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2 e Ithändel.
Ein nicht geringer Theil der Parlaments⸗Herren in Frankfurt iſt in großer Rathloſigkeit. Es ſind dies die ſ. g.„Halben, die„CEen⸗
na, die in der Mitte ſitzen und bald mit der rechten, der linken Seite des Hauſes ſtimmen. Sie wiſſen heuer nicht recht, wo ſie ihr Eichen hinlegen ſollen: ob ſie für einen erblichen deutſchen Kai⸗ ſer, oder für einen deutſchen Wah'kaiſer, oder ſür 3 deutſche Kalſer oder für gar keinen deutſchen Kaiſer ſtimmen ſollen. Bald iſt es die eine, bald die andere von dieſen gewiß einer ſo großen Zeit eutſprechenden großen Ideen, die ſich in ihrem Oberſtübchen in Bewegung ſeßt.“ Wenn nun die kalte Witterung nicht etwas auf dieſen Ideengang einwirkt, ſo kann es leicht geſchehen, daß beim warmen Frühlingswetter die wirkliche Ab⸗ ſtimmung bei vielen dieſer Herren Sorge, Kumnier, Reue und wer weiß was noch all nach ſich zieht.— Der Würtemberger Miniſter Römer ſoll mit einer ziemlich ſtarken Partei gegen einen erblichen Kaiſer ſein. Die Rechten wollen den Preußen⸗König zum von den Fürſten erkorenen Kaiſer, die Linken einen einfachen deuͤtſchen Bürger, gleichviel ob Fürſt oder geweſener Unterthan, zum durch die National⸗Verſammlung auf eine beſtimmte Zeit gewählten Präſidenten oder Kaiſer des vereinigten Deutſchlands. Vielleicht ſiegt keine Partei, denn es bleibt in unſerer Zeit gar oft„beim Alten.“— — Inn Preußen fängt bereits die Wahlbewegung zur neuen köiglie en(Y Kammer an. Das Volk ſucht Männer, die für ſeine
8 den und handlen, hinein zu bringen, die Regierung
ditto für ihre Pläne.„Die Mehrheit ſiegt!“— Fehlgeſchoſſen,— oft duch die Minderheit. Dies lehren uns wenigſtens die Fabeln vom Fuchs und ſeinen Diebſtählen. Die Regierung iſt die Minderheit und das Volk die Mehrbeit. Wer iſt aber der Fuchs?— Liſt— auch obne Weidberliſt— geht über Alles, wie ihr wißt!— Jacobi, der als preußiſcher
bgeordneter im Jahr des Heils 1848 dem Konig von Preußen ſagte: das iſt das Unglück der Könige, daß ſie die Stimme des Vol⸗ kes nicht hören wollen,— wird in Königsberg und wahrſcheinlich auch in Berlin gewahlt.. 1 a 0 e Der abgedankte und der wirkliche Kaiſer von Oeſtreich haben den Großfürſten Konſtaͤntin von Rußland(12) zum Beſuch. Der höchſt zu vetehrende Gaſt ſoll pei dem Alten weinen und bei dem Jun⸗ gen. lachen, dem Ferdinand einen Condolenz-, dem Joſeph einen Gra⸗ 1 machen. Ex ſoll vielleicht auch moch manches Andere, wa
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aber nicht weggeſagt werden darf.— Im Jahr 1848 hat Oeſtreich 3 ill. Einnahmen, und 156 Mill. Ausgaben gehabt. Daneben nuch Mill. undedenkliche Ausgaben,— bleiben für dieſes erſte Jahr det; deutſchen Freiheit(2 zu decken: nur 67 Mill.! Dadei iſt die
Ausgabe für das Milſtar nur wie in einem gewöhnlichen Jahr berechnet.
90 ei e er der öſtreichüſche Antheil für die Heitzung der Pauls⸗ 0 6nd“ vie Gelder für die Or den, die anſtändiger Weiſe der Tr Völker“ Begllicküngs⸗FJürſt Windiſchgrätz und der Erbaten-Häuptling Jella⸗ chich erhalten, und noch ſo manche geheime Unterſtutzungsgelder. Doch dies ift Wes eine Baggtette für ein,„Volk, das Geld har. 8 400 deutſche, Reichsarmes.(70% ieht, wieder, gen Schleswig⸗ Hulſte ln der füchktbare Dalnenkönig küſtet ſich zum Vernichtüngskyiege geen das Leruneinigte Drütſchlans.— Die Heffen-Homburg'ſche Dtugoner ſollen bereits Marſchordre nach Flensburg! erhalten haben.— J Den italieniſchen Römern iſt der Pabſt Pius IX. zu conſti⸗ tutionell, dem König Wilhelm von Stuttgant ſoll der Römer zu cone ſtltutlonell ſein. Nutzanwendung: Es iſt nicht allen Leuten recht zu machen. In Frankreich hat ſich die Thale und Bergpartei in der National⸗Verſammlung veteinigt, um gemeinſam etwaigen Throngelüſten des Präſidenten der Republifgenergiſch entgegen zu treten. Es iſt dies die gemäß igſte und äußerſte Linke in dem franzöſiſchen Parlament. Die Na⸗ men Thal und Betg datiren aus dem Jahr 1792, wo in dem Sitzungssaal der franzöfiſchen Natlonal⸗Verſammlung die Bergpartei, die äußerſte Linke erhöhte Sitze inne hatte. Die Thalpartei, oder die Partei der„Ebenen, des„Sumpfes die gemäbigte Linke hieß auch Gironde, ſo genannt nach der Heimathsprovinz ihrer bedeutendſten Führer, dem Departement der Gironde.— Der jetzige Führer der gemäßigten Linken iſt Ledru⸗ Rollin, ein Mann von großer Reduergabe und Deutſchland befreundeter Gefinnung. Letztere bewies er durch eine begeiſterte Rede auf unſeren
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die Zuhörer beſtimmt, aber leider gewährte dieſer Thell des bald mit ö
R. Blum, die er nach jener Trauerkunde bei einem politiſchen Banquett
in Paris vor über 3,000 anweſenden Mannern hielt. Er war der dritte unter den Höchſtbeſtimmten zur Präſidentſchaft für, die Republik und hätte eine bedeutendere Stimmenmehrheit als jetzt erhalten, wenn nicht ein großer Theil ſeiner politiſchen Geſinnungsgenoſſen ihre Stimmen Napoleon gegeben hätten, um durch den Napoleoniden den Zopf⸗-Präſtdenten Cavaingnac zu ſtürzen.— Auf Napoleon kann Ledru-Rollin folgen.—
Bezirksrath). J(1. Sitzung.) Es war am Mittwoch, den 3. Januar, als ſich morgens 10 Uhr die Mitglieder des Bezirksraths in dem altehrwürdigen Saale des
2 7 7 5 ), Die Bezirksraths⸗Verhandlungen, deren Mittheilung im Auszug wir einigen Be⸗ zirksraths⸗Mikgliedern zu verdanken haben, werden wir 8 Pe Leſern regelmäßig zugängig machen. Die Redgetion.
N* 7 8 N N 1 einſt freienreichsſtädt ſchen Rathhauſes verſammelten, um ihre Thaͤtigkeit als Bezirksräthe zu beginnen. Der größere Raum des Saales 1 für
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locals ein düſteres Bild des in Friedberg vorhandenen Sinnes für
38 1 8 neue, aus dem Volkswillen hervorgegangene, der Oeffentli e.
ſtitut der Volksvertretung neben der von der Regierung ei. miniſtrativbehörde. Kaum waren 20 Zuhörer fn 9 gen Saale anweſend.— Der Director der Regierungscommiſſton, Ouvrier, heißt in kurzen Worten die Bezirksräthe willkommen, und entſchuldigt die ſo ſpäte Eröffnung dieſes Inſtituts, herbeigeführt durch die ſich lang hinausgezogenen Wahlen und die kaum jetzt erſt eingereichten Voran⸗ ſchlagen der verſchiedenen Gemeinden.— Hoitzmann aus Petterweil übernimmt hierauf als Alterspräſident den Vorſitz, um die Wahl eines von den Bezirksräthen zu wählenden Präſidenteu zu leiten.— Cretzſch⸗ mar aus Rödelheim ſtellt an die Verſammlung die Frage: Ob der Präſfident nach relativer oder abſoluter Majorität gewählt werden ſoll,— wird aber von dem Alterspraſidenten mit der Bemerkung unterbrochen, daß, ehe zu Debatten geſchritten werden könnte, erſt die Sitzung des Be⸗ zirksraths eröffnet ſein müſſe. Holtzmann erklärt hierauf die Sitzung für eröffnet.— Der Alterspräſident wurde hierbei gewiß von dem rich⸗ tigen Gefühl geleitet,— von dem Gefühl nämlich, daß der Bezirksrath als die Vertretung des Volkes in ſeinen Gemeindeangelegenhelten eine Körperſchaft für ſich bilde, zu welcher ſich die Regierungscommiſſion nur im Verhältniſſe von vom Volk beſtellten Beamten zu“ betrachten habe. Die Regierungsräthe ſind durch ihre Stellung den Bezirksräthen unter⸗
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geordnet; ſie können die Bezirksrathe willfommen heißen, aber den Be⸗
zirksrath als ſolchen nicht eröffnen.— Stoll aus Niederwöllſtadt ſtellt den Antrag, daß der Präſident, Wetptaſen und eee Jahr gewahlt werden ſollen, und daß dann nach Ablauf dieſer Zeit bei der regelmaßigen Zuſammenkunft des Bezirksraths unter dem Vorſſtz des Alterspräſtdenten ein neuer Präſident gewählt werden ſoll.— Sto hauſen aus Butzbach proteſtirt gegen dieſen Antrag, weil nach dem G5. ſetz unter der Leitung des Alterspräſtdenten keine Anträge debattirt werden könnten, ſondern nur die Wahl des wirklichen Präſidenten vorzu⸗ nehmen ſei.— Es wird hierauf zur Wahl durch Stimmzettel geſchritten und Stockhauſen von 11 anweſenden Bezirksräthen(der Bezirks rath aus Rockenberg kam erſt nach det Wahl) mit 9 Stimmen zum Präftdenten, Holtz mann mit 8 Stimmen zum Vieepräfidenten, Kuhl aus Butz⸗ bach mit 10 Stimmen zum Schriftführer gewählt. Der Vorſtand iſt demnach demokratiſch, volksthumlich zuſammengeſetzt,— hoffen wir, daß es auch wer pennt Bezirksrath iſt,— Stockhauſen nimmt nach N Wahl den Präſtbentenſtuhl ein und ſpricht in ſchöner würdiger Ha mit kräftiger wohlklingender Stimme: Meine Hettn! Sie haben an r Stelle des Alterspraſidenten einen Jugendpraſtdenten gewählt“ Indem ich für das mir geſchenkte Vertrauen herzlich, danke, werde ich durch firenge Unpartheilichkeit dieſes mir überwieſene Amt nach Kraflen zu ver⸗ walten fuchen. Beurthellen Sie mich ine ace da ich Ihnen nie meinen redlichen Willen zu verkennen Gelegenheit geben werde. Laſſen Sie in unſern Pandlungen währhafte Freimüthigkeit herrschen, 90 15 n 105 1 würdig rden laſſen! Sie uns die Rechte b„ die zu erhalten und anzuwenden; wir hierher geſa f find. Hann werdet dolk unſerem waschen Ber 1 W die Achtung aller Parteien unferes“ Bezttts erhalteh.— Hierauf legt Stockhauſen die Geſchäftsordnung des Geßner Bezirksraths, mit einer weſentlichen Abänderung in volksthümlicher Weiſe, vor. Die Gießner Geſchäftsordnung ſagt nämlich, daß die Regietungscommiſſton an den Berathungen Antheil nehmen könne, doch eis wie jedes Mitglied des Bezirksraths den Präfidenten ums Wort zu bitten habe. Nach Stock⸗ hauf en ſoll dagegen die Regierungscommiſſion nicht an den Berathungen überhaupt, ſondern nur an den durch das Geſetz beſtimmten Verhand⸗ lungen ſich betheiligen können, dabei aber ebenfalls ſtets den Präſidenten um das Wort zu bitten haben.— Die Geſchäftsordnung wurde mit den Zuſätzen angenommen, möge ſie nun auch gehörig befolgt werden. In Bezug auf die Dauer des Vorſtands wurde obiger Antrag von Stoll angenommen.— 1(Schluß folgt.)
t— 5 Markt ⸗ Bericht. Friedberg, am 3. Januar 1849.
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