A 00
r Stadtlirch.
gertſg e.
1 3
Intelligenz Olatt
für die
Provinz Oberheſſen
im Allgemeinen,
den Regierungsbezirk Friedberg
im Beſonderen.
M30.
Mittwoch, den 11. Oktober
1848.
Amtlicher Theil.
Die Großherzoglich Heſſiſche Regierungscommiſſion des Regierungsbezirks Friedberg an die Großh. Bürgermeiſter dieſes Regierungsbezirks. Betreffend: Die Abhaltung des diesjährigen ſ. g. Herbſtmarktes zu
Altenſtadt.
Der nach dem diesjährigen Landkalender auf den 18. und 19. d. M. fallende ruͤbricirte Markt ſoll, da dieſe Tage üdiſche Feiertage ſind, den 25. und 26. d. Mts. ab⸗ zehalten werden; was Sie zur Kenntniß des Publikums zu bringen haben.
Friedberg den 6. Oktober 1848. i Ouvrier.
Auszug aus dem Regierungsblatt Nr. 48 von 1848.
1) Geſetz, die Wiederherſtellung der ſtaatsbürgerlichen Rechte zer wegen politiſcher Vergehen Verurtheilten betr. Ludwig II. ꝛc. c. Zur Vervollſtändigung der den wegen politiſcher Vergehen Verurtheilten ſereits durch Unſer Edict vom 19. März 1848 bethätigten Milde haben Vir, unter Zuſtimmung Unſerer getreuen Stände, verordnet und ver⸗
irdnen, wie folgt: Art. 1. Alle diejenigen, welche bis zum 19. März
848 wegen eines politiſchen Verbrechens oder Vergehens zu einer Strafe, ſie ihre ſtagtsbürgerlichen Rechte beeinträchtigt hat, verurtheilt worden
nd, ſollen in den vollen Genuß des Staatsbürgerrechts hiermit wiederum
ingeſetzt ſein, ſowie überhaupt alle geſetzlichen Folgen der gegen ſie er⸗ lunnten Strafen hiermit beſeitigt werden. Art. 2. Daſſelbe gilt von tenen, welche wegen eines politiſchen Verbrechens oder Vergehens bis zum Tage des oben gedachten Edicts von der Inſtanz abſolvirt worden ind. Urkundlich Unſerer eigenhändigen Unterſchrift und des beigedrückten Staats⸗ ſegels. Darmſtadt am 24. Juni 1848.
Ladwig. Kilian.
2) Verordnung, einige Abänderungen an der für die Provinzen Starkenburg und Oberheſſen geltenden Stempel⸗ und Taxordnung betr. — 3) Verordnung, das Geſetz über das Verfahren in unbeſtcittenen Schuldſachen in den Provinzen Starkenburg und Oberheſſen betr.— ) Bekanntmachung, die Verlegung des Wohnſitzes des Phyſikats⸗Wund⸗ erztes für die Phypſikatsbezirke Ortenberg und Gedern von Hirzenhain rich Ortenberg betr.— 5) Bekanntmachung, die Erhebung des Chauſſee⸗ geldes auf der Provinzialſtraße von Wörrſtadt nach Bingen, ins beſondere ton Oberhilbersheim nach Dromersheim betr.— 7) Namensverän⸗ terung. Am 25. Juli wurde der Catharine Eliſabethe Kitz von Ober⸗ erlenbach geſtattet, künftig den Familiennamen„Schwabe“ zu führen. — 8) Ertheilung eines Patents. Am 31. Juli wurde dem Ver⸗
walter Meyer zu Hopfenweiler bei Waldſee in Oberſchwaben für den ganzen Umfang des Großherzogthums und auf die Dauer der nächſten 5 Jahre ein Patent für die von ihm erfundene Kartoffel-Säemaſchine ertheilt. 5
Die Wahlen des Bezirksraths für den Regierungsbezirk Friedberg.
Mitbürger der Wetterau! Die Wahlen des Bezirks⸗ raths ſtehen bevor und Einſender dieſes glaubt auf die Wich⸗ tigkeit dieſes Actes aufmerkſam machen zu müſſen. Wählet ohne Privatintereſſe Männer, von denen Ihr durch ihr ſeit⸗ heriges Leber überzeugt ſein könnt, daß ſie es wohl meinen mit dem Volke; denn von dieſem Beirath der Regierungs⸗ Commiſſion wird viel abhängen, daß der Wohlſtand des Einzelnen, wie der ganzen Gemeinden weſentlich gefördert und die Gemeindeverwaltung im Geiſte der Freiheit zum Beßten der Bürger ausgeübt werde.
Brief Siegel's an Struve.
Die Frkf. O. P. A. Zeitung und das Frankfurter Journal haben einen der in der Kanzlei Struve's vorgefun⸗ denen Briefe, nämlich einen ſolchen von Siegel, ehemaligen badiſchen Lieutenant, der ſchon unter Hecker befehligt hat, mitgetheilt, und auch wir glauben, das bezeichnete Akten⸗ ſtück, das Manchem die Augen öffnen wird, unſern Leſern nicht vorenthalten zu dürfen. Der Brief lautet:
„Emmishofen in der Schweiz, 16. Septbr. 1848. Lieber Freund! Unſere Angelegenheit nimmt einen guten Fortgang. Schon hat ſich von Conſtanz und einigen um⸗ liegenden Gemeinden ein Unterſtützungsausſchuß gebildet, der aber außerdem noch politiſche Zwecke verfolgt. In Konſtanz zählt derſelbe etwa 100 Mitglieder, die abwechſelnd in der Stadt und auf unſerm Gebiet Sitzung halten, und woran wir Theil nehmen werden. Es iſt uns auf dieſe Weiſe leichter, die vorgelegten Fragen zu beantworten, denn bisher fehlte uns die ſo nothwendige Verbindung.— Wir haben bis jetzt ſo wenig Unterſtützungsgelder erhalten, daß wir Dir in die Centralkaſſe noch nichts ſchicken können, der letzte Aufruf wird uns vielleicht mehr Gelder verſchaffen und uns möglich machen, einen Theil derſelben Dir zur Verfügung zu ſtellen. Was die politiſche Frage jenſeits des Rheins betrifft, ſo wäre vor allem nothwendig, daß


