Ausgabe 
30.8.1848
 
Einzelbild herunterladen

Ein ſpaniſches Rohr, (1258) mit meinem Namen verſehen, wurde Sonntag den 20. d. M. aus meiner Wohnung, wohl aus Verſehen, mitgenommen. Der der⸗ malige Beſitzer wird erſucht, mir daſſelbe ſofort

zurück zu geben. 122 Friedberg. Philipp Vogt. Anzeige.

(1239) Guter reingehaltener Pfälzer Wein, die Ohm zu 16, 18 und 20 fl., wird abge⸗ geben, Döngesgaſſe Nr. 6 im Hofe in Frank⸗ furt a. M.

NB. Der Keller iſt offen von Vormittags 8 bis 12 und von Nachmittags 2 bis 6 Uhr.

Verpachtung.

(1260) Unterzeichneter iſt geſonnen, ſeine in Okarben beſtehende, bisher mit beſtem Erfolg betriebene Wirthſchaft ſammt Oekonomie, wobei Stallung für 3040 Pferde, aus freier Hand zu verpachten. Liebhaber werden gebeten, ſich deßhalb direct an mich zu wenden und die Pachtbedingungen bei mir entgegen zu nehmen. Okarben im Auguſt 1848.

Konrad Lieber. Anzeige. (12610 Eine Kofferwinde habe ich ohnweit unſerer Wohnung auf der Chauſſee gefunden, der Eigenthümer kann ſie durch Angabe der Kennzeichen und gegen Bezahlung der Inſerat gebühren, bei mir in Empfang nehmen. Friedberg den 28. Auguſt 1848. i Earl Hieronimuß, Weißbindermeiſter, wohnhaft auf der Ludwigsſtraße Nr. 1.

Einladung.

(1262) Sonntag den 3. Septbr. iſt in

meinem großen Saale gut beſetzte Tanzmuſik

und Montag den 4. Septbr., am Tag des

Hauptſchießens, iſt um ½l Uhr table d'hote und im Garten gut beſetzte Harmoniemuſik anzu⸗ treffen, wozu höflichſt einladet Nauheim im Auguſt 1848. ri

W Anzeige. (1263) Am 3. und 4. Septbr. d. J., wird das zweite große Hauptſchießen dahier abge⸗ halten, wozu die Unterzeichneten alle Schießlieb⸗ haber und Freunde einladen

Bad Nauheim im Auguſt 1848. Die Direction: Raabe. Ries. D. Fritz.

Guter Rath

für den freien St.- und L. Boten zu Butzbach.

(12610 Hör' Er mal! Wenn ihm wieder einmal Jemand ſo einBſt! Bft! zubiſtet und Ihm was in ſeinen Ranzen geben will, ſo ſag' Er: Nein, Herzchen, ich nehme keinen Dreck in meinen Ranzen, ſag' Er, am wenigſten ſolchen, womit das Denkmal eines braven Mannes und biederen Fürſten beſchmutzt werden ſoll, ſag' Er!

Erklärung.

(1265) Der hieſige Volksverein erließ an unſere Turngemeinde die Aufforderung, bei der am 20. d. M. ſtattgehabten Volksverſammlung dahier ſich dem Zuge anzuſchließen und an der Rednerbühne ſich aufzuſtellen, um den Andrang des Publikums abzuhalten. Da die Turnge meinde keine politiſche Tendenz hat, ſagte ſie zu, was auch auf die Einladung jedes andern Vereins dahier geſchehen ſein würde, und was bei der vorigen Volksverſammlung von Seiten der Bürgergarde ebenfalls geſchehen war. Als nun leider! durch die Worte eines Redners

% 282*.

einerſeits und das Herunterrufen ꝛc. einer kleinen Menge anderſeits es zu Thätlichkeiten gekommen war, eilten mehrere Mitglieder der Gemeinde, den Turnwart an der Spitze, herbei, um die Streitenden zu trennen und den Frieden und die Ruhe herzuſtellen, keineswegs aber, um ir⸗ gend einer der beiden Partheien zum Nachtheil der andern zur Hülfe zu ſein. Einzelne Tur⸗ ner wurden jedoch mit Stockſchlägen empfangen und haben ſich erſt dann nothgedrungen zur Wehre geſetzt, als man, ihre gute Abſicht miß⸗ verſtehend, fich an ihnen vergriffen hatte, was wohl jeder andere an ihrer Stelle gethan haben würde. Wir müſſen es demnach für eine Ver⸗ dächtigung unſerer Gemeinde erklären, ſie, resp. ihre Mitglieder eines von Partheinahme und Partheiſucht eingegebenen offenſiven Beneh⸗ mens gegen ihre Mitbürger zeihen. Friedberg den 26. Auguſt 1848. Im Namen der Turngemeinde: der Vorſtand.

Erwie derung.

(1266) Auf die Erklärung der Comiſſlon des democratiſchen Vereins Nro. 1235 des In⸗ telligenz⸗Blatts vom 26. d. M. diene zur Er⸗ wiederung:

Zu den Errungenſchaften der Märztagen ge⸗ hören die Freiheit der Rede und der Schrift und das Verſammlungsrecht, Rechte, welche wir, als in der Natur begründet, ſo hehr hal⸗ ten, daß wir diejenigen, welchen es gelüſten ſollte, dem Volke, ſolche durch Entziehung oder auch nur durch Beſchränkung zu verkümmern, für Landesverräther erklären und nach den deß⸗ fallſigen Geſetzen beſtraft wiſſen möchten.

Damit iſt jedoch das Recht einer Verſamm⸗ lung, denjenigen das Wort zu entziehen, welche, ſtatt zu belehren, aufreizen, und ſtatt ſich an die Sache zu halten, in Schmähungen und Schimpf⸗ reden ſich ergehen, nicht ausgeſchloſſen. Es hätte daher, als ein großer Theil(nicht ein kleines Häuflein, wie jene Commiſſion meint) der Verſammlung verlangte, daß dem Stud. Fendt ob ſeinen Gemeinheiten das Wort entzo⸗ gen werde, darüber abgeſtimmt werden müſſen, ob ihm das Wort belaſſen oder entzogen wer⸗ den ſolle, und wir find der feſten Ueberzeugung, daß der gute Sinn der Wetterauer ſich für die

letzte Alternative entſchieden haben würde. Statt deſſen hat man es vorgezogen, mit Knütteln auf die unbewehrte Menge drein zu ſchlagenz ein Verfahren, welches nur von denen gut Ge⸗ heißen werden kann, welche, von gleichen Ge⸗ ſinnungen beſeelt, an I 1 Gemeinheiten Ge⸗ fallen finden und deren Dichten und Trachten darauf gerichtet iſt, die rohe Gewalt und Zü⸗ gelloſigkeit an die Stelle des Rechts und der Ordnung, Anarchie an die Stelle eines geſetz⸗ lichen Zuſtandes zu ſetzen.

Zu Erwiederungen auf ſolche Reden, wie wir ſie am 20. d. M. von unzeitigen Buben und verdorbenen Studenten gehort haben, wird ſich ein ruhiger, beſonnener Mann nicht hergeben; Funde. wer Unrath angreift, beſuldelt ſeine

nde.

Muſikaliſche Abendunterhaltung.

(1267) Die hiefige Turnermuſik beabſichtigt unter gütiger Mitwirkung der hieſigen beiden Gefangvereine, ſowie mehreren Dilettanten, im Saale des Herrn Guſtav Gerlach, Samſtag den 2. September 1848, eine mufikaliſche Abend⸗ unterhaltung zu veranſtalten. Der Extrag der⸗ ſelben ſoll zur Anſchaffung neuer Inſtrumenten für die Turnermuſik verwendet werden. f Nach beendigter Aufführung der Geſang⸗ und Muſikſtücke, wird eine Tanzbeluſtigung ſtatffinden. Anfang präcis 8 Uhr. Billette à 18 kr. ſind an demſelben Tage bei Herrn G. Gerlach und Herrn Jacob Faatz, ſowie Abends an der Kaſſe zu haben. Damen haben freien Eintritt. Friedberg am 26. Auguſt 1848.

Bürgerverein zu Friedberg.

1268) Tagesordnung für die Sitzung Don⸗ an 315 Auguſt 1848:

1) Berathung über die vom Bürgerverein in der am 17. k. M. zu Darmſtadt ſtattfin⸗ denden Hauptverſammlung zu ſtellenden Anträge.

2) Fortſetzung des Vortrags und der Beſpre⸗ chung über verſchiedene Verfaſſungen.

Friedberg den 27. Auguſt 1848. In Auftrag: Krach, Schriftführer.

SMN

Einladung.

(1269) Die Mitglieder der Bürgerwehr werden zu einer Beſprechung 8 uber die gegenwärtigen Verhältniſſe derſelben auf Freitag den 1. September, 8 Abends 8 Uhr, zu Gerlach eingeladen.

Friedberg den 28. Auguſt 1848. 8

.

e

Textor. 2 2 2

CCC

Wirthſchafts⸗ Eröffnung.

(1206) Meinen auswärtigen Freunden und Bekannten mache

ich hiermit die

ergebene Anzeige, daß ich Morgen, Sonntag den 20. d. M., die Gaſtwirthſchaft zum

Mannheimer-Hof

auf der Friedberger Gaſſe eröffnen werde. ſein wird, meine verehrten Gäſte durch gute Speiſen und

ſtellen, empfiehlt ſich beſtens

Indem es mein eifrigſtes Beſtreben Getränke zufrieden zu

Frankfurt a. M. den 19. Auguſt 1848.

Philipp Liebener.

Gedruckt und verlegt unter Verantwortlichkeit von Carl Bindernagel in Friedberg.

9