Ausgabe 
5.12.1849
 
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1 Burglirche:

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Stadtlirche:

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Intelligenz

fuͤr die

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Provinz Oberheſſen im Allgemeinen,

den Regierungsbezirk Friedberg

im Beſonderen. 3 f

. 95.

Mittwoch den 3. Dezember

10845.

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N Regierungsblatt⸗Auszüge.

Nr. 68 enthält: 1) Verordnung, die zeitgemäße Entwickelung der inneren Verfaſſung der evangeliſchen Kirche des Groß⸗ berzogthums betr. 2) Bekanntmachung, die Hauptergebniſſe der Stell⸗ vertretung von dem Muſterungs⸗ und Ziehungs jahr 1848 betr. 3) Bekanntmachung, den Holzpreistarif für die Großh. Domanialwaldungen betr. Dienſtnachrichken. Am 25. October wurde der auf die 2. evangel. Pfarrſtelle zu Beerfelden, R.⸗B. Erbach, präſentirte Mitprediger Metz für dieſe Stelle beſtätigt, und am 26. dem Schulvicar Ruders⸗ hauſen zu Odernheim, R.⸗B. Mainz, die kathol. Schullehrerſtelle daſelbſt übertragen. Am 27. wurde der quiesckrte Friedensrichter Kaiſelxeiter zu Bingen alsHonorar⸗Friedens richter zum Ergänzungsrichter bei dem Fr Ger zu Bingen ernannt. Am 2. November wurde dem Schulvicar Götz zu Oppenrod, R.⸗B. Gießen, die evangel. Schullehrerſtelle daſelbſt, und am 5. dem Schullebrer Schwarz zu Alzey die 1. evangel. Schul⸗ lehrexſtelle zu Gimbaheim, RB. Mainz, ſowie dem e Ae Zi m⸗ mer zu Gimbsheim, die erledigte Knaben⸗ und Mädchen ⸗Lebrerſtelle 3. Claffe an der Communalſchule zu Alzey, R.⸗B. Mainz, übertragen und wurde der Steuercommiſſär Tenner zu Darmſtadt zum Steuer⸗ wommiſſär für den Steuerbezirk Langen ernannt. 8) Erledigt ſind: die reform. Pfarrſtelle zu Hammelbach, R.⸗B. Heppenheim mit jährlich 602 fl.; die evangel. Schullehrerſtelle zu Wallenrod, R.⸗B. Alsfeld, mit jährlich 363 fl., einſchließlich der Entſchädigung für Heizung des Schul⸗ locals; die Stellen eines Steuercommiſſärs in den Steuerbezirken Darm⸗ ſtadt und Grünberg; concurrenzfäbige Bewerber haben ſich binnen 14 Tagen bei der Großh. Oberſteuerdirection anzumelden.

Die letzte Nacht in der Wildniß. (Schluß.)

Emilie zeigte Stephan die Stelle, wo ſie zu landen wünſchte, forderte ihn aber zu ſeiner Freude nicht auf, ſie auf jenem Schmerzensgange zu begleiten. Die unglückliche Frau ſchwankte der Stätte zu. Das Gras hatte ſich ſtellenweiſe wieder emporgerichtet, gleichſam als ſollte ſein Hoffnungsgrün die hier ſtattgehabten Gräuel bedecken. Die Axt lag noch am Fuße des Baumes, die durch ſie hervorgebrachte Spalte hatte ſich nicht wieder geſchloſſen, es ſchien als ob ſich etwas darin befände. Emilie trat näher heran ſie gewahrte die Ueberreſte einer Todten⸗ hand. Jetzt ſchien ihr Alles klar, die Hand ihres Gatten hatte ſich in der Spalte eingeklemmt, und er war hülflos eine Beute der wilden Thiere geworden.

Von Schrecken überwältigt, aber wie von einem Zauber hingezogen, trat ſie noch näher, um den ſchreckens⸗ vollen Gegenſtand zu unterſuchen. Das Fleiſch war be⸗ reits von den Inſekten verzehrt, aber was ihre ganze Aufmerkſamkeit in Anſpruch nahm, war ein Diamantring, der an einem der Knochenfinger, ſteckte. Einen ſolchen Ring hatte ihr Gatte niemals getragen.

Von einer ihr ſelbſt unbekannten Hoffnung erfällt, eilte ſie auf die Anhöhe und rief den treuen Stephan, welcher, befürchtend, es ſei ſeiner Herrin ein Unglück zu⸗ geſtoßen, ſich in einigen Augenblicken an ihrer Seite befand.

Stephan, komm', ſchau dorthin berief ſie z micht wahr, Dein Herr trug nie einen ſolchen Ring 2 Zieh' die Hand hervor, ich beſchwöre Dich! 11 2 25

Dies alſo iſt'die Schreckensſtätte? fragte Stephan, indem er mit Schaudern um ſich blickte. Es gelang Stephan, die Hand aus der Spalte zu bringen und der Ring ziel zu Boden. Emilie riß. nihn raſch empor und ſſuchte seine darauf befindliche Jnſchrift. Plötzlich reichte ſien mit zit⸗ ternder: Hand den Ring ihrem Diener chin. 1ad

Federigo Monti! rief Stephan zuſammenfahrend, das iſt jan der Name deſſen, der im Duell getödtet wurde, das iſt ganz unmöglich. 1*

Sein Bruder, ſein furchtbarer Bruder! ſtammelte Emilie kaum vernehmbar. Sie ſank ohnmächtig in Stephans Arme, welcher ſie auffing und hinab in's Boot trug.

Als das letztere jetzt; mit ihnen langſam den Strom hinabglitt, erholte ſich Emilie wieder und beſprach ſich mit dem treuen Diener über den neuen Hoffnungsſtrahl, der in ihre Leidensnacht gedrungen war. Bei dieſer Gelegen⸗ heit drängte ſich ihnen das ſeltſame Benehmen des, Hun⸗ des auf, der bei dem Anblick der unglücklichen Stätte immer Zorn, nie aber Kummer gezeigt hatte. Der Fluß war es, welcher für das Thier eine beſondere Anziehungskraft be⸗ ſaß, auch ſchien es, als wolle er ihn immer weiter hinab⸗ eilen, dorthin, wo ſich derſelbe in einen See ergoß. Das Reſultat dieſer Betrachtungen war, daß ſtatt am folgenden Tage abzureiſen, wie man beſchloſſen hatte, Stephans mit Mundvorrath auf eine Woche verſehen, in ihrem Boote in den See hineinſchiffen und allerlei kleine ſchimmernde Gegenſtände mitnehmen ſolle, um die etwa ihm begegnen den Indianer zu beſchenken, damit ſie ihm in ſeinen Nach⸗ forſchungen beiſtänden.

Er blieb nicht lange aus. Eines Abends, als der Sturm draußen gewaltig tobte, ſaß Emilie vor dem hell lodernden Feuer ihres Kamins, die Kinder, welche ſich vergebens bemüht hatten, ihre Mutter aufzuheitern, ſtan

den neben der alten Granny, die das Abendeſſen bereitete. Plötzlich fuhr Corney, welcher neben dem Kamin ſchlief,

auf und begann laut zu bellen. Im nächſten Moment ward die Hofthür geöffnet. Die alte Granny ließ den Kochtopf, den ſie eben gefaßt hielt, aus den Händen glei⸗ ten, Emilie ſprang auf und eilte zur Thür. Sie vermocht