Ausgabe 
12.2.1848
 
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III. Weitere commiſſariſche Bekanntmachung, vom 27. d. M,, eine von den ſtimmfähigen adligen Grundeigenthümern des Großher⸗ zogthums vorzunehmende Wahl Eines Abgeordneten des Adels- zur 2. Kammer der Stände betr. Der zur Eröffnung der Wahlzettel beſtimmte Tag iſt der 14. Februar 1848. N

(Schluß folgt.)

Zur Warnung für Auswanderer.

Die Nummer 10. des Rhn. Volksblattes enthält einen der Deutſchen Zeit ung entnommenen, aus glaubwuͤrdiger Hand kommenden Brief von Caraccas, welchem auch wir die Spalten unſeres Blattes zum Wohle der Auswande⸗ rer öffnen zu müſſen glauben. D. Pe d.

Er lautet:Es herrſcht hier, ſo ſchreibt der Cor reſpondent, eine große Aufregung über ein Project, 80,000 Einwanderer aus Deutſchland hierherzubringen, wel ches das Pariſer Haus Delrue und Comp. entworfen hat und hier durch ſeinen Agenten, Vicomte de Coulhat betreiben läßt. Wir wünſchen daher dringend, daß dies im Vater lande bekannt wird, namentlich in der Umgegend von Mann⸗ heim und Heidelberg, woher viele Auswanderer kommen

ſollen. Vicomte de Coulhat hat mit der Regierung bereits 5

den Contract abgeſchloſſen, 80,000 größtentheils deutſche Auswanderer hierherzubringen. Ich beklage ſie von Herzen, wenn ſie ſich von dieſen Seelenverkäufern bethören laſſen, und ſchon jetzt herrſcht unter den Fremden allgemeiner Un⸗ wille hier gegen die Unternehmung, aber keiner ſieht ein Mittel, dem Unglück abzuhelfen, das jedenfalls auf unſere Landsleute hereinbricht, wenn ſie ſich in den fein gelegten Schlingen fangen laſſen. Delrue und Comp. haben 700 Geviertmeilen Land zum Geſchenk erhalten, wenn ſie ihr Verſprechen löſen und 80,000 Menſchen herbringen. Kom⸗ men innerhalb 4 Jahren weniger als dieſe Anzahl, ſo fällt der verhältnißmäßige Antheil für die Fehlenden von den 700 Geviertmeilen dem Staate wieder zu, und Delrue und Comp. riskiren weiter Nichts, als die Speſen ihres hieſigen Agenten. Wahrſcheinlich werden ſie nur zu ſicher auf die deutſche Leichtgläubigkeit gebaut haben; denn wer wird nicht gern für 50 Thlr. eine Geviertmeile Land kaufen, worauf keine Abgaben laſten und was wenigſtens als beſtes Land

verkauft wird. Doch ſind Delrue und Comp. mit 50 Thlr. nicht zufrieden; wenn ihr Plan irgend gelingt, ſo iſt ihr Verdienſt auf 200,000 Thlr. berechnet, ohne das, was ſie noch an der Paſſage erübrigen können. Die Menſchen nun, die dort Paſſage bezahlen, werden nach La Guyara geſchafft und erhalten, wenn es viel iſt, noch für 8 Tage zu leben, in denen ſie dann ihre dreiwöchentliche Reiſe abmachen müſſen, und dann leere Steppen und Weiden oder Waldun⸗ gen vorfinden. Dann müſſen ſie Alles theuer kaufen und können in einem Vierteljahre höchſtens Mais haben. Alle andern Früchte brauchen ein und mehrere Jahre, wuchern dann aber auch. Aber wovon ſo lange leben? Mögen Leſer dieſes Blattes und des hier mitgetheilten Briefes ſei⸗ nen Inhalt weiter geben und ſich jeder nicht nur im bezeich⸗ neten Fall) ſondern auch ſonſt vor dem gewiſſenloſen Treiben mancher Auswanderungsagenten huͤten!« f

0 Verlooſung.

Die Unterzeichneten bringen hiermit zur Kenntniß des Publikums, daß die zum Beſten der Kleinkinderſchule ver⸗ anſtaltete Verlooſung, Dienſtag den 15. d. M., Nachmittags um 3 Uhr im Simon' ſchen Saale ſtattfinden wird. Die zur Verlooſung kommenden Gegenſtände, findet man ſchon Sonntag, Montag und Dienſtag zuvor von Morgens 1012 Uhr und Nachmittags von 24 Uhr, in demſelben Locale ausgeſtellt.

Friedberg den 9. Februar 1848.

Der Vorſtand des Arbeitsvereins: f L. Wahl.

S. Fertſch. H. Groß. J. Sebaſtiani. Markt ⸗Beri chet. Friedberg, am 9. Februar 1848.

Aufgefahrenſ Verkauft r 5 5 Gattung. wurden wurden Mittelpreiſe (Mltr.)(Mltr.) 11 r 41 31 10 14 Korn. 38 24 7 9 115 Gerſte. 19 12 5 30 Hafer. 25 20 4 44

NB. In Friedberg wurde das Malter Waizen zu 200, Korn 190, Gerſte 170 und Hafer 120 Pfund gerechnet.

Bekanntmachungen von Be⸗ hoͤrden.

1 ν N ιν

Verpachtung.

(127) Montag den 21. k. M., Morgens um 9 Uhr anfangend, werden in hieſigem Rathhauſe circa 100 Morgen, dem Hoſpital zum heiligen Geiſte dahier gehörende, in den Gemarkungen Friedberg, Fauerbach II., Ockſtadt und Nauheim liegende Güterſtücke, erſt parzellenweiſe, dann im Ganzen auf zwölf nach einander folgenden Jahren meiſtbietend verpachtet.

Die Flurſchützen der obenbenannten Gemar⸗ kungen ſind angewieſen, den Pachtliebhabern auf Verlangen die Grundſtücke zu zeigen.

Friedberg am 31. Januar 1848. Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Bender.

Main-Weſer-Eiſenbahn.

(161) Dienſtag den 15. d. M., des Vormit⸗ tags 10 Uhr, ſoll an dem Bahneinſchnitt bei Kloppenheim das Brechen von 50 Cubikklaftern Kalkſteinen aus demſelben an den Wenigfineh⸗ menden durch öffentliche Verſteigerung in Accord gegeben werden. Vilbel den 4, Februar 1848. Der Großh. Heſſ. Sections ⸗Ingenieur der Section Vilbel Eickemeyer.

Zum Ausleihen. (163) Im hieſigen Kirchenkaſten liegen 783 Gulden gegen gute, hypothekariſche Verſicherung zum Ausleihen bereit.

Rodheim, Kreis Friedberg, den 4. Februar 1848. Für den Kirchenvorſtand: Linß, Pfarrvicar.

Bekanntmachung,

betreffend: die Aufnahme und Verpflegung von Fremden in dem ſtädtiſchen Hoſpi⸗ tal zu Friedberg.

(17) Es iſt mehrmals vorgekommen, daß hieſige Einwohner für fremde Perſonen, ins⸗ beſondere für Eiſenbahn- Arbeiter, welche bei ihnen erkrankten, die Aufnahme in das hieſige Bürgerhoſpital begehrt haben. Wir finden uns deßhalb veranlaßt, hiermit öffentlich zu erklären, daß ſolche Fremde, die nicht bei hieſigen Ein⸗ wohnern in Dienſt und Lohn ſtehen, und wirkliche Mitglieder der Krankenanſtalt durch Leiſtung der ſtatutenmäßigen Beiträge geworden ſind, durchaus keinen Anſpruch auf Verpflegung und Heilung in unſern Anſtalten haben. Außerdem würde es aber auch an Raum zu ihrer Aufnahme in dem Hoſpital fehlen. Die⸗ jenigen Bewohner von Friedberg alſo, welche fremden Arbeitern Wohnung oder Schlafſtätte

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