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„Das Parlament ſey die politiſche Schulſtube der deutſchen Nation.“
Mit Eröffnung des deutſchen Volksparlaments in Frankſurt a M. erſcheint im Verlage des Bibliographiſchen Inſtituts dahier
unter meiner Redaktion:
Deutlche Parlaments- Chronil.
Ein politiſches Schulbuch für's deutſche Volk.
Das Format wird Groß-Oktav. Ich gebe es wöchentlich und heftweiſe aus, das Heft 3—4 Bogen ſtark, und den Preis für jedes Heft ſetzt die Verlagshandlung auf 3 Sgr. oder 18 kr. rhein. feſt.
Illuſtrirt wird das Buch mit in Stahl geſtochenen Porträts, Lokalanſichten, Situationsplänen, Karten und Tabellen.
(717) Was ich will mit dem Buche, darüber mag Folgendes dienen:[ Spannung jetzt den Blick nach Franfurt gerichtet und harrt auf das Par⸗ Mit der Eröffnung des dentſ chen Parlaments in Frankfurt wird die laments⸗Werk wie auf ein Werk der Rettung und Erlöſung aus Zuſtänden, deutſche Volkshoheit zur That. Das Parlament iſt die Nation im die Keiner mehr dulden mag. Das Parlamentowerk will aber Zeit haben Purpur. Mit unbeſchränkter Machtvollkommenheit ausgerüſtet, hat es den und die Ungeduld wird ſich bezähmen müſſen. Noch iſt kein Plan gefaßt, Bau unſeres künftigen Staatslebens aufzuführen: das Haus unſeres künf- noch hat ſich nicht einmal eine Idee zur Allgemeinheit aufgeſchwungen. tigen Glücks, oder unſeres Unglücks. Ob der Grundſtein die Re⸗ Chaos und Jerfahrenheit iſt Alles. Darum wird das Parlament in der publik, ob er die Monarchie ſey? Das zu entſcheiden, geziemt keinem erſten Zeit nichts weiter ſeyn, als ein Kampfplatz der Grundideen über Andern, als dem Parlamente: denn das Parlament vertritt die Nation Staat und Geſellſchaft und über die verſchiedenen Reglerungsformen, und und nichts gilt in dieſen Dingen, als der ſouveräne Wille der Nation da werden feurige Zungen aus den Häuptern der Parteien glühende Worte allein. Das Parlament wird dieſe erhabene Stellung behaupten; es reden und der Unterricht über Politik und ihre Grundlehren muß ſie behaupten, oder es übt Verrath an der Nation und die wird aus der Verſammlung, über das ganze Volk kommen. Dieſen Nation wird es zermalmen. Unterricht zu befördern und zu vermitteln, das Parlament ſo recht Ein Neubau muß es werden, unſer Haus, daran iſt kein Zwei⸗ eigentlich zur politiſchen Schulſtube für das geſammte deutſche Volt fel; denn der alte deutſche Staat iſt ja morſch, faul, verwittert und auf⸗ zu machen und den Vorträgen im Purlamente eine jeder Faſſungskraft gelöst. Er iſt Ruine geworden, der Wind bläſt durch die Fenſterhöhlen, zuſagende Form mit Ueberſichtlichkeit und geſchichtlichem Zuſammenhang zu der Regen ſtürzt durch's offene Dach; keine Thüre ſchließt mehr und jede geben, iſt mein Gedanke und der beſtimmte Zweck meiner Chronik. Sie Wand iſt geborſten. Für den Augenblick ſprießen ihn die Bajonette zuſam⸗ wird— mit Ausſcheidung alles Unweſentlichen, Unbedeutenden und Lokalen men, binden ihn das Epheu der alten Gewohnheit, der Mörtel aus Bür⸗— den Kern der Parlamentsverhandlungen vollſtändig be⸗ gerblut, die Furcht, der büreaukratiſche und reaktionäre Terrorismus. wahren, ihn erläutern, wo es noth thut, und wo, bei wichtigen Verhand⸗ Aber eben nur für den Augenblick. An einen Beſtand lungen, Notizen, Tabellen, Karten, Pläne zum Verſtändniß beitragen ſolchen Verhältniſſes iſt nicht zu denken. Wir Deutſche Alle, gleichviel, können, ſolche hinzufügen. Die Porträts der tüchtigſten Redner und der welcher Meinung wir angehören, find einig in dem e inen Gefühl des Männer, welche durch Geſinnung und Charakter ſich zu Lieblingen der Unwohnlichen, Unbehaglichen und der Gefahr: in dem Bewußtſeyn, daß Nation erheben, ſollen mein Volksbuch in paſſender Weiſe ſchmücken. es ſo nicht lange mehr bleiben könne. Jeder Tag ſteigert dieß Be⸗ Es liegt im Plan des Unternehmens, die Parlaments⸗Chronik wußtſeyn zum Unerträglichen, denn mit jeder Stunde wird das Kni⸗ für jede Seſſion kortzuſetzen. Sie wird ſo zur Parlamentsgeſchichte ſtern in Wänden und Grundfeſten vernehmlicher, berſten der Tragpfeiler für die Nation werden und dieſer ein klares Bild ihrer volksthümlichen mehre, erweitern ſich die Riſſe, ſcharren Steine in größerer Menge herab, und politiſchen Entwickelung vor Augen halten. ö rücken die Mauern: Einſturz droht und Verderben für Alle, die das Mein Verlagsinſtitut hat den Preis billig geſtellt.— Er iſt hoffent⸗ Haus bewohnen. lich für Keinen, der überhaupt für ſeine politiſche Bildung eine Ausgabe Darum hat auch jeder Deutſche, ohne Ausnahme, mit der größten nicht ſcheut, ein Hinderniß, ſich das Buch anzuſchaffen.
Hildburghauſen, im Mai 1848. J. Meyer.
hBestellungen auf Meher's Parlaments⸗Chronik beſorgen alle Buchhand- lungen in Deutſchland ohne Preisaufſchlog, in Friedberg die Buchhandlung von C. Bindernagel.
(118) In der Ferber'ſchen Univerſitätsbuch⸗
hand Smil Roth) in Gi iſt er⸗. 8. i 3 een 5 ut 1 i po(1190 Ju der C. Chr. Nagelſchen antiquariſchen Buchhandlung(Metzgergaſſe) wird fortwährend C. Bindernagel in Friedberg zu beziehen:]Subſcription angenommen auf die
Stimme aus Heſſen Verhandlungen des conſtitnirenden Parlaments.
an 9+— g f. „ Amtliche Ausgabe mit ſämmtlichen Commiſſtonsberichten u. ſ. w. 3
0 g; Kali N f ilnahme, welche Erbgroßherzog und Mitregenten von Dieſelben erſcheinen täglich bogenweiſe. Durch die unerwartet große Thei 1
8 e und bei Rhein. dies ſo wichtige Werk hier gefunden hat, bin ich in den Stand geſetzt, ein e mit Frank⸗
furt zu unterhalten, was die pünktliche Ablieferung der erſchienenen Bogen um ſo
Gedicht hr ſichert. Da nur auf vorausgegangene Beſtellung Exemplare verabfolgt werden und ſpä⸗
mehr ſichert. a auf gegang. fl 1 6 eerleld Jol V koliſt Wett tere Nachbeſtellungen bei der großen und allgemeinen Theilnahme eicht einen Aufſchub erleiden Johann Baptiſt Wetter. dürften, ſo iſt die ſofortige Einſendung der Beſtellungen erforderlich.
Der Reinertrag iſt zur Unterſtützung hilfsbedürf⸗ tiger Handwerker beſtimmt. Preis 18 kr.
Gepruckt und verlegt unter Verantwortlichkeit von Car! Bindernagelin Friedberg.
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