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Die wohll. Zeitungs⸗Redactionen bitten wir dieſe Auf⸗ forderung in ihre Blätter einrücken zu wollen, ſowie alle größere Handwerker⸗Vereine eine Sammlung an die klei⸗ neren benachbarten Vereine dazu ergehen zu laſſen.
Zell an der Moſel den 24. Auguſt 1848.
E. L. Simon, Buchbinder. Servatius, Färber. Gö⸗ den, Gerber. Binz, Maurermeiſter. Im mig, Bäcker. Grieſſen, Tüncher. Scheurer, Metzger. Bauer, Sattler. Gaſſen, Meſſerſchmied. Schier, Schneider. Bechtel, Schuhmacher. Melchiors, Bierbrauer und Kufer.
Fr. Nahezu x.
Unſtreitig eine der intereſſanteſten Perſönlichkeiten der Frankfurter Nationalverſammlung, eine hoͤchſt liebenswürdige Natur, ein ſelbſt bei den Gegnern ſeiner politiſchen Anſichten beliebter Charakter iſt Fr. Ra veaux aus Cöln.
Wir theilen über ſeine Lebens verhältniſſe mit, was wir darüber aus ſicherer Quelle erfahren. 8
Fr. Raveaux iſt fruher Soldat geweſen, hat als Frei⸗ williger einen Feldzug in Spanien mitgemacht und betreibt gegenwärtig in Cöln ein beſcheidenes Tabakgeſchäft. Aber er gilt viel bei ſeinen Mitbürgern, und dieſer allgemeinen Achtung, in der er ſteht, ſeinem durch und durch ehrenhaften Charakter und ſeinem Geiſte hat er ſeine Wahl zum Abge⸗ ordneten nach Frankfurt zu verdanken. In ſeinen Anſichten iſt er gemäßigter und vermittelnder als die äußerſte Linke der Nationalverſammlung, und nähert ſich daher mehr dem linken Centrum. Es iſt vielleicht kein Redner in der Pauls⸗ kirche, welcher den Ausdruck wahrer, innerſter Ueberzeugung deſſen, was er ſagt, ſo für ſich hätte, wie Raveaux. Bei ihm iſt Alles ſo unmittelbar, er ſpricht ſo einfach und ſchmucklos, ſo herzlich, man möchte ſagen mitunter ſo kind⸗ lich anſpruchlos, und dabei ſind die äußeren Formen ſeiner Rede ſo mild und verſöhnlich, daß er wahrhaft ergreift und rührt. Aber nichts deſto weniger ſind ſeine Reden von geiſtigem Schwunge beflügelt und getragen; ſchön und leicht fliegen ſie hinter einander weg; die etwas hohle Stimme miſcht ihnen etwas reizend Melancholiſches bei, und der ſonſt eben nicht beſonders huͤbſche Cölner Accent klingt aus ſeinem Munde recht angenehm. Ohne den Ernſt des Prin⸗ cips je aufzugeben, iſt er ein ſo tiefgemüthlicher Mann des Friedens, daß man ihm nicht anders wie einem lieben Freunde in's treue Auge blicken und ihm die Hand zum brüderlichen Gruße reichen möchte.
Raveaux iſt ein Mann von mittleren Jahren, von faſt hagerem, etwas leidend ausſehendem Körperbau; er hat edle, ausdrucksvolle, feine und kluge Geſichtszüge, dunkles
Haar, ſpitzen, dunklen Bart und tiefe, lebendig blitzende Augen. Möge uns der edle Mann lange erhalten bleiben, und
er ſich nicht, wie es leider den Anſchein haben ſoll, in ſeinen
Anſtrengungen und muthigen Kämpfen für die Ehre, die Freiheit und die Wohlfahrt ſeines Vaterlandes ſeine Kräfte aufreiben!
Mannigfaltiges.
Eine rührende Erkennungsſcene.— Am 22.
Juni ereignete ſich bei der feierlichen Frohnleichnams— proceſſion in der Domkirche zu Poſen ein ſehr intereſ— ſanter Zwiſchenfall. Unter der Zahl der Beter befand ſich nämlich auch ein preußiſcher Huſar, der in dem blutigen Gefecht von Miloslaw am 30. April verwundet vom Pferde geſunken und demnächſt nur durch die Menſchlichkeit eines polniſchen Uhlanen vom Tode gerettet worden war. Dieſen ſeinen Retter erkannte jetzt der Huſar in einem der bei der Proceſſion celebrirenden jungen Kleriker wieder; freilich glaubt er anfänglich ſeinen Augen nicht trauen zu dürfen, ſo daß ſein Hinſtarren das Befremden aller Umſtehenden erregte, als er ſich jedoch vollſtändig vergewiſſert hatte, daß er ſich nicht irre— und er irrte ſich nicht, denn derſelbe Prieſter, der jetzt das heilige Rauchfaß trug, hatte vor noch nicht zwei Monaten die Ulahnenlanze geſchwungen— da ſtürzte er dieſem, der eben mit dem Zuge in die Sakriſtei eintreten wollte, nach, umfaßte ihn in der Mitte des Leibes und bedeckte ſeine Hände mit Küſſen.(N. illuſtr. Ztſchrft.)
Beiträge zur deutſchen Flotte.
Von den rückſtändigen Beiträgen eingegangen 10 fl. 52 kr. Frühere Einnahme 8 4 5 70 fl. 26 kr. Summe 81 fl. 18 kr.
Dieſe Summe(81 fl. 18 kr.) liegt zur Abſendung nach Frank⸗ furt bereit, bleibt aber wegen der politiſchen Kriſis vor der Hand noch bei J. Steinhäußer deponirt.
Friedberg den 20. September 1848.
R. Schlich. Urich. J. Steinhäußer. W. Simon. Markt ⸗ Bericht. Friedberg, am 20. September 1848.
Aufgefahren] Verkauft 5
Gattung. wurden wurden Mittelpreiſe (Mltr.)(Mltr.) 3
Wakzen. 62 41 9 18 ir 25 18 5 52 Gerſte 26 26 4 46 e 23 16 3 11 Kartoffelnn 18 10½ 1 36 Eben 5 2 5 15
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Bekanntmachungen von Be⸗ hoͤrden.
e NÆι Hofraithe⸗Verſteigerung⸗ (13010 Montag den 9. Oktober l. J., Vor⸗ mittags um 10 Uhr, wird in hieſigem Rath⸗ hauſe die den Anton Nerr'ſchen Eheleuten ge⸗ hörende Hofraithe, beſtehend in einem Wohnhauſe, an Karl Oßwald und Jakob Mock gelegen, gibt in den Präſenz 6 kr., dem Fürſten zu Solms Braunfels 6/ kr., öffentlich meiſtbietend ver⸗
ſteigert. Friedberg den 5. September 1848. In Auftrag: Großh. Hefſ. Landgericht daſ. Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Bender.
Hofraithe⸗Verſteigerung.
02) Montag den 9. Oktober, Vormittags 11 10 Uhr, wird in hiefigem Rathhauſe die
den Heinrich Büttner'ſchen Eheleute dahier gehö⸗ rende Hofraithe, beſtehend in einem Wohnhaus, an Ludwig Hoffmann und Hofgerichtsadvokat Trapp III. gelegen, öffentlich meiſtbietend ver⸗ ſteigert. Friedberg den 5. September 1848. In Auftrag: Großh. Hef, Landgericht daſ. Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Bender. Edicetalla dung. (1329) Nachdem Heinrich Sölter von Gon⸗ zenheim bei der unterfertigten Stelle ſeine In⸗ ſolvenz angezeigt hat, werden andurch deſſen Gläubiger vorgeladen, in dem zur Liquidation der Forderungen, auf g Freitag den 6. Oktober d. J., Vormittags um 10 Uhr, anberaumten Termin um ſo gewiſſer zu er⸗ ſcheinen und ihre Forderungen zu liquidiren, als ſie anſonſten mit ihren Anſprüchen an die vor⸗ handene Maſſe, ausgeſchloſſen werden ſollen.
Der Präclufiobeſcheid wird nur auf der Amts⸗ ſtube eröffnet.
Homburg den 28. Auguſt 1848.
Landgräflich Heſſ. Juſtiz⸗Amt Dr. v. Haupt.
Kor nſtroh⸗ e (1351) Da die Lieferung von etwa 250 Gebund Korn⸗Stroh, zum Füllen der Betten in den Caſernen dahier, auf dem Soumiſſtonswege vergeben werden ſoll, ſo werden die Intereſſen⸗ ten mit dem Anfügen in Kenntniß geſetzt, daß die ieferungebtoingungen bei dem Unterzeich⸗ neten, Ludwigsſtraße Nro. 470, täglich einge⸗ ſehen werden können; die Soumiſſion längſtens bis den 25. d. M., Vormittags um 10 Uhr, verfiegelt und mit der Aufſchrift:„Stroh⸗ Lieferung betreffend“, in dem am Eingange des Verwaltungs⸗Büreaus des 2. Bataillons des 4. Infanterie⸗Regiments aufgehängten Käftchen eingelegt werden müſſen und gleich nach Ablauf dieſer Friſt die eingelegten Soumiſſionen in dem genannten Bureau geöffnet werden, wobei


