Ausgabe 
5.12.1849
 
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enes phantaſtiſchen Palankins mit halbgeſchloſſenen Jalou⸗

ſeen, hinter welchen ein junges Hindu-Mäͤdchen halb ſitzend,

lb liegend ruhte, deren braune Arme mit den Silberſpangen den Fächer von Sandelholz vor's Auge hielten. Wir ſahen egene Bazars für Bücher und wieder andere für Seidentücher,

ſrner den neuen und den alten China⸗Bazar, wo ganze Reihen

ton chineſiſchen Schuhmachern ihren Namen in chineſiſcher, linduſtaniſcher und engliſcher Sprache auf den Schilden iber ihren Ladenthüren fuhrten. Es gab ferner einen genen Bazar für chexoots(Manila⸗Eigarren) und eine große bedeckte Arcade, den ſogenannten Muſchelbazar, wo elle möglichen Muſcheln und Spielzeuge von der prächtigen zroßen Schneckenmuſchel bis zu dem indiſchen Pfeil und Bogen herab zu finden waren. In einem Gäßchen, auf belches verſchiedene Höfe und Winkel mündeten, ſtanden Fruppen Tänzerinnen, Bayaderen, des Winks der Schau⸗ uſtigen gewärtig, mit Keſſelpauke, Tamtam und Caſtag⸗ netten.

langer mühſamer Wanderung wieder die begypsten Back⸗ ſteinhäuſer von Flag⸗Street, denen am Nachmittage die

zerſtreuten Banden von Matroſen aller Nationen zuſtrömten.

Wir begaben uns nun in, ein Wirthshaus, um eine Mahl⸗ zeit einzunehmen, und ließen uns die reichliche, leckere, friſche Fleiſchkoſt weidlich ſchmecken. Um eine halbe Rupie der Kopf bekamen wir ein gebratenes Ferkel, Geflügel, Schwein⸗ und Ochſenfleiſch mit NHamswurzeln, und um rveitere ſechs Pence per Kopf ſoviel Kapwein und Franz⸗ branntwein, als wir trinken wollten. Cheroots und Ci⸗ garren waren ebenſo wohlfeil. Das Zimmer, worin wir ſpeisten, war in einem oberen Stockwerk, mit hoher Decke und Backſteinboden, worüber eine Grasmatte gebreitet war; außer dem Tiſche und den Stühlen enthielt es keine an⸗ deren Möbeln, als einen an der Deck fächer, welchen während des Eſſens eine unſichtbare Hand über unſeren Köpfen bewegte. Das hohe breite Fenſter war ohne Scheiben, aber durch Jalouſieen beſchattet, welche

das Licht, das von einer hohen, mit dem Zimmer faſtegleich⸗

laufenden Terraſſe hereinfiel, grünlich faͤrbten. Nach einge⸗ nommenem Mittagsmahle ſetzten wir uns draußen unter der Verandah auf der Teraſſe zwiſchen das blühende Geſträuch, das zwiſchen den wuchernden Zweigen einer großen Tamarinde, welche vom Boden heraufreichte, und den großen Blättern eines Piſang und einer Mangouſtane ſich ausbreitete. Als wir das Gaſthaus verließen, fanden, wir den Hof vor demſelben mit engliſchen Matroſen angefüllt, die hier müſſig herumlagen, zechten und ſcherzten; auch Etliche von unſerem Schiffsvolk waren darunter. Die meiſten Schenken in Calcutta werden von Portugieſen und Juden gehalten; unſer Wirth gehörte der erſteren Nation an und war, wie ſeine Kellner, ſchwärzer als ein Hindu. Dieſer

Schenke gegenüber war eine andere, von einem Juden

gehalten, worin ſich ein nicht minder zahlreicher Haufe anderer Matroſen, meiſtAusländer und Yankees herum⸗ trieb, die auf unſere engliſchen Seeleute nicht gut zu ſprechen waren. Späſſe und Schimpfwörter flogen laut genug uber die Straße herüber und hinüber, bis einer der empfind⸗ lichen Amerikaner dieß übel nahm und mit einer wohlge⸗ zielten Pompelmuſe(großen Orange) einem Engländer die Pfeife aus dem Munde warf. Dieß führte natürlich zu lebhaftem Wortwechſel und endlich zu einer Rauferei, die übrigens noch zeitig genug, d. h. ehe noch ein Unglück geſchehen war, durch die Ankunft einer Truppe bewaffneter Tſchokihdars von der Polizei aus unterbrochen ward. Da wir aber keine Luſt hatten, eine Nacht im ſchwarzen Loche zu verbringen, ſo machte ich mich mit meinen Gefährten aus dem Staube.

Durch dieſe ganze endloſe Reihe von Scenen orientaliſchen Lebens hindurch erreichten wir endlich nach

und hohl aus dem Dickicht ſcholl,

befeſtigten Rieſen⸗

Bekanntlich gibt es in Indien keine Dämmerung, und der Tag neigte ſich zu Ende, während wir noch herum⸗

liefen. Mit tropiſcher Schnelligkeit ging die Sonne unter.

Ich ging etwas ſchweren Kopfes Flag-Street hinunter und taumelte von einer Seite der Straße zur anderen, bald der glühend rothen Glaskugel in el m Apotheker⸗ laden zu, bald wieder zurück in den Schatten eines palaſt⸗ ähnlichen Gebäudes, wo ich einen Schakal in der dunklen Goſſe hinſchleichen ſah. Endlich erreichten wir die Trep⸗ pen am Fluſſe und horten das Waſſer mit der Fluth haſtig ſtromabärts rauſchen und toſend an die Planken der ge ankerten Schiffe ſchlagen, die geſpenſtig aus dem unſichern Grau der Nacht und des Nebels herausragten. Die Feuer⸗ fliegen und Leuchtkäfer tanzten wie Funken grünen Lichtes unter den Bäumen, die Waſſerſchnacken biſſen unbarm⸗ herzig, und der kalte Thau fiel reichlich und mit der eiſigen Strenge einer indiſchen Nacht. Alles war ſo ſtill, daß

man von den Wäldern des gegenüberliegenden Ufers einen

ganzen Chor ſeltſamer Töne: das Zirpen, Wetzen, Schnat tern, Murmeln, Summen und Schreien unzähliger Ge ſchöpfe, herüber vernehmen konnte, die mit dem Einbruch

der Dunkelheit ihre Schlupfwinkel verlaſſen hatten, be⸗

ſonders aber den wilden, geiſterhaften Schrei der Scha⸗ kals, die in den Dſchungeln jagten, und der bald dumpf 1 ö l bald hell und deutlich über die Waſſerfläche heruͤbergellte. Wir riefen ein Boot an und ließen uns an Bord bringen, was uns aber erſt gelang, nachdem uns die Fluth eine halbe Meile weiter ſtromabwärts getragen.

Am folgenden Tage hatten wir alle Hände voll zu um mit unſeren Laskaren unſern Cargo zu löſchen, ihn mit dem Haſpel an Deck zu ſchaffen und an der Lang⸗ ſeite in die Lichterboote zu bringen, während zwei oder drei hinduſtianiſche Kaufmannsdiener in ihrer faltigen Kleidung von weißem Zeuge dabeiſtunden und unſere La⸗ dung in ihre Tabellen trugen. Eine Woche ſpäter war

bereits die neue Ladung eingenommen, wir hatten unſern Ankergrund verlaſſen, trieben den Fluß hinunter und ſahen

die Thürme von Calcutta mehr und mehr hinter uns verſinken. f(Erheiterungen.)

Ein Rettungshaus für Blinde.

Auch in dem Monat November hatte die Liebe Gaben) zu einem angenehmen Opfer für unſere blinden Brüder, deren abermals 5 zu den ſchon angezeigten 16 angemeldet wurden, auf den Altar der Barm⸗ herzigkeit zu legen. i

Bei dem Unterzeichneten gingen ein: von 5 Gliedern der Fa- milie St. 5 Gr., Diac. B. 6 Gr., Ablhgh. J. 10 Gr., Cand. St. zu D. 20 Gr., Familie B. 8 Gr., Dr. R. 20 Gr., Mutter und Tochter 10 Gr., C. Clever aus Gelnhauſen in Kurheſſen 70 Gr.

Durch Herrn Pfarrer Hofmann in Beienheim ohne Angabe der Namen 3 fl. 31 kr. Ungenannt in Nauheim( fl.

a Durch Herrn Pfarrer Landmann in Rendel: von einigen Ge⸗ meindegliedern H ff. 12 kr. Durch Fräulein Bittſcher hier von Frau Sch. zu D. 1 fl.

Durch Herrn Lehrer Bindewald in Ziegenberg;: von Marie Kchr. 4 Gr., Agnes Kchr. 4 Gr., Eliſe Stpf. 1 Gr., Marie Launhard 2 Gr., B. 2 Gr.

Durch Herrn Pfarrer Köhler in Altenſtadt: Fr. L. 16 Gr., W. K. 4 Gr., N. R. Witt. 5 Gr., J. L. 8 Gr., H. Br. 5, Gr., Ph. K. Witt. 4 Gr., B. J. 2 Gr., Ph. W. 5 Gr., G. H. zu R. 1 Gr., H. W. 4 Gr., J. R. 2 Gr., J. P. W. 10 Gr., G. W. 9 Gr., Fr. W. 4 Gr., L. S. 7 Gr., K. 20 Gr.

Ferner find bereit Gaben entgegen zu nehmen: zu Eberſtadt Herr Pfarrer Simon; Gambach Herr Lehrer Bernhardz Holzheim Hohannes Zeiß VII.; Dorfgill Herr Bürgermeiſter Bender.

Allen menſchenfreundlichen Gebern herzlichen Dank.

Friedberg am 1. Dezember 1849.

J. P. Schäfer, Taubſtummenlehrer.

) die ich auf Wunſch nachträglich geben will.