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theilhaftes Licht zu ſtellen. Ein neuer Steueraufſeher macht in einem kleinen Landſtädtchen Furore, und nicht lange war er am Orte, als er auch ſchon viele Blicke von Jungen und Alten, Schönen und Häßlichen, Mädchen und Frauen auf ſich zog. Wilhelm aber war hieb- und ſtichfeſt, er widerſtand allen Lockungen. Da wurde eine an Jahren und an Gütern reiche Wittwe ſeiner anſichtig, und ihr altes Herz entbrannte in junger Liebe. Der junge Steuer⸗ aufſeher ſchenkte jedoch den Liebesbewerbungen der verblühten Dame keine Beachtung, trotzdem daß ſie dieſelbe mit bedeu⸗ tenden Hilfstruppen, einem großen Vermögen, zu unterſtützen ſuchte. Da ſann die Alte auf eine Liſt.
Sie wurde krank und ließ den Herrn Steueraufſeher zu ſich bitten. Hier eröffnete ſie ihm mit matter Zunge unter vier Augen, daß ſie ihm jetzt an der Grenze ihrer Tage einen Beweis ihrer von ihm verſchmähten uneigen— nuͤtzigen Liebe geben wolle, indem ſie ihn zum Erben ihres ganzen Vermögens einſetzen wolle, wenn er ſich auf ihrem Sterbebette mit ihr trauen laſſen wolle, damit ſie ihren Innigſt⸗ geliebten wenigſtens noch nach ihrem Tode glücklich wiſſe.
Der junge Mann hatte allerlei Gewiſſensſerupel und bat ſich Bedenkzeit aus. Aber der Dämon der Habſucht ſiegte in ihm. Er holte ſich bei ſeinen Freunden Rath, und dieſe redeten ihm zu, die Rolle des Ehemanns für die wenigen Stunden, welche die Wittwe noch zu leben hätte, zu übernehmen. Die Trauung ging vor ſich, kaum ver⸗ mochte die todtkranke Braut, das bindende„Ja“ zu ſtam⸗ meln; der Geiſtliche verließ das Zimmer, und mit erleich— tertem Herzen ſchien die Kranke dem letzten Augenblicke entgegen zu gehen. Der junge Ehemann bezog indeß am Abende gewohnter Weiſe ſeinen Zöllnerpoſten, und hinter—
ließ der Wärterin den Befehl, ihn ſofort in Kenntniß zu ſetzen, wenn ſeine Frau das Zeitliche geſegnet hätte.
Vergebens aber harrte er von Stunde zu Stunde; endlich graute der Morgen. Die Sonne ſtieg flammend am fernen Horizonte empor, die Ablöſung kam, und Wilhelm eilte nach Hauſe. Eben wollte er zu der Kranken hinein— gehen, da öffnete ſich die Thüre ſeines Zimmers, und herein trat ſie ſelbſt, die Todtgeſehnte, umfloſſen von bräutlicher Scham, in ihren Händen das niedlichſte aller Kaffeeſervice, in welchem ſie ihrem Gatten den Morgentrank präſentirte.
Der Arme war nahe daran, vor Schreck umzuſinken; ſein Entſetzen hätte nicht größer ſein können, wenn ſie wirk⸗ lich geſtorben und ihm als Geiſt erſchienen wäre. Mit Grauen und Wuth erkannte er nun, daß das Ganze ein von der heirathſüchtigen Dame wohlangelegter und vollkom⸗ men gut durchgeführter Theatercoup geweſen.
Der Arzt aber, welcher die Patientin behandelte, will, wie man vernimmt, das unbegreifliche Phänomen ihrer plötzlichen Geneſung bei der nächſten Verſammlung der Naturforſcher und Aerzte zur Berathung bringen.
Mar kt Bieri hn.
Friedberg, am 13. Dezember 1848. 5 Aufgefahren Verkauft„
Gattung. wurden wurden Mittelh reife (Mltr.)(Mltr.) hen Waß en 72 72 T 5 S 49 37 5 18 Gerſte 36 20 4 12 Sar 24 11 2 58 Kartoffeln. 25 127 2 4 Eiben 19 12 5 2
Bekanmmachungen von Be⸗ hoͤrden.
ae N νι N Nα⏑ν Gläubiger- Aufforderung.
(1677) Alle diejenigen, welche Forderungen oder ſonſtige Anſprüche an den Nachlaß des Müllers Peter Spuck auf der Spuckenmühle dahier zu machen haben, werden hiermit aufge⸗ fordert, ſolche innerhalb vier Wochen bei dem Unterzeichneten um ſo gewiſſer anzuzeigen, als ſonſten, bei Vertheilung des Nachlaſſes, keine Rückſicht mehr darauf genommen werden kann. Niederwöllſtadt den 28. November 1848. In Auftrag: Groß. Heſſ. Landgerichts Der Großh. n o ſt.
Canevas,
Dimenſionen,
Bekanntmachung. (1726) Nachſtehende Bedürfniſſe für die bie⸗
Tafeln, Flaſchen, Lampen u. ſ. w., und dem
Mittwoch den 20. l. M, Vormittags 10 Uhr; 5) Werkholz in Bohlen nach verſchiedenen Dicken, als: Weißbuchen, Apfel-, Birn⸗, Kirſch⸗, Zwetſchen- und Nußbaum, Eſchen, Birken
und Erlen, Fourniere aller gewöhnlichen Holzgattungen, ſowie auch von Palliſander, Mahagoni, Citronen u. ſ. w., eichene Räym⸗ linge und Bohlen zu verſchiedenen Dicken, Dielen und Latten, aus Tannen- oder Kie— fernholz, nach verſchiedenen Gattungen und
Donnerſtag den 21. l. M., Vormittags 10 Uhr; 6) Eiſen, Stahl, Eiſen- und Meſſingblech, Eiſen- und Meſſingdraht, Drahtſtiften, Schrauben, Nieten, Feilen aller Art, Stemm⸗ zeuge und Hobeleiſen, Nähnadeln und Fin⸗ gerhüte ꝛc., Zwirne und Nähſeide, Band, Schnur, Knöpfe ꝛc., Stuhlrohre, Farben⸗
und Firnißſtoffe, gebleichte und ungebleichte Leinwand zu 1— 1% Ellen Breite,
ſogleich erthelt werden. Nunmehr iſt die Ge⸗ nehmigung durch böbere Behörde erfolgt und wird hiermit den Steigerern bekannt gemacht und weiter beſtimmt, daß von Montag den 18. d. M. an, Zahlung bei Gr. Rentamt Friedberg geleiſtet werden kann; diejenigen Steigerer aber, welche von der Zahlungsfriſtbewilligung Ge⸗ brauch machen wollen, ebenfalls an dem ge⸗ nannten Tage die Verabfolgungs⸗Anweiſungen gegen vorſchriftsmäßige Bürgſcheine bei Unter⸗ zeichnetem in Empfang zu nehmen haben. Die Abfuhr des Holzes beginnt Mittwoch den 20. d. M. und muß mit dem 12. Januar been⸗ digt ſeyn. 5 Oberrosbach den 5. December 1848. Der Gr. Revierförſter des Reviers Oberrosbach Bingmann.
Holz⸗Verſteigerung.
(1727) In dem Gräfl. Solms⸗Rödelheimi⸗ ſchen Beinhardswalde werden Montag den 18.
ſige Anſtalt auf das Jahr 1849, ſollen an die Wenigſtfordernden vergeben werden, und zwar: J. im Wege öffentlicher Verſteigerung: 1) die Lieferung von 150 Stecken buchen Scheit⸗ holz, ſowie der Bedarf an Sand und Lehm, Montag den 18. l. M., Vormittags 10 Uhr; 2) der Bedarf an Ochſen- Rund Schweinen⸗
fleiſch ꝛc., Dienſtag den 19. l. M., Vormittags 10 Uhr. II. Im Soumiſſionswege:
3) der Bedarf an Brenn- und Leinöl, der Milch für die Menage, des Papiers und der übrigen Schreibmaterialien, ſowie der erforderlichen ein⸗ und zweiperſoͤnigen wol⸗ lenen Bett-Teppichen, ebenfalls
Dienſtag den 19. l. M, Vormittags 10 Uhr;
J ferner 20 Stecken eichen Küferholz, 1500 Stück Reiſerbeſen, der Bedarf an leinenen und baumwollenen, ſowohl farbigen als
ebleichten und naturellgrauen Garnen, der eilerwaaren, des Leims, der Soda und Potaſche, der verſchledenen Glaswaaren in
Seife und Talgichter,
Frcitag den 22. l. M., Vormittags 10 Uhr.
Indem man die Intereſſenten hiervon in Kennt⸗ niß ſetzt, bemerkt man zugleich, daß die näheren Lieferungs-Bedingungen und etwaige Proben vor den bezeichneten Terminen auf dem Directorial⸗ Büreau dahier eingeſehen werden können, und daß die Soumiſſionen ſelbſt deutlich geſchrieben und unterzeichnet, beſiegelt und mit den erfor⸗ derlichen Aufſchriften verſehen, zeitig in den vor dem Eingange genannten Büreaus befindlichen Soumiſſions-Kaſten eingelegt werden müſſen.
Marienſchloß am 4. December 1848.
In Auftrag: Der Verwalter Bauer.
Bekanntmachung. Holzverſteigerung in dem Gr. Domanialwald Burgwald, Forſtreviers Oberrosbach, betreffend.
(1130) Die Genehmigung der obigen, am 24. v. M. abgehaltenen, Holzverſteigerung konnte wegen niedrigen Preiſen von Unterzeichnetem nicht
d. M., Morgens um 10 Uhr, öffentlich meiſt⸗ bietend verſteigert:
1) 56 Stecken buchen Prügelholz,
7„ Stockholz, 3%„Reißholz, 4) 400 Wellen eichen 1 5) 300„ ginſtern 8
Die Zuſammenkunft iſt auf dem Beinhards⸗
hofe. Forſthaus Beinhards den 10. Dezember 1848. 1 Der Gräfliche Revierförſter des Reviers Aſſenheim Hartmann.
0 Holz⸗Verſteigerung. (1729) Montag den 18. d. M., Vormittags um 9 Ühr, ſollen in dem hieſigen Gemeinde⸗ wald nachbenannte Holzarten, als: 141 eichen Bauſtämme, vorzüglich zu Bau⸗ und Werkholz geeignet, ſowie 66 Stecken eichen Scheitholz, beſter Qualität,


