗ ſelben Termin ſoll auch die Güte verſucht und ein Maſſecurator ernannt werden. Die aus⸗ bleibenden Gläubiger werden in beiderlei Be⸗ ziehung als den Beſchlüſſen der Mehrheit der erſcheinenden beitretend behandelt werden. Friedberg den 30. Juli 1849. Großh Heſſ. Landgericht Hof mann. Strohlieferung. (1209) Die Lieferung von 150 Gebund Rog⸗ genſtroh ſoll auf dem Wege der Soummiſſion an den Billigſtfordernden veraccordirt werden. Luſttragende zu dieſer Lieferung haben ihre For⸗ derungen in die vor dem Lazarethbüreau ange⸗ brachte Summiſſionenkapſel niederzulegen. Näch⸗