Ausgabe 
12.1.1848
 
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ind Butzbach r 1848.

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eren

N Intelligenz- Blatt

fuͤr die

Provinz Oberheſſen

im Allgemeinen,

den Kreis Friedberg und die angrenzenden Bezirke

im Beſonderen.

Mittwoch, den 12. Januar

Todes Anzeige.

Es hat dem Allmächtigen gefallen, geſtern Morgen nach 1 Uhr nach kurzer Krankheit meinen geliebten Gatten Karl Bindernagel in ſeinem 45ten Jahre von meiner und unſrer fünf Kinder Seite zu nehmen und ihn in ein beſſeres Leben heimzurufen. Indem ich ſchmerzerfüllt von dieſem herben Verluſte allen Freunden und Bekannten Nachricht gebe, verbinde ich damit zugleich die Anzeige, daß das von meinem ſel. Manne bisher betriebene Geſchäft ganz in derſelben Weiſe und Ausdehnung, ſowie unter der ſeit

herigen Firma

Carl Bindernagel

fortgeführt wird und daß ich dem Herrn Philipp Vogt, welcher das Vertrauen meines ſeel. Mannes beſaß und ſich gewiß bemühen wird, dem Geſchäfte den Namen und die Freunde zu erhalten, deren es ſich bis jetzt zu erfreuen hatte, die Prokura übertragen habe.

Friedberg am 10. Januar 1848.

Ueber Gutta⸗-Percha.

Die neue unter dem Namen Gutta-Percha(aus- geſprochen pertſchaß in den Handel gebrachte Drogue ge winnt eine immer größere Bedeutung für die Technik. Nach dem, was man über ihre Abſtammung und Gewinnung bis jetzt weiß, beſteht ſie aus dem eiungetrockneten Milchſafte eines der Gattung Atrocarpus angehörenden Baumes, wel cher auf Borneo, Singapur und andern oſtindiſchen Inſeln ganze Wälder bildet. Die Gewinnung beſteht einfach da rin, daß man Einſchnitte in den Stamm und die Aeſte des Baumes macht und die ausfließende weiße Milch an der Sonne eintrocknen läßt. In der neueſten Zeit iſt die Gutta Percha auch nach Deutſchland gebracht und bereits von mehreren Fabrikanten elaſtiſcher Waaren, ſo z. B. in Dres den von G. H. Lunkewitz, mit dem beſten Erfolge, ſo wohl allein als mit Kautſchuk vermengt, verarbeitet worden. Die Sorten, welche Ref. zu ſehen Gelegenheit hatte, beſtan

Erneſtine Bindernagel,

geborne Helmolt.

den bald aus ziemlich großen Blöcken einer reinweißen bröck ligen gleichförmigen Maſſe, die in ihrem äußeren Anſehen große Aehnlichkeit mit faulem weißen Holze hatte, bald aus abwechſelnden braunen und weißen Schichten von matter oder ſpeckartig glänzender Oberfläche; die letzteren Sorten beſaßen gewöhnlich zahlreiche Poren, die theilweiſe mit einem weißen Pulver ausgefüllt waren. Die Blöcke erſchienen äußerlich wie mit einer bräunlichen marmorirten Lederhaut überzogen, die man ſich jedenfalls aus derſelben Subſtanz durch Eintauchen und Kneten derſelben in heißem Waſſer darſtellte. Friſch durchſchnitten beſaß die Maſſe einen dem alten Käſe ähnlichen Geruch, der ſich aber beim Liegen an der Luft bald verlor. Von dem Kautſchuk unterſcheidet er ſich insbeſondere dadurch, daß die bröckliche Maſſe beim Er wärmen durch Kneten in einen äußerſt plaſtiſchen Zuſtand übergeht, in dem ſie ſich zu den dünnſten Blättern ausdehnen und in jede beliebige Form preſſen läßt, und daß die daraus dargeſtellten Gegenſtaͤnde nach dem Erkalten ihre Form,