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wenn ich die Leute ſah kit gutgeflickten Kleidern. Mag auch
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uuf einem blauen Wals ein grasgrünes Läpplein ſitzen,
das Loch iſt zu, und das iſt die Schande. Drum ſagt auch ein Rheiniſches Sprüchwort: Der gute Ruf der Hausfrau geht durch die Löcher der Kleider davon. Auch die kleinen reichen hin, daß ſie ihn verliert wie den Groſchen durch ein Loch im Sack. Drum geflickt, Ihr Frauen, daß Eure Ehre im Hauſe bleibt.
nur, wenn's regnet, Wenn aber nun Montags ein Löch⸗
lein da iſt, ſo is? Samſtags ein Loch, und ebenſo geht's,
wenn ein Lochlein beim Sonnenſchein entſteht. Es wird
bis zum nächſten Regen ſo groß wie— die Oeffnung
eines Bettelſacks. 8 Ich hab' da oft ein andres Sprüchlein gehört, das gehort dazu:. Unſauberkeit, Zerriſſen Kleid, 3 Brauchſt nicht zu fragen weit: 8 Vas ſindis für Leut? 321 Du ſiehſt's uſchon ſelber, wenn Deine Augen klar ſind; denn wo außen Schmutz iſt— da iſt er auch im Herzen, und wer ſich nicht ſchämt, ein zerriß'nes Kleidungsſtück zu tragen, dem liegt auch nichts dran, ob ſein guter Namen, ſeine Ehre, ſein Gewiſſen einen— Riß hat. Man tennt jd den Vogel an den Federn; meinſt nicht zauch den Menſchenn?? 91 möchine un! N 1g Ant(Spinnſtube 1849).
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3 Eine Anekdote. In manchen Städten, lieber Leſer, gibt's Leute, die haben das Amt und den Beruf, die Leichen anzuſagen und zum Leichenbegräbniß nach Ort, Zeit und Stunde einzuladen. Sie ſind in der Regel rabenſchwarz gekleidet und haben einen Flor am Hut.
Kommt'mal ſo Einer zu dem Pfarrer, um zu fragen, wann die Beerdigung ſtattfinde?
Der Pfarrer ſieht den Mann verwundert an, denn er iſt ſchwarz gekleidet, hat ſeinen Flor am Hut, aber eine feuerrothe Weſte an.
Lieber Mann, ſagt der Pfarrer, was fällt Ihm ein? Er hat ja eine rothe Weſte an?—
Weiß wohl, ſagte der gute Leichenbitter. Ich hab' halt keine andre und denke, wenn das Herz nur ſchwarz iſt, ſo hat's mit der Weſte nichts zu ſagen.
J
De 1
Aufruf au M enſchenfreunde.
a Wenn in unſern Zeiten die Anſprüche an Menſchen⸗ freunde um Unterſtützung Hülfsbedürftiger ſich um Vieles vermehrt haben, ſo ſind wir weit entfernt, zu glauben, daß dieſe Menſchenfreunde, an der Möglichkeit durchgreifen⸗ der Erfolge verzweifelnd, ſich dadurch werden abſchrecken laſſen zu nein wir hoffen und wünſchen vielmehr, daß ſie es als einen Beweis anſehen mögen, wie der Glaube an den
g 0 7 2 25 N 35 Loch, und ich hab“ 9 0 viel Reſpect dapor gehabt,
Da gibt's Frauen, die flicken nur alle Samſtag; andre, die thun's
8— 2 1 5 e Adel der menſchlichen Natur bei allen Denjenigen, welche
um Hülfe anſprechen, allgemeiner geworden iſt.
Von dieſem Glauben waren auch ſämmtliche Mit⸗ glieder der zur Errichtung einer Kleinkinder-Bewahr—
Anſtalt ernannten Commiſſion durchdrungen, als ſie ſich
vor neun Jahren an die biederen Bewohner hieſiger Stadt und Umgegend wandten und dieſelben um Unterſtützung und um milde Gaben anſprachen. Ihr Glaube wurde gerecht⸗ fertigt; die Anſtalt konnte gegründet werden, trat wirklich ins Leben, beſteht bis dieſen Tag, und wird,— deß ſind wir gewiß,— für Stadt und Land gute Früchte tragen, wenn ſie auch minder augenfällig fuͤr Jedermann ſein ſollten. tm Laufe der Zeit ſind uns jedoch gar manche Mit⸗ glieder, die früher beitrugen, wieder entgangen, und wir fuͤhlen dieſen Verluſt um ſo ſchmerzlicher, als die Anſtalt von Jahr zu Jahr an Frequenz zugenommen hat, die Aus⸗ gaben demnach in eben dem Maße ſich vermehren mußten, ſo daß es uns unmöglich wird, dieſelben hinführo mit den bisherigen Einnahmen beſtkeiten zu können. In dieſer Be⸗ drängniß wenden wir uns von Neuem, und gewiß nicht vergebens, an den Edelſinn und die Mildthätigkeit der Be⸗ wohner unſerer Stadt mit der inſtändigen Bitte, eine Anſtalt unterſtützen zu wollen, von welcher ſie reichen Segen mit Zuverſicht erwarten können. Wir bitten insbeſondere diejenigen unſerer Vereins⸗Mitglieder, welche bei ihnen anzuſprechen ſich erboten haben, nicht ohne eine milde Gabe oder eine Beitrags⸗Beſtimmung, ſo gering ſie auch ſein mag, von ſich gehen laſſen zu wollen. Wir bitten endlich Alle, welche durch eine reiche Erndte beglückt worden ſind, unſerer Anſtalt mit Naturalien, als Kartoffeln, Aepfeln u. dgl. zu unterſtützen. Hat ſich ja doch unſere Wetterau dieſes Jahr eines ſo größeren Segens an faſt allen Sommer- und Herbſtfrüchten zu erfreuen, wie kaum in vielen früheren Jahren. Können wir aber unſere Dank⸗ barkeit gegen den, allgütigen Geber beſſer bethätigen, können wir ein würdigeres und ſchöneres Erndte⸗ und Danffeſt feiern, als wenn wir kleine Bruchtheile unſeres Segens als freiwillige Opfer auf den Altar der Kinderliebe niederlegen? Frledberg im Oktober 1849. n Die Commiſſion für die Kleinkinder⸗Bewahr⸗Anſtalt und in deren Auftrag
Prof. Ph. Dieffen bach.
1 Markt Bericht. Friedberg, am 31. Oktober 1849.
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Walzen 40 30 6 43 S 14 14 4 50 Gerſte 28 11 3 3 40 Birr 8 8 2 45 Erbſen. n i 11 4 1 1 4 0 471 30 Kartoffeln 30 22 1
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