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Intelligenz-Olatt
für die Provinz Oberheſſen im Allgemeinen,
den Regierungsbezirk Friedberg
im Beſonderen.
M 68.
Mittwoch, den 30. Auguſt
1848.
Um das„Intelligenzblatt“ den Bewohnern des Regierungsbezirks Friedberg, welche nicht zu dem hieſigen Kreis gehörten, zugäng⸗ licher zu machen, eröffnen wir für die betreffenden Orte mit dem 1. September ein Abonnement auf 4 Monate zu dem Vierteljahrspreis von 24 kr. Geneigte Beſtellungen wolle man gefälligſt bei dem zunächſt gelegenen Poſtamt machen.
Friedberg im Auguſt 1848.
Die Expedition des Int.⸗Bl.
nne Aus dem Leben eines Spielers.
Fortſetzung von Nro. 66.)
Die Börſe und Brieftaſche des jungen Mannes leerten ſich zuſehends, und in gleichem Maaße wurde auch ſein Geſicht immer bläſſer, ſein Blick immer ſtierer. Endlich legte er zitternd ſeinen letzten Gulden auf eines der Felder des grünen Teppichs, die Nadel ſchwang ſich noch einmal langſam und blieb ſtehen. Große Schweißtropfen rannen von der Stirne des Spielers, als der unerbittliche Rechen des Croupiers ſeinen letzten Gulden hinwegnahm. In dieſem Augenblick brach der alte Spieler gegenüber in ein höhniſches verletzendes Lachen aus. Der junge Mann, der Alles verloren hatte und vielleicht einem Selbſtmorde ent— gegen ging, ſtürzte zähneknirſchend und mit zerrauftem Haar aus dem Saale. Die Zuſchauer, welche das laute Lachen aus ihrer gewohnten Theilnahnsloſigkeit geweckt hatte, drehten ſich entrüſtet nach deſſen Urheber um, allein dieſer entfernte ſich langſam und rieb ſich ſchadenfroh die Hände, und bald verlor ich ihn aus dem Geſicht, da er den Saal verließ. Auf mich hatte dieſer Anblick einen um ſo tieferen und pein— licheren Eindruck gemacht, als es das erſte Mal war, daß ich eine Spielbank ſah. Nachdenklich und unangenehm be— rührt blieb ich noch eine Weile ſtehen, dann aber trat ich von der Spielbank zurück, und ſah mich im ganzen Saale nach einem Bekannten um, der mir eine nähere Erläuterung über die Scene geben konnte, von welcher ich ſo eben Zeuge geweſen war. Reinſtern, meinem Landsmanne, der eben aus dem Leſeſaale kam und erzählte ihm den ganzen Hergang. Der Baron, der Baden alle Jahre beſucht und ſchon ſeit längerer Zeit hier war, lächelte, als er meine Geſchichte gehört hatte, und verſicherte mich, daß derlei alle Tage paſſire, und daß er den alten Mann kenne, deſſen Benehmen auf mich einen ſo empörenden Eindruck gemacht habe.„Kommen Sie mit mir in jene Ecke,, ſagte er,„dann will ich Ihnen erzählen, was ich von dem Manne weiß, der Sie in ſo hohem Grade verletzt zu haben ſcheint.“ Ich folgte ihm und er erzählte
Glücklicherweiſe begegnete ich dem Baron.
mir beiläufig Das, was ich Euch, wenn auch nicht mit ſeinen eigenen Worten wiedergebe.
Der originelle Alte, deſſen unheimliche Miene und teufliſches Lachen ich dieſen Abend beobachtet hatte, wohnte ſchon ſeit längerer Zeit in Baden-Baden und war ein regelmäßiger Beſucher des Spieltiſches, obwohl er an dem Spiele ſelbſt niemals Theil nahm. Man hieß ihn nur den „verrückten Spieler“ und jeden Abend, ſobald im Spielſaale die Lichter angezündet wurden, erſchien er am Roulett-Tiſche, nahm den bequemſten Platz ein und folgte mit voller Aufmerkſamkeit ſeines erloſchenen Blickes den wechſelnden Chancen des Spiels. Kein Wort, kein Zucken der Lippen, kein Seufzer verrieth übrigens, was in ihm vorging; in tiefſtem Schweigen und der größten Theil—⸗ nahmsloſigkeit beobachtete er ruhig die blinde Menge, die ihr Geld auf dem Altar der launiſchen Göttin Fortuna opfern wollte; ob Glück oder Unglück ſich an einen Wurf heftete, ſchien ihm gleichgültig; auch der Beginn des Kampfes eines Spielers ließ ihn kalt und unempfindlich; erſt wenn
wilder Schmerz, wenn die Verzweiflung die Züge eines
Spielers verzerrte, wenn ſeine Augen Blitze der Wuth ſchoſſen, kalter Schweiß in dicken Tropfen von ſeinen Schläfen fiel und das krampfhafte Zucken ſeiner Hand anzudeuten ſchien, daß er jetzt ſein letztes Geldſtück an die eitle Hoff— nung auf Gewinn ſetzten wollte, belebten ſich die Züge des Alten mit unheimlicher Luſt und ſein Mund verzerrte ſich zu jenem höhniſchen ſchneidenden Lächeln, das mich ſo ſehr geärgert hatte. Wenn dann der Ruin des Spielers gewiß und unabwendbar war, wenn der Unglückliche ſeinen letzten Gulden verloren hatte, ließ der Alte jenes rauhe heiſere Lachen hören, das mich bis in's innerſte Mark der Knochen erſchüttert hatte und verließ alsdann ſchnell den Saal. Früher war dieſer Menſch ein glücklicher Spieler ge— weſen; er hatte lange Zeit das Spiel als eine Art Gewerbe betrieben und ſich dabei bereichert. Auch er hatte damit angefangen, zu ſeinem Vergnügen zu ſpielen, bis es bei ihm
Leidenſchaft und Inſtinet wurde und er zum Spieler ward,
wie Andere aus innerem Beruf Aerzte, Advocaten, Sol- daten ꝛc. werden. Die Leidenſchaft des Spiels überwog bei ihm alle anderen, und er hätte ſeine Freiheit, ſein Leben,
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