* 184 ertts Sitiß
Nießen, B. Mär Marz.
Peer
1 Etter e
Zutelligenz-Glatt
Provinz Oberheſſen
im Allgemeinen,
den Kreis Friedberg und die angrenzenden Bezirke
im Beſonderen.
M21.
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Auszüge aus dem Regierungsblatte. Auszug aus dem Regierungsblatt Nr. 5 von 1848. (Schluß.)
IV. Bekanntmachung Großh. Oberpoſtinſpection, vom 9. Febr., daß mit dem 15. d. M. anfangend, neben den beſtehenden Poſtverbin⸗ dungen zwiſchen Babenhauſen und Dieburg resp. Seligenſtadt wermittelſt einer Poſtboten⸗Einrichtung zwiſchen Babenhauſen und Dieburg eine dreimal wöchentliche Boten ⸗Poſt ins Leben tritt, welche von Ba⸗ benhauſen ittwoch, Donnerſtag und Sonntag Morgens ab⸗ geht und am ittag, an denſelben Tagen, daſelbſt wieder eintrifft.
V. Bekanntmachung des Großh. Kreisraths des Bezirks Wimpfen, daß die in der Gemarkung Wimpfen am Berg ſeit einiger Zeit ſo häufig vorkommenden Brandfätle zu der Vermuthung berechtigen, daß in derſelben mindeſtens eine mit den Intereſſen der Brandverſicherungs⸗ Anſtalt unverträgliche Fahrläſſigkeit in Bezug auf Feuersgefahr obwalte. Zufolge höchſter Ermächtigung ſollen deßhalb vom Tage dieſer Bekannt⸗ machung an, der Art. 10 des Geſetzes vom 21. Febr. 1824 daſelbſt zur Anwendung kommen, deſſen Beſtimmung gemäß die Brandentſchädigung bei allen fernerhin daſelbſt ſich ereignenden Brandfällen nicht nach dem Bauwerthe, ſondern nur nach dem wahren Werthe, welchen das abge— brannte oder beſchädigte Gebäude unmittelbar vor dem Brande hatte, vergütet wird. Zu dem Ende wird auf Koſten der Brandverſicherungs⸗ Anſtalt eine neue Abſchätzung ſämmtlicher Gebäude der Gemarkung Wimpfen am Berg nach dem gegenwartigen Werthe, ſowie die Exrich⸗ tung neuer Brandkataſter ohne Verzug vorgenommen werden.
Der ſechſte März in Friedberg.
Die Verkündigung unſeres vielgeliebten Erbgroßherzogs- Mitregenten, welche bereits in der vorigen Nummer d. Bl. mitgetheilt wurde, iſt am ſechſten März in den Mittags⸗ ſtunden zwiſchen drei und vier Uhr von einem Stadt und Land durcheilenden, feſtlich geſchmückten Courier in Friedberg abgegeben worden und ihr Inhalt, ſogleich von Hrn. Kreis— rath Küchler durch öffentliche Vorleſung bekannt gemacht, hat die Herzen aller Stadtbewohner ſo mit einer, vor wenigen Tagen noch kaum geahnten, Freude, wie mit dem Gefühle des aufrichtigſten Dankes und der tiefſten Verehrung gegen den erhabenen Geber ſo lange ſehnlichſt gewünſchter Gaben erfüllet, und wo man nur hinblickte, ſah man Geſichter, von
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— Sonnabend, den 11. Maͤrz* 138438.
Freude verklärt, wo man nur hinhöͤrte, vernahm man Worte dankbaren Jubels. Nicht lange, ſo that man ſich da und dort zuſammen, um zu rathſchlagen, wie man den Tag, der ſo Erfreuliches gebracht, jetzt, da er ſchon anfing, ſich zu neigen, noch verherrlichen konne. Sofort verordnete der Stadtrath eine Erleuchtung der Stadt, die in der That alle Erwartungen, die man wegen der Kürze der Zeit von ihr haben konnte, übertraf. Um 8 Uhr ſammelten ſich die Mit⸗ glieder der beiden Geſangvereine, ſowie die der hieſigen Schützen ⸗Geſellſchaft und die der Harmonie auf dem freien Platze vor der Stadtkirche und zogen dann von einer großen Menſchenmenge begleitet, angeführt von dem Mnuſik⸗ corps des zuletzt genannten Vereins und unter Fackelſchein vor das Rathhaus. Dort verlas aus einem Fenſter des obern Stockes der Gr. Bürgermeiſter der Stadt, Herr Bender, mit vernehmlichen Worten und nach vorausge— ſchickter paſſender Einleitung nochmals die Allerhöchſte Pro⸗ klamation. Mit einem Lebehoch auf Se. K. H. den Groß⸗ herzog und Se. K. H. den Erbgroßherzog-Mitregenten beſchloß Herr Bender ſeine Anrede und tauſendſtimmig unter dem Tuſche der Trompeten und unter dem Schwenken der Fahnen drang der Ruf zum Himmel, den der Herr des Himmels erhören möge. Mit großer Begeiſterung ward darauf, nachdem man noch das Lied:„Heil unſerm Fürſten Heil ꝛc.“ abgeſungen hatte, das Hoch von der verſammelten Menge wiederholt, das der Großh. erſte Beigeordnete, Herr Hecht, auf das Wohl unſeres neuen Miniſters, H. Gagern, ausbrachte, und endlos war der Jubel, als Herr Advocat Trapp III., ein Mann, der auch in ſchlimmer Zeit deutſchen Freimuth ſtets bewährte und den man darum jetzt in guter Zeit um ſo lieber hoͤrt, ſtehend auf den Quadern des Marktbrunnens, das einige ſtarke Deutſchland hochleben ließ. Noch ein viertes Hoch wurde dargebracht, das uns aber wegen ſeiner mehr lokalen Färbung weniger zur Bedeutung des Tages zu ſtimmen ſchien, doch aber vielfache lebhafte Zuſtimmung fand— es galt der Turngemeinde und war von dem Sprecher derſelben, Herrn Gemeindebaumeiſter Ruths bevorwortet.


