Ausgabe 
3.10.1849
 
Einzelbild herunterladen

fröhlich auch Gretchen früher geweſen, ſo trau⸗ rig wurde ſie jetzt. a 0 1. KIhr mögt wohl denken, warum! Beim Anblicke der Mainweiden und beim Hören des Rauſchens des Fluſſes wurde das Gewiſſen wach. Als ſie vollends die Mainfiſche ſah, wurd's ihr grün und gelb vor den Augen; denn ſie dachte, die hätten von dem zarten Leibe ihres gemordeten Kindleins gegeſſen. i Nach dem Eſſen nahm die Mutter ihr Kind aus der Wiege und wollte es der künftigen Schwiegertochter

doch auch einmal zeigen; denn die hatte noch nicht einmal

darnach geſehen, und das krippte der Frau im Herzen. Als Gretchen das Kind ſah, wurde ſie bleich wie der Tod; die Lippen wurden blau und ſie ſank in den Stuhl zurück und war ſteif ohnmächtig. Mit Eſſig brachten ſie ſie wieder zy ſich., Was iſt Ihr denn? fragten die Mutter und ih Stieſſohn beſorgt, als ſie wieder zu ſich kam. dreilich hatte der Schneider es. ſo ſeinen Eltern ausgelegt, daß Gretchen, der ihr Kind kürzlich geſtorben ſei, wohl von dem Anblicke müſſe erſchüttert ſein; aber ſeinem Vater lag etwas Anderes im Gemüthe. nVor mehr denn einem Jahre hatte e. gefiſcht und bekam im Netze ſtatt eines Fiſches ein kodtes Kind. Es war gar gut zaugethan? und als er 8 dent Bürgermeiſter überbracht, das Protokoll aufgenommen und der Doctor ſeine Meinung geſagt, daß es wohl müßte erſäuft ſein, da beate der Fiche gesagt? Herr Siegernnelter, mee ec braucht bald wieder Kindszeug, und Ihr wißt, wie arm ich bin. Gebt mir des Kindes Kleidchen! Dem Bürgermeiſter war's ſchon recht. Der Fiſcher zog dem armen ürmchen die aug ebenen glei und das ſchone Hemdchen und Gerade dieſe Kleiderchen hatte nun des Fiſchers Kind zum Staat am Kirchmeßfeſt an. Dacht' er bei ſich: Wer weiß! Der liebe Gott hat Wüddbgre Wege, wie er die Uebelthaten an den Tag bringt. Sollt's die Mutter des ermordeten Kindes ſein? e e ſetzt ſich ſtille hin und Gretchen macht nun gar viele Worte, woher ihre Ohnmacht komme; ſchob's auf die Ermüdung, die große Hitze, den weiten Weg und end⸗ lich darauf, daß ſie Waſſer in die Hitze getrunken. Je mehr Warte ſie machte, und je mehr ſie ſich bemühte, wieder fröhlich zil ſcheinen, deſto verdaͤchtiger kommt dem Fiſcher die Geſchichte vor 5 Wie gefällt Ihr das Kleidchen des Kindes? ſagte er darauf zu Gretchen und ſieht ſie an dabei, als wolle er ihr in das Herz ſchauen. Sie nimmt alle ihre Kraft zu ſammen und ſagt tEs iſt hübſch! aber ihre Stimme kann doch das Zittern nicht verhehlen.Da bin ich kurios dazu gekommen, fährt er fort.Vor einem Jahre hab' ich einmal gefiſcht und bekam ſtatt eines Fiſches ein prächtig Bübchen, das wohl die unnatürliche Mutter, die Raben⸗ mutter, in den Main geworfen hatte. f iRabenmmtter! Rabenmutter! rief da Gretchen mit einer Stimme, die Mark und Bein durchdrang, und raufte 8.Ich bin's! Es war mein Kind, ich a in den Main geworfen. i 1 ich meine Strafe leiden ö en 1 455 3 2. 0805 a Werten die Leute; aber es r ſo. ie eilten, die Gericht 5 1 Gretchen bekannte Alles. e Bee Mahd Darauf iſt ihr denn der Proze öffentlich geköpft worden. Der 5 ie g de 5 Mae Wen Raben haben ihn verzehrt. Der Sckmiedjacob ſchwie lang ſtlle in 195 5 ſchwieg, und es war lange todt⸗

322

ſeiner Lieb' ſchnell geheilt worden,

*

fernt, welches zu der Zeit von,

7*

Das iſt ein Spiegel für die, die ſich in die Stadt

verdingen, ſagte er darauf.

Kathrinchen fragte:Was wurde denn aus des Kuhhirten Samel?

O, ſagte darauf der Schmiedjacob,der iſt von hat in Aſchaffenburg ein braves Mädchen geheirathet und iſt ein behaltener Mann. Ob er noch lebt, weiß ich nicht. Des Gretchen's Vater hat die Schmach nicht ertragen können und wanderte daher nach Polen aus. Es ſoll ihm gut gegangen ſein, wie man hörte.

Und der Lieutenant? fragte Philipp ſeinen Vater. er iſt Rittmeiſter geworden! antwortete der Alte.

Ha! rief Philipp und ſchüttelte ſich.Ich möchte

nicht mit ihm tauſchen, weder hier auf Erden, noch dort!

Stenen aus dem Alerikaniſchen Hrirhe.

Nach der blutigen Einnahme Monterey's blieb die Invaſionsarmee des General Taylor einige Wochen un⸗ thätig, bis die Ankunft des Kriegskommiſſärs die Nachricht brachte, daß der ſtipulirte Waffenſtillſtand aufhöre und die Feindſeligkeiten ſogleich wieder beginnen ſollten. Mittlerweile hatte die mexikaniſche Armee unter Ampudia ſich innerhalb der Linie zurückgezogen, über welches keine der beiden krieg⸗ führenden Parteien hinausgehen ſollte, und zog ſich lang⸗ ſam nach San Louis de Potoſi zurück, wo Santa Anna beträchtliche Heeresmacht zuſammenzog, mit welcher er die kühnen Nordamerikaner wieder über die Gränzen treiben wollte. Während nun Taylor ſeine kleine Armee in 905

onnirungen v ter erhol ie d be⸗ Rt fw, fn Meg Ne elch kei een w. e en, zu einer gewiſſen Disciplin zu bringen, wurde das Land⸗ volk, überraſcht ob der Freundlichkeit, mit der es behandelt ward, und die ſo ſehr mit den grauſamen Tributen kon⸗ traſtirte, welche von den eigenen Truppen ihnen aufgelegt

worden waren, bald mit dem neuen Zuſtande der Dinge

ausgeſöhnt, und freute ſich, einen ſeine Lebensmittel zu finden. i Die charakteriſtiſche Falſchheit des Mexikaners erlaubt ihm jedoch nicht, herzlich mit irgend Jemand zu verkehren, wenigſtens nicht weiter, als ſein Intereſſe dabei im Spiele iſt. So oft ſie ſich ſicher wähnten, bezeichnete Frechheit und Raubſucht alle ihre Handlungen, und unglücklich war der, welcher unbewaffnet ſſch weit über das amerikaniſche Lager hinaus entfernte. Es, ſchien für die Eingebornen

ſo guten Markt fuͤr

gleichſam eine religiöſe Pflicht zu ſein, einem Feinde das

Leben zu nehmen, ſo oft er es der Gefahr ausſetzte; in dieſer Abſicht ſchlichen ſie ſtets um eee umher, und fanden nur zu häufig Gelegenheit, ihre Ab⸗ ſichten zur Ausführung zu bringen. N Das Hauptquartier des General Taylor befand ſich zu Walnut⸗Springs, ungefähr drei Meilen von der Stadt Monterey entfernt, während Abtheilungen der Armee in den benachbarten Dörfern ſtanden und kleinere Detache⸗ ments in den zerſtreutliegenden ranchos und haciendas. In einen kleinen rancho, einige Meilen von Victoria ent⸗ ö 5 1 der Brigade des General Quitman occupirt war, bildete eine Abtheilung teraniſcher Bush-rangers) ein Piket, deſſen Zweck war, den Feind

Gränzſchützen find eines der wicht 95 Trup⸗ penkorps der Union und nur Texas eigenthümlich, 17 1 fie . die Stelle des ehen Der Zweck diefer berittenen Truppe trefflicher Schützen iſt die Sicherung des Indianer

1 geol . 0

dert jdieſe Iden, Alles, giſche unter Tera keitsk biete