Ausgabe 
18.10.1848
 
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Provinz Oberheſſen

im Allgemeinen,

den Regierungsbezirk Friedberg

im Beſonderen.

M 382.

Mittwoch, den 18. Oktober

1848.

Amtlicher Theil.

Die Großherzoglich Heſſiſche Regierungscommiſſion des Regierungsbezirks Triedberg an die Großh. Buͤrgermeiſter dieſes Regierungsbezirks. Betreffend: Die Wahlen der Mitglieder der Bezirksräthe.

Unter Bezugnahme auf das Geſetz vom 31. Juli 1848 Art. 21 24 und die Bekanntmachung vom 5. Oktober 1848,

Regierungsblatt Nr. 58, woraus Sie erſehen, welche Ge⸗

meinden des Regierungsbezirks zu einem Wahlbezirke zu Erwählung eines Mitgliedes des Bezirksrathes verbunden iind, benachrichtigen wir Sie, daß jedem von Ihnen unter Touvert ein Exemplar der Anleitung für das Verfahren bei den Wahlen der Mitglieder des Bezirksraths zugeht, und fordern Sie auf, gleich nach deſſen Empfang, die Einleitung zur Vornahme dieſer Wahl zu treffen, ſolche genau nach den in der Anleitung gegebenen Vorſchriften vollziehen zu ſgaſſen und ſofort die Acten an uns einzuſenden. Friedberg den 14. Oktober 1848. Ouvrier.

Stimmzettel zur Wahl des Bezirksraths ſind vor⸗ räthig bei C. Bindernagel in Friedberg.

Auszüge aus dem Reglerungsblatte. Auszug aus dem Regierungsblatt Nr. 50 von 1848.

i 1) Nachtrag zu dem Regulativ vom 18. Auguſt 1837, betreffend: die Reinfgung der Schornſteine und die Verrichtungen der Kaminfeger. 2) Verzeichniß der Vorleſungen, welche auf der Großherzoglich Heſſiſchen Sudewigs⸗Univerſität zu Gießen im Winterhalbjahre 18, gehalten und am 23. Oktober beſtimmt und allgemein ihren Anfang nehmen werden. 3) Anerkennung geleiſteter Dienſte. Seine K. H. der Großherzog Haben Sich bewogen geſehen, die langjährigen treuen Dienſte des erſten Heiſtlichen und Mitglieds der Bezirks⸗Schulcommiſſion, Inſpectors Ebel zu Grünberg bei deſſen am 10. September eingetretene fünfzigfährigen Dienſtiubilaum anzuerkennen. 4) Dienſtnachrichten. Am 29. Auguſt wurde der ſeitherige 2. Buchhalter bei der Staatsſchulden⸗Til⸗ Zungskaſſe Julius Pet ſch daher, zum erſten Buchhalter und ver ſeitherige Acreſſiſt bei der Staatsſchulden⸗Tilgungskaſſe, C. V. Bader dahler, zum Calculator bei dieſer Kaſſe ernannt; am 14. September wurde das dem Beometer F. Scherer aus Bechtheim unter dem 13. Oktober 1845 für ven Kreis Worms ertheilte Patent als Geometer der 3. Klaſſe für un⸗ gültig erklärt. 5) Dienſtentbindung. Am 1. Sept. haben S. K. H. der Großherzog den Miniſtertalrath R. C. Th. Eigenbrodt auf ein Nachſuchen aus dem Miniſterlum des Innern zu entlaſſen geruht.

6) In den Ruheſtand ſind verſetzt worden: am 15. Auguſt der Schullehrer J. P. Becker zu Climbach; am 29. der Director des Ober ſchulraths Chriſtian Knorr zu Darmſtadt, auf Nachſuchen, in Rückſicht auf ſeine geſchwächte Geſundheit.

Der Sophien dukaten. (Fortſetzung.)

Herward war von ſeiner Promenade nach dem Bade⸗ ort zurückgekehrt; wieder wandelte er die mit bunten Lam⸗ pen erheliten Lindenalleen des Kurgartens auf und ab, fertwährend mit ſich ſeilbſt kämpfend, ob er das Spiel verſuchen ſolle oder nicht; da trat plötzlich der Tabuletten⸗ krämer aus einer dunkeln Laube, und die goldene Uhr, welche von einem in der Nähe befindlichen Gaskandelaber zauberhaft beleuchtet wurde, Herwarden hinhaltend, ſprach er wieder:Fünf Louisd'or, ein Pappenſtiel.

Hinweg, Verſucher! rief Herward, dem die Geſtalt des Tabulettenkrämers immer unheimlicher vorkam, und eilte nach den belebteren Salons, wo er ſich durch ein Glas Punſch auf andere Gedanken zu bringen und die Verſuchung zu unterdrücken hoffte. Er genoß ein, zwei, drei Gläſer; aber dieſer Trank wirkte nicht beruhigend, im Gegentheil verurſachte er, daß endlich, nach langem, hartem Kampfe die Leidenſchaft den Sieg davon trug und Herward mit den Worten:Es geſchieht ja nur einzig Dir zu Liebe, meine theure Emilie; Dir eine unſchuldige Freude zu machen, kann ja gewiß nichts Unrechtes ſein! mit klopfendem Herzen nach dem Spielzimmer ſchlich.

Herward ſtand lange klopfenden Herzens hinter dem einen der Pointeure, bevor er einen Satz wagte. Da er nicht den Muth hatte, ein Livret zu verlangen, ſo bat er endlich ſeinen Vordermann, ob er ihm wohl erlauben wolle, einen Thaler auf ſeine Karte mit zu ſetzen. Der Pointeur hatte Nichts dawider, und Herward ſchob mit etwas zit⸗ ternder Hand ſein Geldſtück auf die Karte. Gleich bei'm nächſten Abzug ſchlug dieſe für den Bankier. Herward erblaßte. 5 1 Das iſt ein gutes Zeichen, fluͤſterte der Neben⸗ mann Herward in's Ohr, wenn man gleich das erſte Mal verliert; ſetzen Sie eine neue Karte, ich wette, Sie haben Glück, aber Sie müſſen auf ſelbſt gezogene Blätter ſetzen; darf ich Ihnen mein Buch anbieten? ich ſpiele nicht mehr.

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