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vor wie früher, und jetzt erwarb er ſich noch ein Beſitz—
thum durch ſeinen Dienſt. Da lernte er in den letzten
Jahren ſeine Margret kennen. So groß auch die Zahl der Kameraden in der Kaſerne war, Stephan erkannte doch nun, wie er allein und verlaſſen daſtand; jetzt erſt ſollte er Jemanden in der Welt angehören. Da kamen nun Tage voll Glück und voll Betrübniß, denn das Sol⸗ datenleben ward Stephan fortan beſchwerlich, und nach jahrelangem treuen Ausharren forderte er ſeinen Abſchied, löſ'te mit dem Gelde, das er auf der Kriegskaſſe ſtehen hatte, das verſchuldete Häuschen und die zwei Aecker der Mutter Margret's aus, zog mit ihr in ihr Heimathsdorf und wohnte gemeinſchaftlich mit der Mutter. 0
In dem langen Soldatenleben war Stephan dem Dorfleben fremd geworden, er war zu lange gewohnt, Handſchuhe zu tragen; aber die Arbeitsgewohnheit zog ihm bald eine gegerbte Haut über die Hände, die ſich nicht abſtreifen ließ. Jede Arbeit ward ihm Anfangs ſauer; aber das hätte nicht viel zu bedeuten gehabt, ein geſunder Menſch findet ſich bald wieder in Alles. Dennoch war eine traurige Nachwirkung geblieben; Stephan hatte ver— lernt für ſich ſelber zu ſorgen. In der Kaſerne da war Eſſen und Feuerung und Wohnung und Alles im Stande, das machte ſich wie von ſelbſt und ging ſeinen geregelten Weg, wenn man nur ſeine pflichtmäßige Obliegenheit voll⸗ führte. Jetzt war Stephan ſein eigner Commandant und ſein eignes Regiment, das war ihm beſchwerlich; er wäre am liebſten wieder in einen Dienſt getreten, um beſtimmte Arbeit und beſtimmten Lohn zu haben. Aber das fand ſich nicht und das war gut, daß Margret eine entſchloſſene
Frau war. In den erſten Jahren, da das Hausweſen
noch klein war, ging es gut; aber jetzt war das Häus⸗ chen bereits wieder verſchuldet, ein Acker verkauft und in
die tägliche Nahrung eingebrockt, und nirgends eine Hoff—
nung auf Beſſerwerden. Eine Schuld auf ein Haus ſetzen iſt als ob man ſein Daheim dem Böſen verſchrieben hätte; es geht ein
Geſpenſt im Hauſe um, das durch die dickſten Mauern
plötzlich Luken und Locher reißt und dich aus dem Verbor⸗
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Stephan war es auch jetzt, als ob es zugig in der Stube ſei, denn er hatte eben an die Schuld gedacht und das Geſpenſt herbeſchworen. Dann fragte er ſich, wie er hoffen könne ſich wiederum frei zu machen, und er ver⸗ ſank in Trübſinn.
So erging es ihm oft. Er war nicht geeignet, um Plane zu entwerfen, wie zu helfen ſei und ihm fehlte auch jede Handhabe.
Ein Verarmender iſt wie ein Schiffbrüchiger mitten im weiten Weltmeere auf eine kleine Inſel geſtellt; er ſteht verlaſſen und ſieyt wie die nie raſtende Welle Stück auf Stück ablöſ't und auf ewig verſchlingt. Noch ſteht er auf einer Scholle, die ihn trägt, und er fühlt auch dieſe endlich und ſich ſelbſt mit verſinken.
Das Aergſte, was dem Verarmenden geſchehen kann, iſt die Muthloſigkeit, die ihn nicht mehr ſich ermannen läßt, um ſeine Kraft zu gebrauchen, ſondern ihn ſtill ver zweifelnd Alles über ſich ergehen läßt.
Stephan lebte dumpf in ſich hinein und einförmig ſo dahin. Er war zu jeder Arbeit bei der Hand und voll⸗ führte ſie emſig, und wenn das Sprüchwort ſagt: Arbeit hat bittre Wurzel aber ſuͤße Frucht, ſo kannte er Beides nicht mehr. Ihm ward keine Arbeit ſchwer, aber ahm fehlte auch der Troſt, der darin liegt, zu wiſſen, daß man ſeine Pflicht gethan. Seine Seele war wie zugedeckt und verſchüttet.
Darum hatte er auch noch geſtern zugeſehen, wie man ſein älteſtes Kind in die Erde ſenkte und war ſtarr
dabei geſtanden. Als er die Bahre ſah, dachte er woher
er das Geld nehme, ſie zu bezahlen, und als der Pfarrer Troſtesworte und Segen ſprach, gedachte er, daß er dieſe Rede bezahlen müſſe. Der Tod iſt nicht umſonſt! mur⸗ melte er vor ſich hin.
Darum hatte er noch ſpät in der Nacht einen ſchar⸗ fen Zank mit ſeiner Frau, weil er ſie über ihr Wehklagen und ſie ihn darauf über ſeine Hartherzigkeit geſcholten hatte. Jetzt ſaß er ſtille da und ſein Sinnen verlor ſich in die Zeit, da er noch los und ledig in der Welt geſtan⸗ den, da ſich noch nicht ſo vieler Menſchen Leben an ihn gehangen hatten, und ſeine Vergangenheit erſchien ihm wie das verlorne Paradies. Er gedachte nicht der vielen Mühſeligkeiten von damals(denn ſo geht es faſt immer, wenn man zurückdenkt), wie er gar nie ſein eigner Herr geweſen und oft dies Leben verwünſcht hatte. Er ſah jetzt nur das Traurige um ſich her; wie anders war's, wenn ihn Niemand auf der Welt etwas anging. Ein ſchrecklicher Gedanke mußte jetzt in ihm aufgeſtiegen ſein, denn er zuckte zuſammen, wie vom Blitz getroffen; ſein Antlitz ward flammenroth— da griff ihm das Kind auf dem Schooße, von der Erſchütterung aufgeſchreckt, nach dem Kinn. Das Angeſicht Stephans erheiterte ſich, er hob das Kind auf und küßte es inbrünſtig. Es war, wie wenn er ihm mit dieſem Kuſſe den ſchwarzen Gedanken abbitten wolle, der ihm in der Seele aufgekeimt war.
(Fortſetzung folgt.) 4015 1 Für die bei dem Kampfe in Baden verwundeten Heſſ. Soldaten f
ſind zu den in Nr. 57 dieſes Blattes bereits angezeigten 246 fl. 13 kr.
ferner beigeſteuert worden:
Von A. G. 24 kr., Konrad Seibel II. zu Norrsbch. 30 kr., von Heinrich Cunz 1. in Obrrsbch. 30 kr., Ephraim Bing daſ. 30 kr., von Fr. Kfm. Hammels Wittwe daſ. 30 kr. Bisherige Summe 248 fl. 37 kr
Den gütigen Gebern herzlichen Dank!
Friedberg am 29. Juli 1849. ö
Textor. Cronenberg. J. Steinhäußer. Krach. Meyer Hirſch. H. M. Decher. Jac. Pfeffer. F. Cordes. G. Trapp II. W. A. Simon. C. Groß.
Anmerkung. Es ſind in den früheren Anzeigen einige Druck⸗ fehler ſtehen geblieben, welche hiermit berichtigt werden:
In Nr. 50 ſtatt Fr. G. S. K. muß es heißen Fr. H. S. K.,
„ S unter den Beiträgen aus Södel ſtatt Johs. Volp muß es heißen Johs. Volz, ſtatt Johs. Behrmann muß es heißen Johs. Bohrmann, 1.
„„ 55 ſtatt Fr. S. in O. muß heißen Fr. F. in O.,
„„ 57 ſtatt Peter Gräs in Ilbenſtadt muß es heißen Peter Haas in Ilbenſtadt, ſtatt Ph. H. in N. 1 fl. muß es heißen P. H. in N. 2 fl. Sodann iſt in dieſes Nr. ein Beitrag L. G. von hier 1 fl. nachzutragen. 5
Altenſtadt.
Eingegangene Beiträge für die in Baden gekämpft habenden Gr Heſſ. Soldaten:
Von Jacob Holzapfel 2 fl., von Chriſtian Müller 4 fl., von Diſtrietseinnehmer Gambs 2 fl., von Apothecker Münch 3 fl., von Pfarrer Köhler 3 fl., von Kaplan Lemp 2 fl., von Heinrich Brack II. 4 fl., von Heinrich Thylmann 2 fl., von Dr. Köhler 2 fl., von Heinrich Hammel 3 fl. 30., von Fräulein Wilhelmine Louis 2 fl., von Wolf Oppenheimer 1 fl., von Bürgermeiſter Kreuder 2 fl. von Gemeindeeinnehmer Kunckel 1 fl., von Heinrich Brack I. 2 fl., von Heinrich Jakob Kröll 1 fl., von N. N. 1 fl., von Konrad Wörner 1 fl., von Johs. Schäfer 1 fl. 30 kr. von Wilhelm Sauer 1 fl. 30 kr., von Heinrich Wagner I. 1 fl., von Joſeph Schmidt 48 kr., von Jakob Goldſchmidt 30 kr., von Salo⸗ mon Meyer 24 kr., von Herz Becker 24 kr., von W.... 24 kr., von Hirſch Haas Wittwe 24 kr., von J. C. 20 kr., von Gensdarm Jung 12 kr., von Heinrich Rahn II. 6 kr., von Simon Meyer 6 kr., von M. S. 36 kr., von Gemeinderath Lehr 16 kr. Summe 47 fl.
Den Gebern herzlichen Dank mit dem Bemerken, daß dieſe Summe heute von hier nach Darmſtadt abgeſchickt worden iſt, um dort durch Vermittelung Gr. Militärbehörde geeignet verwendet zu werden.
Altenſtadt den 27. Juli 1849.
Mörſchel,
Bürgermeiſterei⸗Secretär.
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