Ausgabe 
6.10.1849
 
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bedienen, wenn ſie es wagen ſollten, den Finger gegen ſie

zu erheben. Mittlerweile plünderten die andern Texaner

den rancho und gelobten Rache, wenn ihnen nicht alles Geld, was er enthalte, ſogleich ausgeliefert würde. Als der ranchero erklärte, daß er keinen Peſo an Silber be ſitze, ſo bedienten ſie ſich ſtärkerer Mittel, um ihn zu noͤthigen, die Lokalität ſeiner Schätze zu verrathen. Sie befeſtigten die Schlinge eines Laſſo um ſeinen Hals, war⸗ fen das andere Ende derſelben uͤber einen ſtarken Wage

balken und indem drei oder vier darauf traten, holten ſie

ihn zwei- bis dreimal in die Höhe, jedesmal ihn wieder zur Erde fallen laſſend. Vergeblich ſchrie der Unglückliche, deſſen Antlitz geſchwöllen war, um Erbarmen.Gib den Goldſtaub her, Gelbgeſicht! war Alles was er zur Antwort erhielt. Wiederum ließen ſie den unglücklichen Mexikaner zur Erde fallen, diesmal trugen ſeine Beine den Körper nicht mehr, er ſtolperte mit ſeiner ganzen Schwere gegen das Tau und als die Texaner daſſelbe plötzlich losließen, fiel er auf das Geſicht und war todt.

So hatten innerhalb dreier Stunden dieſe blutigen Ungeheuer eben ſo viel Menſchen das Leben genommen und wären jetzt zu noch ferneren Grauſamkeiten gegen die Perſonen des ranch geneigt geweſen, wenn nicht etwas eingetreten wäre, was ihre diaboliſchen Abſichten vereitelt hätte. Bei dem erſten Erſcheinen der Buſchklepper waren die ⸗meiſten Männer geflohen, indem ſie die Weiber und Kinder der Gnade der Fremden überließen, in der Hoffnung, ſie würden ihnen nicht zu arg mikſpielen. Sie hatten ſich ſogleich nach der Gegend aufgemacht, wo, wie ſie wußten, General Urrea's Kavallerie poſtirt war, und benachrichtig⸗ ten dieſe von der iſolirten Lage des rancho, zugleich bitr⸗ tend, man möge ihm zu Hülfe kommen, da er bald zerſtört ſein werde, wenn er in den Händen der Buſchklepper bliebe. Augenblicklich wurde ein Detachement von 200 Mann ab⸗ geſandt und mit dieſem kehrten die Söhne und peones des ranchere von Agua Sarca zurück. Einige hundert Schritt vor dem Thore war der erſte Gegenſtand, welcher ihnen in die Augen fiel, das Mädchen Candelaria, die auf einem Stein am Wege ſaß, indem ihr langes Haar auf⸗ gelöſt um die Schultern hing; ihr Antlitz war weiß wie Schnee und ein faſt wahnſinniger Ausdruck lag auf dem⸗ ſelben. Ihre Kleidung erſchien in noch größerer Unordnung, der obere Theil derſelben war gänzlich von den Schultern getiſſen. Sie blickte weder auf, noch verrieth ſie durch irgend etwas, daß ſie am Leben ſei, bis Einer, ihr Gelieb⸗ ter, herbeikam, ihre Hand ergriff und zärtlich ſie fragte, was ihr fehle. 14 919

Lome tocas(berühre mich nicht), erwiderte das Mädchen, ihm in's Geſicht ſchauendz Fate Jie el v non so como era! Ah, Dios mio, que estoy ahorn desdichada yinſeliz!(fort von mir, Miguel, ich

ihr, ſie möge ſich nicht fürchten, er werde noch zwölfe ſo bin nicht mehr, was ich war. Ach, mein Gott, wie un⸗

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glücklich bin ich jetzt!) enn

issima! murmelte Miguel zähneknir⸗ ſchend und mit den Worten:presta me auzilio! chilf mir!) ließ er die Hand des Mädchens los und ſprengte

in das Thor hinein, bevor ſeine Kameraden ihn zuruͤck halten konnten. wieder heraus, einen Texaner auf dem Boden nach ſich 40 ſchleppend, der die Schlinge ſeines Laſſo um den Hals

In der, nächſten Minute galoppirte er

hatte. Sich auf die Ebene begebend, ſprengte er fort auf die ſteinigſten Wegen, den Leichnam des Texaners noch nach ſich ſchleppend, nachdem deſſen Haupt längſt ſchon durch die Steine, mit welchen es zuſammengeſtoßen, in

Stücke zerſchmettert war.

Die Buſchklepper innerhalb des rancho ſtürzten, als ſie dieſe kühne That gewahr wurden, hervor, ohne an ihre Waffen zu denken und wurden ſogleich von den wüthenden Mexikanern getödtet. Dem Anführer und noch einem gelang es, den corral zu erreichen, ſte beſtiegen zwei Noſſe, welche geſattelt daſtanden, ſchwangen ſich in den Sattel und ſuchten zu entkommen. Die Thür ſtand voll von Mexikanern, und obgleich der Haufe zurückwich, als Smith mit einem Piſtol in der Hand heraustrat und es auf die Menge abſchoß, ſo wurde doch zu gleicher Zeit eine Menge Laſſo's geworfen und ſchwirrten durch die Luft, ſo daß bald Roß und Reiter zu Boden fielen. Smith verſuchte es eine Zeitlang, wieder auf die Beine zu kom⸗ men, er zog ſein Meſſer hervor und zerſchnitt die Faden des Laſſo, auch holte er wüthend aus mit dem Säbel, auf Alle innerhalb ſeines Bereiches. Sein Gefährte lag ſchon auf dem Boden und ähn ſelbſt warf bald eine Lanze, welche ſeinen Hals durchdrungen, nieder, und trotz ſeines Wider⸗ ſtrebens würde Smith bald wieder mit dem Läſſo umſtrickt und ein Dutzend Säbel(tauchten ſich in ſein Blut. Als einige Tage ſpäter ein Detachement von Victoria kam, um die Buſchklepper zu befreien, ſo war nichts von ihnen mehr da, als ihre gebleichten Knochen, an welchen die Wölfe ſich weidlich regalirt hatten. 1 5

(Erheiterungen.) Markt erich.

0 2 Friedberg, zam 3. Ottober 189. 0 5. 2 85 a a An N Aufgefahrenſ Verkauft h e Gattung.] wurden wurden 4 e ei ft(ltr.)(Mlbtr.),, f 0 kr. e beer, ge e ee ern e. 4 J 50 Gerſte!. 130215 1 3% p 40 Hafer.. en Erbſen. 5 1 l 4 4 14 Kartoffelnn 3 111 5

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Bekanntmachungen von Be⸗ heren. h Edictalla dung. 5

(1490) Nachdem der Ziegler Wilhelm Strauch aus Niederrodenbach ſeine Inſolvenz angezeigt hat, ſo iſt Termin zur ſummariſchen Schulden⸗

werden.

gehörig Bevollmächtigte ihre Forderungen anzu⸗ melden und die weitern Handlungen insbeſondere bezüglich der Wahl eines Maſſen⸗Curators und der Schritte zur Abwendung des förmlichen Con- curſes vorzunehmen, widrigenfalls die nicht er⸗ ſchienenen Gläubiger als dem Seſchluſſe der Mehrzahl der erſchienenen beigetreten angeſehen

Hanau am 22. September 1849. 0 Kurf. Heſſ. Lanpgericht

Heinrich Bender' ſchen Immobilien nochmals meiſt⸗ bietend verſteigert. 1 Friedberg am 26. September 1849. Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter 0 Ben die nun

Wald Verſteiget un g. (1432) Der Autheil der Gemeinde Beien⸗

heim an der ſ. g. Bingenheimer-Mark in der Wetterau, 220 Morgen 68[◻Klftr. Gr! Heſſ.

Liquidation auf a 5 Co ſt eur 8 5 N un nan 52 110 5 4100 1112 Magßes haltend, ſol! 1,( den 19. k. M., Morgens 10 Uhr, 0 1 12 1% mi Moltorff. Montag den 15. Oktober b. 3, Motgens als Contumazirſtunde angeſetzt worden, welches u mann e eee eee

ſammtlichen Gläubigern deſſelben hiermit mit der Aufforderung bekannt gemacht wird, im ge⸗ dächten Termine entweder in Perſon oder durch

3 f 8 5Hun eile 11 hr, 1 5 f 2 eue i ger 1 n 151 mo lſtbietend in dem Trapp'ſchen Gafthauſe zu (1477) Montag den 8, Oktober, Morgens ö zum 9 Uhr, werden in hieſigem Rathhauſe die] Kaufliebhaber hierzu eingeladen.%%% 4

Ftiedberg verkauft werden, und werden die