Ausgabe 
15.4.1848
 
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Intelligenz- Glatt

für die

Provinz Oberheſſen

im Allgemeinen,

den Kreis Friedberg und die angrenzenden Bezirke

im Beſonderen.

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M31.

Sonnabend, den 15. April

1848.

Wetterauer Volksverſammlung.

Die Stunde der Entſcheidung naht! In wenigen Tagen ſollen in Frankfurt die Männer zuſammentreten, von

deren Beſchlüſſen die Zukunft Deutſchlands abhängen wird.

Bewohner der Wetterau! kann es gleichgültig fuͤr uns ſein,

in welcher Weiſe dieſes geſchieht, oder wollen wir auch ein Wort dabei mitreden, unſere Anſichten ausſprechen?!

Zur Beſprechung über dieſe hochwichtige Angelegenheit, vorzugsweiſe zur Verſtändigung über die Wahl der Männer, die uns würdig zu vertreten im Stande ſeien, laden wir ſämmtliche groß jährigen Bewohner der Wetterau und angrenzenden Bezirke zu einer Volksverſammlung hierher nach Friedberg ein, und hoffen mit Zuverſicht, daß dieſelbe zahlreich beſucht

werden wird.

Als Tag der Zuſammenkunft iſt Mittwoch den 19. d. M. und die Stunde zum Anfang der Verſawmlung

um 10 Uhr Vormittags feſtgeſetzt worden. Friedberg den 12. April 1848.

Das Volkscomité daſelbſt und in deſſen Auftrag der Schriftführer

Textor.

Der freie Bürgerverein in Friedberg.

Schon ſeit längerer Zeit fühlte man hier von ver⸗ ſchiedenen Seiten das Bedürfniß ſich enger an einander anzuſchließen, um ſich über die politiſchen Fragen der Zeit durch freien Austauſch der Ideen zu verſtändigen. So kam in Folge eines Aufrufs am 4. April eine Verſammlung zu Stande, in welcher ein Bürgerverein gegründet wurde, deſſen Zweck es iſt, politiſches Leben und politiſche Bildung unter ſeinen Mitbürgern zu erhalten und immer mehr zu verbreiten, um für die erlangte Freiheit mit Bewußtſein thatkräftig wirken zu können, denn nur, wenn man ſich deſſen, was man will, klar bewußt iſt, kann man auf Er⸗ folg rechnen. Auch iſt es Zweck dieſes Vereins dahin zu wirken, daß an anderen Orten ähnliche Vereinigungen ſich bilden, mit denen in Gemeinſchaft in der ſo ſehr und viel⸗ fach bewegten Zeit erſt ein gedeihliches Wirken möglich iſt. Durch Vorträge, leſen von Flugſchriften und politiſchen Blättern, ſowie Beſprechungen über dieſelben wird der Verein ſeine Zwecke zu erreichen ſuchen.

In dieſer erſten Verſammlung wurde ein Programm, welches gewiſſermaßen die Grundlage des Vereins bildet und deſſen Tendenz ſowie die Mittel zur Erreichung deſſelben angibt, berathen und angenommen, welches faſt allen Leſern dieſes Blattes bekannt ſein wird. An der Spitze des Ver eins ſteht ein monatlich zu wählender Präſident und Aus-

ſchuß von ſechs Mitgliedern, welchen zuſammen die Leitung des Vereins obliegt, doch können dieſe keine Beſchlüſſe faſſen, da blos der Wille des Vereins maßgebend iſt. Der Verein hält wöchentlich regelmäßige Verſammlungen, doch können auch außerordentliche von jedem Mitgliede durch den Prä ſidenten berufen werden. In der Verſammlung vom 8. April kam namentlich ein Antrag vor, welcher von allge meiner Wichtigkeit iſt, betreffend die Berufung zu einer Wetterauer Volksverſammlung dahier in Friedberg. Nach der Motivirung des Antragſtellers, welche mit großer Klar heit und Energie durchgeführt und worin beſonders auf die Wichtigkeit einer ſolchen Verſammlung aufmerkſam gemacht wurde, da die Wahlen der Vertreter zum deutſchen Parla ment bevorſtehen, und man ſich in einer ſolchen Verſammlung darüber beſprechen und verſtändigen könne, wird noch von verſchiedenen Seiten der Antrag näher beleuchtet. Der Verein entſchied ſich mit großer Mehrheit dahin, daß man das Volks⸗Comité der Stadt Friedberg erſuchen ſolle, ſobald als möglich eine Volksverſammlung der Wetterau in Fried berg zu veranlaſſen.

Es iſt dem Wunſche des Vereins von Seiten des Volks-Comités bereits entſprochen worden und eine ſolche Verſammlung auf Mittwoch den 19. April feſtgeſetzt; auch der Aufruf dazu erlaſſen. Es kann nicht oft genug auf die Wichtigkeit einer ſolchen Volksverſammlung aufmerkſam ge⸗ macht werden, um ſo mehr da eine Partei, welche in der