Ausgabe 
29.7.1848
 
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* 245.

las aufgehetzte, geaͤngſtete und angelogene Volk führen will? Wie unge, deutſches Volk, willſt du dich von den Helfershelfern Blan⸗ ui's und Barbes äffen laſſen? Wie lange willſt du noch das ver⸗ lendete und willfährige Werkzeug jener Auswürflinge der Menſchheit ſyn, nachdem die franzöſiſche Bürgerſchaft ſie in den Staub getreten at? Ihr Arbeiter, die man verderbt, liederlich macht und mit dem ödtlichſten Haſſe gegen alle andern Klaſſen der Geſellſchaft erfüllt, 1 Raub und Mord und zur Zerſtörung aller beſtehenden Verhältniſſe auffordert, meint ihr denn wirklich, daß euern Verführern etwas an ſuch und an eurem Wohle gelegen ſey? Ihr könnt es an den Fingern tbzählen, daß ſie euch das vorlügen. Denn daß ihr nicht beſſer daran ſyd, wenn Alles arm iſt, das kann wohl ein Jeder unter euch be⸗ eifen, und daß ſolch ein Räuberkrieg, wie der in Paris geweſen 1 und in welchen man euch hineinhetzen will, nicht zu euerm Glück gusſchlagen kann, das könnt ihr euch ebenfalls denken. Und ihr, die ir Etwas beſitzet, ſey es viel oder wenig, wie lange wollt ihr euch urch die hingeworfenen BrockenRepublik und Volksſouveränität tie kleine Kinder an der Naſe herumführen laſſen? Ihr meint, ihr 95 die Herren, und ſepd doch nichts als die blinden und willenloſen erkzeuge Derer, welche geſichert im Verborgenen ſtehen und e Fäden in den Händen haben, an welchen euer eigenes Ver⸗ erben geſponnen wird. Meint ihr denn wirklich, man ſtachle deßhalb us Proletariat auf, um euch die geträumte Republik zu erkämpfen, Amit ihr darin regieren könnt? daß dieſe armen Leute dafür ſich tollen todt ſchießen laſſen, damit ihr deſto gemüthlicher im Schooße der Freiheit ruhen könnt? Meint ihr, dieſe Handwerksburſche und Laglöhner wollen darum zu den Waffen greifen, um den kleinen Reſt pittelalterlicher Vorrechte, welche noch ſtehen geblieben und die euch kit Recht nicht gefallen, aus dem Wege zu räumen? Wahrlich dieſen buten iſt es ſehr einerlei, ob ein Mann das Wörtleinvon vor ſinen Namen ſetzen darf, oder nicht; ſie wollen nichts davon, denn ſe wiſſen wohl, daß ſie von dergleichen Dingen nicht ſatt werden. Lei ihnen handelt es ſich um ein ganz anderes Vorrecht, um das Jorrecht des Beſitzes. Das iſt es, was heut zu Tag den Neid und die Begierde der großen Maſſe auf ſich zieht, und gegen dieſes Nrrecht, welches allerdings auch ein Vorrecht der Geburt iſt, ſo linge der Beſitz von den Eltern auf die Kinder übergeht, und zwar dus bedeutendſte Vorrecht von allen, gegen dieſes iſt der ganze gilde Kampf gerichtet.

Das iſt die Republik, für welche ihr ſchwärmt,die rothe fepublik, die Republik der Barbarei! Das iſt die rothe Hahnen⸗ ſder, die euch ſo in die Augen ſticht! In Paris ſind die Leute ver⸗ nünftig geworden; ſie haben die Barbarei unter ihren eigenen Bar⸗ scaden begraben. Wollt ihr nun dazu helfen, daß ſie in Deutſchland re Blutfahne aufpflanze? Wenn ihr es nicht wollt, ſo bietet dem fechte und dem Geſetze die Hand, und helfet dazu, daß die neue Ordnung in Deutſchland ſtark werde!

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Die Herausgeber deutſcher Zeitungen werden im Intereſſe der Menſchlichkeit gebeten, folgende Warnung zu verbreiten. Sie betrifft die ſogenanntenUnterhändler /, welche periodiſch von England kommen, um, gegen ein kleines Daraufgeld an die Eltern, Knaben und Mädchen unter lügenhaften Vorſpiegelungen einer heitern Zukunft zu miethen, oder richtiger, contractiſch an ſich zu ſchmieden. Denn kaum in England angekommen, werden dieſe unglück lichen Weſen von ihren Käufern auf's Unmenſchlichſte behandelt, ſchlecht ernährt, bei Tage mit einer Drehorgel oder mit Beſen ausgeſchickt und Nachts Dutzendweiſe in eine enge Lagerſtätte zuſammengeſperrt, und dabei noch, wenn die Ausbeute des Tages den Erwartungen nicht ent ſpricht, Abends mit Schlägen empfangen. Dieſe Menſchen wiſſen ihre Opfer ſo zu umſtricken, daß, wenn ſie auch von Zeit zu Zeit vor Gericht gebracht werden, es nur ſelten gelingt, ſie zur Strafe ziehen zu können. Es iſt daher der Wunſch vieler in England wohnender Deutſchen, die betreffenden Behörden(beſonders die in Butzbach und Umgegend, woher die meiſten dieſer Unglücklichen kommen), zu veranlaſſen, ihre Gemeinden auf das unbeſchreibliche Elend aufmerkſam zu machen, dem ſolche hülfloſe, der Landesſprache nicht mächtige Geſchöpfe zum Opfer fallen, wenn ſie den trügeriſchen Verſprechungen dieſer abſcheu lichen Menſchenhändler Gehör geben.

reich Friedberg, am 26. Juli 1848. N Aufgefahrenſ Verkauft N

Gattung. wurden wurden Mittelpretſe

(Mltr.)(Mltr.) h r 58 58 9 8 e eee ee 20½ 20% 5 21 Gere 4 4 4 25 N 2 2 3 54 Kartoffeln Roggenmehl..

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Bekanntmachungen von Be⸗ hoͤrden.

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Frucht⸗Verſteigerung. GOA) Montag den 31. Juli, Nachmittags in 2 Uhr, werden in hieſigem Rathhauſe 50 hs 60 Malter Korn, zweimalterweis, meiſtbie⸗ ted verſteigert.

Friedberg den 22. Juli 1848. Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter enden

g Wer ſt ei gerung. 1013) Montag den 31. Juli, Vormittags n 11 Uhr, werden an hieſigem Rathhauſe öfentlich meiſtbietend verſteigert, als: 1) zwei Pferde, 2) drei Kühe, 3) ein Rind und 4) drei Wägen. Friedberg den 24. Juli 1848. In Auftrag: Großh. Heſſ. Landgericht daſ. der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Ben de. Obligations ⸗Verlooſung. (1057) Bei der heutigen ſtattgehabten Ver⸗ ſemmlung des Gemeinderaths wurde die Ver⸗ ſbhoſung der von dem Anlehen à 300 fl. auf

en 1. Auguſt d. J. abzutragende 100 fl. vor⸗ Anommen und iſt dabei die Nro. 28 rückzahl⸗

bar geworden. Der Inhaber gedachter Partial⸗ Pfandverſchreibung wird hiermit aufgefordert, den Betrag an dieſem Tage bei hieſigem Ge meindeeinnehmer in Empfang zu nehmen. Höchſt den 20. Juli 1848. Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Meininger.

Holz ⸗Verſteigerung.

(1058) Montag den 31. d. M., Morgens um 9 Uhr, werden in dem hieſigen Gemeinde- wald 2050 Stück Haiden- und Ginſternwellen, zu Backholz brauchbar, in dem Wald ſelbſt meiſtbietend verſteigert. 5 Ockſtadt den 26. Juli 1848. 1 Der e 1. Bürgermeiſter 10 1

Arbeits- Verſteigerung.

(1059) Montag den 31. Juli, Morgens um

10 Uhr, werden in dem Büreau des Unter⸗

zeichneten nachgenannte Arbeit und Lieferungen

öffentlich an die Wenigſtnehmenden Wee *

1) Maurerarbeit, veranſchlagt zu 24 56 2) Mauerſteine circa 40 3) Gebrannten Kalk circa 8 Bütten 14 40 4) Für Anlieferung von Sand 10 24 Oberwöllſtadt den 26. Juli 1848. Der Großh. f. e i

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Privat Bekanntmachungen.

Ein braves Dienſtmädchen,

(1034) iſraelitiſcher Religion, das ſowohl in häuslichen Arbeiten als auch im Kochen gut erfahren iſt, wird geſucht und kann ſogleich eln⸗ treten. Wo? ſagt die Expedition d. Blatts.

Ein braver Burſche

(1052) wird zu häuslichen Arbeiten in eine Wirthſchaft geſucht. Näheres unter Nr. 1052 bei der Expedition dieſes Blatts.

WRNeue holländiſche Voll häringe!!

(1053) Genueſer Sardellen und Mefſfina⸗ Citronen bei Wilhelm Fertſch.

Verſteigerung. (1060) Nächſten Dienſtag den 1. Auguſt ſollen in Bruchenbrücken ungefähr 450 Stück buchene und tannene Doppeldiehle von 1120 Fuß Länge, welche bisher auf der Eiſen bahn gebraucht wurden und meiſtens in noch gutem Zuſtande ſind, öffentlich gegen gleich bagre Zahlung verſteigert werden bei

Chr. Bückert.

Ein Logis, (1061) wecches ſogleich bezogen werden kann,

hat zu vermiethen Joh. Hanſtein III. neben der Poſt.