Nr. 45 d. Bl. iſt meine Perſönlichkeit beſonders angegriffen, worauf ich erwiedere, daß jeder
vernünftige Menſch dieſe Verdächtigung als eine
in verworrenen und urtheilsunfähigen Köpfen entſproſſen anſehen kann, da die Abſetzung eines, der Gemeinde dienendes, Subjekt nicht durch ein Mitglied des Ortsvorſtandes bedingt iſt. Aus der Natur der Sache iſt erſichtlich, daß, falls ich mir eine ſolche Aeußerung erlaubt habe,
es nur aus Scherz geſchehen iſt. Der Verfaſſer
des Art. in Nr. 45 ſcheint durch unſern abge⸗ ſetzten Rechner, der ſo lange gerechnet und ſich verrechnet hat, bis die Gemeinde für ihn die Zinſen von 2000 fl. bezahlen mußte, was ſeine Abſetzung herbeiführte, angeſpornt zu ſein. Er kann ſich jetzt mit Louis Philipp und Metternich tröſten, nur iſt's ſchade, daß er mit dieſen ſeines mageren Zuſtandes halber die Dachskur nicht
auszuhalten vermag. Ich bitte in Zukunft mich
gerichtlich zu belangen. Andreas Guckelsberger.
Gras⸗Verſteigerung.
1872) Dienſtag den 20, Juni, Nachmittags um 2 Uhr, will Unterzeichnete ihr Heu⸗ und Grummetgras in 24 Abtheilungen an Ort und Stelle verſteigern laſſen.
Ph. Philippis Wittwe.
Eine große Scheuer
(873) in der A. Kehr'ſchen Hofraithe iſt zu
vermiethen. Friedberg. Fr. Müller.
Erwiederung.
(810 Im Intelligenzblatt Nr. 46, Inſerat 819, beklagt ſich ein Weißbindermeiſter Jakob Rühl von Oberwöllſtadt, daß ihm bei der un⸗ term 5. b. M. abgehaltenen Verſteigerung der Weißbinderarbeiten am hieſigen Schul ⸗ und Rathhaus,— wo er doch der Letztbietende ge⸗
weſen und die Arbeit um 8/ fl. billiger habe
fertigen wollen,— der Weißbinder Jakob Koſt von hier vorgezogen worden, während derſelbe gar nicht einmal ein geprüfter Meiſter ſey. Rühl hält durch dieſe Handlung das Gemeinde⸗ Intereſſe benachtheiligt, ſich per ſönlich aber ver⸗ letzt u. f. w. ö
% 198*
Ohne mich, dem Weißbinder Rühl gegenüber, hier verantworten zu wollen, will ich nur die Beweggründe öffentlich angeben, welche mich be⸗ ſtimmten, dem Weißbinder Koſt und nicht Rühl den Zuſchlag der Arbeit zu ertheilen:
Vor dem Beginn der Verſteigerung machte mir der Weißbinder Koſt die Anzeige, daß die anweſenden vier Weißbinder von Oberwöllſtadt ihm 7fl. und ein Heldenberger Weißbinder 1 fl. 45 kr. abgefordert und dagegen die Zuſicherung ertheilt hätten, nicht mitbieten zu wollen; daß dieſelben aber, wenn er, Koſt, nicht darauf ein⸗ gehe, die Arbeit um jeden Preis ſteigern und ihn jedesmal um 10 fl. abbieten würde.
Dieſes, eine Prellerei bezweckende Treiben, veranlaßte mich, mir unter den drei letzt⸗ fordernden Weißbindern die Wahl vor⸗ zubehalten, was auch geſchehen, im Protokoll gewahrt und in der Art ausge⸗ führt worden iſt, daß, nachdem Rühl jene Drohung wirklich ausführte, ich nicht dieſem als Letztfor⸗ dernden, ſondern dem zweitletztfordernden J. Koſt von hier den Zuſchlag der Arbeit ertheilte. Hat⸗ ten doch die Oberwöllſtädter Weißbinder von vorn herein offen erklärt, die fragliche Arbeit ſei bei der geringen Voranſchlagsſumme(152 fl.) nicht wohl auszuführen,— welche Arbeit hatte alſo die Gemeinde zu erwarten, wenn ſie dem J. Rühl dieſelbe für 128% fl. überlaſſen hätte? Daß Rühl ein geprüfter, und Koſt kein geprüfter Meiſter iſt, thut nichts zur Sache; ich habe vielfach die Erfahrung gemacht, daß die theore⸗ tiſch geprüften Handwerker Pfuſcher ſein können, — ich halte mich deßhalb zunächſt an diejenigen Handwerker, deren Arbeiten erprobt und ſtets als tüchtig befunden worden find.
Daß unter den hier erläuterten Verhältniſſen das Intereſſe der hieſigen Gemeinde,— was der hieſige Gemeinderath anerkennen wird— nicht benachtheiligt iſt, wird Jedermann ein⸗ leuchten, ebenſo, daß Rühl, welchem die Arbeit nicht übertragen wurde, auch kein Protokoll zu unterſchreiben hatte. Slaubt Letzterer aber in geſchäftlicher Beziehung ſich benachtheiligt, ſo muß ich ihm überlaſſen, ſeine deßfallſige Ent⸗ ſchädigungsanſprüche an mich gerichtlich geltend zu machen.
Niederwöllſtadt den 14. Juni 1848.
Der Großh. K ee o ſt.
Das von dem, zur Leitung des diesjährigen Feldbergsfeſtes zuſammengetretenen Ausſchuſſe ausgeſchriebene allgemeine
Frei⸗ und Ehrenſchießen,
(875) wird in Friedberg im Laufe nächſter Woche ſtattfinden; jeder unbeſcholtene deutſche Mann iſt zur Theilnahme berechtigt; zur Einzeichnung deßfallſiger Anmeldungen und Einſicht des Näheren, wird Sonntag den 18. d. Mts., nach der Kirche und Montag den 19., von Morgens 8 bis Abends 8 Uhr, eine Liſte auf dem hiefigen Schützenrain offen liegen; nach deren Schluß wird den Theilnehmern das weiter Erforderliche eröffnet und können ſpätere Anmeldungen wahrſcheinlich nur ſo weit es die getroffen werdenden Vorbereitungen geſtatten, Berückſichtigung finden.
Friedberg im Juni 1848.
Lite barifſche Am zei ge. Im Verlage von C. Bindernagel in Friedberg iſt erſchienen:
Zur Synodalfrage, Gedanken eines Weltlichen
über die der evangeliſchen Kirche im Großherzogthum Heſſen zu gebende Verfaſſung
von
K. L. Hunſinger,
Steuercommiſſär in Hungen.
Preis 9 kr.
„Die bevorſtehende Spnodalberfaſſung bewegt eben die ganze proteſtantiſche Welt; obiges 8 aus der Feder eines Weltlichen, dürfte die Aufmerkſamkeit ſowohl der Geiſtlichen als der Laien erregen.
Kirchliche Anzeigen für Friedberg.
Sonntag Trinit. den 18. Juni 1848. Pfarramtliche Funktionen verrichtet: Herr Stadtpfarrer Fertſch.
Vormittags predigt in der Stadtkirche: Herr Stadtpfarrer Fertſch. (Confirmation der Mädchen.— Abendmahl.)
Nachmittags predigt in der Stadtkirche: Herr Candidat Kaiſer. Vormittags predigt in der Burgkirche:
Herr Candidat Groh. Nachmittags predigt in der Burgkirche: Herr Candidat Diehl*
Fruchtpreiſe.
5— ö 14. Juni. 9. Juni.] 8. Juni. Gattung. Frled⸗ Mainz Die⸗
berg burg N ff. ir. F. ir. TE Waizen pr. Malter 9 30 9 27 930 Korn„„ 6 15 550 675 Gerſte„ 15 5110 58 5— Hafer 77 7 4115 4 6 3140 Polizei⸗ Taxe
fur die Städte Friedberg und Butzbach vom 17. bis 23. Juni 1848.
— 5 Fried⸗ Buß S Brod⸗Preiſe. berg. bach 8 5 11 Leib⸗Roggenbrod 6 2 75., 4 3 4 3 4 7 7 9 9 9 85 Milchbrod 8 15 1— — Waſſerweck N 15 ½¼ 8 — Gemiſchtes(Tafel⸗) Brod 15% 15 ¾% Fleiſch⸗Preiſe. pf. pf. Je e, . emäſtete. 5 „(Kühfleiſch kau 8 Jango zen] gemäſtetes 8—1 81— 1 Rindſteiſch ungemäßſtes 7 „ Kalbfleiſch 6—1 6— „ Schweinenfleiſch 412 2 12— „Hammellleiſch 99 9— „ Schaaflleiſch 7—1 71— „ Wurſtvon blos Schweinen 13— 14— „ Gemiſchte Wurſt 8 10-- „ Bratwurſt 17— 17— „ Schwartenmagen 16— 16— „ Geräucherter Speck 2424— 7 Schinken 20— 20— * Sar waz 2— 121— 175. g „ Schr gsgrlaſer 24— 24 unausgelaſſen 20— 20— „Nierenfett 24— 24 „ Hammelsfett 181— 1181— Der Gr. Heſſ. Kreisrath d K. Friedberg
Küchler.
Gedruckt und verlegt unter Verantwortlichkeit von Carl Bindernagel in Friedberg.


