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Als die Kleider fertig waren und ſich das arme Kind mit Stolz in einem vor daſſelbe hingeſtellten Spiegel be⸗ trachten konnte, ſagte eine ihrer Wohlthäterinnen zu ihr:
„Nun biſt du ja recht huͤbſch, Kleine!“—
„O, mein Fraͤulein, erwiederte dieſe eitel,„in einigen Tagen werde ich noch viel ſchöner ſein, denn ich werde ein ſeidenes Kleid bekommen.—„Wie, woher?“—„Gewiß; nachdem geplündert worden iſt.“—„Aber das Plündern,
mein Kind, iſt ja Diebſtahl!“—„O, Sie täuſchen ſich,
bis dahin iſt es erlaubt!“ Dieſe Thatſache wird verbürgt.
Ein engliſcher Marquis machte ſich dieſer Tage den Spaß, mit ſeinen Freunden auf der Eiſenbahn in der vierten Claſſe zu fahren. Die Eiſenbahn-Beamten, hierüber verdrießlich, mietheten ein paar Schornſteinfeger und ließen ſie, ganz mit Ruß bedeckt, zwiſchen der vornehmen Geſell— ſchaft Platz nehmen. Bei der nächſten Station kaufte der Marquis Billete für die erſte Claſſe, gab ſie den Schorn⸗ ſteinfegern und ließ ſie Platz nehmen, um die Zeichnung auf den ſeidenen Sitzkiſſen zu verſchönern.
Ein naiver Vorwurf. Welches Aufſehen Klop—
ſtock's Meſſiade bei ihrem erſten Erſcheinen in ganz Deutſch—
land erregte, iſt bekannt; die Einen ſtrömten über im Lobe, die Anderen, die den kühnen Flug des Sängers nicht zu faſſen vermochten, nannten die Meſſiade„ein verrücktes Buch!,— Eines Morgens befand ſich Klopſtock in dem Vorzimmer ſeines Gönners, des Grafen Bernſtorff. Ein General geſellte ſich zu ihm, ohne ihn zu kennen, und fand an des Dichters Unterhaltung großen Gefallen. Als der General zur Audienz gerufen wurde, fragte er den Dichter: — Darf ich um Ihren Namen bitten?— Ich heiße Klop⸗ ſtock.— Haben Sie etwa die Meſſiade geſchrieben?— Ja wohl!— Wie iſt das möglich? Sie reden ja ganz vernünftig!(N. illuſtr. Ztſchr.)
Beiträge zur Gründung der deutſchen Flotte.
Einnahme. fl. kr. a) Durch den Wochenverein vom 1. Juni bis 2. Auguſt 28 47 b) Durch einmalige Sammlung 5 42 39
4 1 3 6 Summe us gabe. 0 Für Dienſtleiſtung 1—
Rückſtändige Beiträge bis zum 15. September beiläufig
20— Friedberg den 14. September 1848. R. Schlich. Urich. Steinhäußer. W. Simon.
Kirchenbuchsauszug vom Auguſt 1848. Hungen.
Getraute: Keine.
Getaufte:
6. Dem Bürger Peter Otterbein ein Sohn, Chriſtian, geb. den 21. Juli. i—
13. Dem Bürger und Metzger Konrad Zutt ein Sohn, Heinrich, geb. den 27. Juli.
27. Dem Bürger und Kammacher Jakob Mattheis eine Tochter, Louiſe Eliſabethe Johannette Suſanna, geb. den 7. Auguſt.
Beerdigte: 6. Dem hier wohnenden prakt. Thierarzte Louis Zufall ein Sohn, Karl Philipp Wilhelm Otto Auguſt, 10 Monate und 10 Tage alt, 7 den 4. Auguſt.
Markt e ee iht. Friedberg, am 13. September 1848.
Aufgefahrenl Verkauft l
Gattung wurden wurden Mittelpreiſe
(Mltr.)(Mltr.) an Waizenm 126 104 9 16 Nor 28 18 5 48 Werſts 45 39 5 3 Hafen 18 11 3 2 Kartoffeln———— Erbſenn 4 1 6 15
71 26
Bleibt Reſt 70725
Bekanntmachungen von Be⸗ hoͤrden.
N ιιν d νι
Verpacht ungen.
(1306) Montag den 18. l. M., Nachmit⸗ tags um 4 Uhr, werden an Ort und Stelle, in dem Hoſpitalhofe in der Uſa⸗Vorſtadt, drei Wohnungen meiſtbietend verpachtet. Friedberg den 7. September 1848. Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Ben de k. Verſtei gerung. (4307) Montag den 18. l. M., Vormittags um 10 Uhr, wird in hieſigem Rathhauſe ein zum Johannes Waßmuth'ſchen Nachlaß gehö⸗ render, im Großgalgenfeld liegender Acker, hal⸗ tend 228 Ruthen— 446[Klafter, öffentlich meiſtbietend verſteigert. Friedberg den 5. September 1848. In Auftrag: Großh. Heſſ. Landgericht daf. Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Bender.
Verſtei gerung.
(1327) Montag den 18. September, Vor⸗ mittags um 11 Uhr, wird in der Hofraithe der Alexander Schmidt's Wittwe in der Vorſtadt zum Garten, meiſtbietend verſteigert, als: ein Pferd mit Geſchirr, ein Wagen, ein Pflug und eine Egge. Friedberg den 11. September 1848. In Auftrag: Großh. Heſſ. Landgericht daſ. Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Bend eee
Edictalla dung.
(1329) Nachdem Heinrich Sölter von Gon⸗ zenheim bei der unterfertigten Stelle ſeine In⸗ ſolvenz angezeigt hat, werden andurch deſſen Gläubiger vorgeladen, in dem zur Liquidation der Forderungen, auf
Freitag den 6. Oktober d. J., Vormittags um
10 Uhr,
anberaumten Termin um ſo gewiſſer zu er⸗ ſcheinen und ihre Forderungen zu liquidiren, als ſie anſonſten mit ihren Anſprüchen an die vor⸗ handene Maſſe, ausgeſchloſſen werden ſollen.
Der Präcluſivbeſcheid wird nur auf der Amts⸗ ſtube eröffnet. ö Homburg den 28. Auguſt 1848. Landgräflich Heſſ. Juſtiz⸗Amt Dr. v. Haupt.
Verſteigerung..
(134) Auf Anſtehen der Frau Philipp Gerth's Wittwe werden Dienſtag den 19. l. M., Vormittags um 9 Uhr, in hieſigem Rathhauſe deren Grundſtücke, in Friedberger und Fauer⸗ bacher Gemarkung liegend, beſtehend in unge⸗ fähr 20 Morgen, in Abtheilungen, auf ſechs 1 1 1 folgende Jahre meiſtbietend ver⸗ pachtet. Friedberg den 13. September 1848.
Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Bender.„
Arbeits-Verſteigerung. 0 Donnerſtag den 21. l. M., Nach⸗ n 3 Uhr, wird an Ort und Stelle die Herſtellung der beiden Hauptgräben, in dem Straßheimer Wieſengrund, wenigſtnehmend ver⸗ fteigert. Die Zuſammenkunft iſt an der Brücke des Wieſengrundes.
Der Ueberſchlag liegt von heute an bis zum
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