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faſſer jetzt noch nicht, denn ſo weit er bis jetzt mit dem Niederſchreiben gekommen iſt, ſinde's— wie er ſagt— lauter unpolitiſche Dinge, über die er ſich verbreitet. Wenn es dennoch gewagt wird, dieſelben den geneigten Leſern vorzulegen, ſo geſchieht es nicht in der Meinung als ob mit ſolchen Kleinigkeiten etwas Vorzügliches ge— boten werde, ſondern in der Vorausſetzung, daß man ſich, wo man den ganzen Tag nichts hört als: Monarchie, Republik, Reichsſtatthalter, Präſident, Fürſtengewalt, Nationalſouveränität, äußerſte Rechte, äußerſte Linke, Reaktion, Anarchie, Volksverrath, Volkswohlfahrt, Krieg, Tod, Feuer und Blut— daß man ſich da auch einmal etwas Anderes wird gefallen laſſen und daß ſchon gar Mancher den Seufzer ausgeſtoßen hat mit Göthe's Worten: „ein politiſch Lied— ein garſtig Lied.),— Alſo zur Sache.
J. Aus dem Himmel. 0
Mein Großvater ſeliger war ein gar gelehrter Herr und ſeine ganze Stube war rings mit Buͤchern beſtellt. Als er zu den Vätern verſammelt war, theilten ſeine Kin— der ſeinen Nachlaß, auch die Bücher, die ſie lieber als Andenken behalten, denn um weniges Geld verkaufen wollten. So erhielt denn auch mein Vater ſeinen Theil und wir Kinder durften uns wohl hie und da einmal ſo ein altes Buch mitnehmen, wenn gerade ſein Inhalt uns Freude machte. Auf dieſe Weiſe bin ich in den Beſitz eines Buches gekommen, in dem gar verwunderliche Dinge ſtehen und beſonders iſt es eine Geſchichte, die mir gerade jetzt wieder einfällt. Ich will ſie erzählen:
Vor Alters— ſchreibt das Buch, nicht als ob's wahr wäre, ſondern weil's damals die Menſchen glaubten — vor Alters herrſchte über den Himmel und die Erde und alle Götter im Himmel und auf der Erde Zeus, »er Kronide(der Sohn des Kronos). Er war vermählt mit Juno, ſeiner Schweſter und nach Allem, was man von dieſer Götterehe bis jetzt gehört hat, kann man nicht agen, daß ſie eine muſterhafte geweſen wäre. Einſtens zebar Juno aus eigener Kraft einen Sohn, Vulkan, er wegen ſeiner Haäßlichkeit, vielleicht noch mehr, weil r ohne ſein Zuthun geboren war, ein wahrer Dorn im Auge Jupiters(Zeus) war. Als nun die beiden Götter wieder einmal ſich ſtritten und Vulkan die Partei ſeiner Nutter gegen den Jupiter nahm, da machte der Zorn des etzteren ſich Luft,— er nahm den Vulkan am Genick umd warf ihn aus dem Himmel herunter auf die Erde. er fiel auf Lemnos(lgetzk Stalimene), einer Inſel im Zäiſchen Meere nieder und brach das Bein. Lange lebte
er auf der Erde, hatte ſeine Werkſtätte— denn er war der Gott aller am Feuer arbeitenden Gewerke— im Aetna und wenn er auch ſpäter wieder in den Himmel aufgenommen wurde, ſo blieb er doch von ſeinem Falle her lahm und der alte Dichter Homer erzählt, daß jedes— mal, wenn er in den Götterſaal getreten ſeie, ob ſeines Hinkens ein„unauslöſchliches Gelächter“ der Götter die Räume des Olymps erfüllt habe.
Das iſt die Geſchichte,— was iſt nun da Beſonders dran?— eben nicht viel, wenn man nur die Geſchichte ins Auge faßt; doch kann ſie Einen auf allerlei heilſame Gedanken bringen z. B.:
1) Es gehört nicht viel dazu, einen Andern aus ſeinem Himmel zu werfen— dann heißt Him— mel ſoviel als Hoffnung auf irdiſche Glückſeligkeit oder wirkliches Erdenglück. Dazu gehört nur ein leidenſchaft— liches Gemüth, ein kaltes hartes Herz, ein eigenſüchtiger Sinn, Muthwille oder Leichtſinn. Möchteſt du die Urſache ſein, daß ein Menſch aus dem Himmel fällt, den er ſich träumte, den er beſaß?—
2) Auch iſt es nicht ſchwer, einem Andern den Himmel zu verſchließen— dann ſteht Himmel im chriſtlichen Sinne des Worts und bedeutet jene Ruhe die noch vorhanden iſt— du darfſt den Andern nur zur Sünde verführen, an's Laſter gewöhnen, in ſeiner Erziehung ver— nachläſſigen, Alles um Dir einen Kitzel zu bereiten, um deine wollüſtigen, ehrgeizigen, ruhmſüchtigen Pläne zu erreichen, um Dir Deine Bequemlichkeit nicht ſtören zu laſſen. Wehe! wer ſolcher Weiſe einen Menſchen aus dem Himmel warf, ehe er ihn nur hatte!—
3) Hat einmal Einer einen Himmel auf Erden geträumt oder beſeſſen und wird her⸗ ausgeworfen,— er bleibt zeitlebens lahm, und wenn er auch ſpäter wieder einen Himmel gewinnt, den früheren Fall wird er nimmer vergeſſen noch verſchmerzen, um ſo weniger, als es
4) immer und überall Menſchen gibt, die ſogar dann noch ihres Nebenmenſchen lachen und ſpotten können, wenn er aus einem Himmel ge⸗ fallen iſt und die Spuren davon nicht zu verwinden vermag.
Nutzanwendungen dazu brauchen wohl weiter nicht gemacht zu werden; ſo einfach die vorſtehenden Sätze ſind, Stoff zum Nachdenken geben ſie gewiß Jedem, der denken kann und will und der nicht im Leben ſteht fremd ſich ſelbſt und dem, was um ihn vorgeht.
(Schluß folgt.)
baare Zahlung verkauft werden, wozu Kauflieb⸗
Bekanntmachungen von Be⸗ hoͤrden.
S N PrO OI a m a. 552) Die Heinrich Weiths 1. Wittwe in Mederwöllſtadt beſitzt folgende Immobilien: 1. Gemarkung Ilbenſtadt: g e 1 Viertel 30 Ruthen Wieſe hinter der Au an Heinrich Bauſch sen. Wittwe, II. Gemarkung Bruchenbrücken:
1) VII 170 263 Klafter Acker, zehntbar, im Roth, an Conrad Bauſch IV zu Nie⸗ derwöllſtadt,
2) VII 1340 227 Klafter ditto daſelbſt, auf die Oberwöllſtädter Grenze, an Jo⸗ hannes Wagner,
zeche durch Erbgang vof ihren Eltern, den 1 sen. Eheleuten, auf ſie übergegangen r ſollen.
Da die gedachte Wittwe ihr Eigenthum an dieſen Stücken nicht urkundlich darthun kann, ſolche aber unter ihre Kinder vertheilt werden ſollen, ſo werden alle diejenigen, welche Anſprüche daran bilden zu können glauben, andurch aufge⸗ fordert, dieſe binnen 60 Tagen dahier anzu⸗ zeigen, widrigenfalls, ohne beſondere Präclu⸗ ſion, die Vertheilung gerichtlich beſtätigt wer⸗ den ſoll.
Friedberg den 26. Juni 1848.
Großh. Heſſ. Landgericht J A p. L.
Dr. Gilmer.,
Bekanntmachung.
(9840 Mehrere, dem früheren Steueraufſeher Bücking in Nauheim gepfändete Gegenſtände, beſtehend in Manns⸗, Weibs⸗ und Kinderhemden, Bildzeug, Tiſch- und Handtücher, Taſchen⸗ fücher u. ſ. w., ſollen im Termin den 13. Juni d. J., Morgens 8 Uhr, bei der unterfertigten Gerichtsſtelle, öffentlich meiſtbietend gegen gleich
haber eingeladen werden. Nauheim den 6. Juli 1848. Kurfürſtliches Juſtizamt daſ. b Ra Zur Beglaubigung Raabe. Mobilien-Verſteigerung.
(985) Freitag den 14. d. M., Morgens um 8 Uhr, ſoll in der Behauſung der Johannes
Stier II. Wittwe zu Södel eine Häckſelmaſchine,
ein zweiſpänniger Wagen, Bettſtelle, Weißzeug und ſonſtige Hausgeräthe, gegen gleich baare Zahlung meiſtbietend verſteigert werden. Södel den 7. Juli 1848. Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Väth. Verſteigerung von Bauarbeiten.
(986) Freitag den 21. Juli, Vormittags um 9 Uhr, ſollen in dem Wirthſchaftslocale des Gaſtwirths Nikolaus Müller zur Sonne in


