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übereingekommen, nach Ablauf ſeiner Aufſichtszeit auszu⸗ wandern. f g
Die trauliche Unterhaltung der Beiden wurde durch den Cintritt eines Gensdarmen geſtört, der Georg ſogleich mitgehen hieß.— Georg befand ſich ungefähr zehn Tage im Arreſt, während welcher Zeit der Commiſſär alle gegen ihn vorliegende Beſchlüſſe und Anzeigen ſammelte und auch Maria verhaften ließ.
An einem Sonnabend, Anfangs Februar, wurde Georg zum Commiſſär gebracht.
„Wir haben Anſtalten,“ begann dieſer,„wo man Leute, die, wie du, nicht anders zu beſſern ſind, auf einige Zeit unterbringt und zu beſſern ſucht. In eine ſolche An⸗ ſtalt gehſt du am Montag mit deiner ſauberen Geliebten ab.— Die über dich angefertigte Charakteriſtik enthält zehn polizeiliche abwandlungen und Strafen; einmal warſt du ſogar in Criminalunterſuchung und es beſchließt daher das k. Gericht wie folgt: 2
„Da Georg Maier durch die zahlreichen Unter— ſuchungen und Anzeigen ſich als ein höchſt verdorbenes Individuum darſtellt, welches trotz aller Ermahnungen und Strafen keinen Willen, ſich zu beſſern, zeigt, in— dem derſelbe vielmehr fortgeſetzt arbeitslos iſt und der Liederlichkeit fröhnt, ſo wird, da er ohnehin unter Poli⸗ zelaufſicht ſteht, welche nach Verodnung vom Jahre 1816, Art. II, Nr. 1 in einem Zwangsarbeitshauſe erſtanden werden kann, deſſen Detention daſelbſt auf die noch übrige Zeit ſeiner unter Polizeiaufſichtſtellung beantragt.“
„Haſt du etwas gegen den Beſchluß einzuwenden?“
„Seit Jahren habe ich mich fügen müſſen,“ murrte Georg,„euer Recht hat die Schuld an meinem Unglück!“
„Haſt du etwas gegen den Beſchluß einzuwenden?“ unterbrach ihn der Commiſſär.
„Er iſt ungerecht! Ich werde unterdrückt!“ rief Georg aufgebracht.. 1
„Das wird die k. Regierung bemeſſen,“ ſagte ruhig der Commiſſär, nahm Georgs Einwendungen zu Protokoll, und ließ ihn in's Gefängniß zurückbringen.
„Bringt die Maria Walter mit herauf!“ rief er noch den Abgehenden nach.— Maria erſchien. Ihr Blick war wild— ihre Züge drückten eine völlige Verzweiflung aus.
Das k. Gericht hat folgendes gegen dich beſchloſſen:
„Da Maria Walter trotz mehrmaliger Ermahnung und Strafe ihren ſittenloſen Lebenswandel fortführt, was ſie dadurch beweißt, daß ſie bereits in einem Alter von 22 Jahren zweimal außerehelich geboren hat und liederlichen Burſchen Unterſchleif gibt, ſo rechtfertigt ſich gemäß Verordnung vom Jahre 1816, Art. I, Nro. 2 deren Einſchaffung in die Zwangsanſtalt Karlsheim und wird die Detention auf ſechs Monate beantragt.“
„Ich— ch Karlsheim!“ rief händeringend Maria, „nach Karlsheim ich?“
„Ja wohl; du ſollſt Reſpekt bekommen vor dem Ge⸗ ſetze,“ erwiederte der Commiſſär.
„Meine Kinder! o Gott! meine armen Kinder— was wird— was ſoll aus meinen Kindern werden?“ ſchrie Maria lautweinend.
„Dafür ſorgt die Gemeinde; ſie ſind bei der Anna Maier untergebracht.“
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1 5 1— unmenſchlich!“ ſtöhnte Maria. „Was haſt du gegen den Beſchluß ei en? frug der Commiſſär. N r 5 „Nehmt mir lieber das Leben, als daß ihr mich langſam zu Tode quält!“ a n Der Commiſſär wiederholte ſeine Frage. „Nichts!“ ſchrie Maria mit dem Fuße und krampfhaft die Fäuſte ballend,„nichts! könnt ihr mich,
ſtampfend 0 Verfolgen meine Schwäche verhöhnen, aber im
Himmel droben ſieht euch Einer, mit dem ihr nicht mit
einem Bogen Papier fertig werden könnt!“
Mit einer leichten Handbewegung bedeutete der Com⸗
miſſär dem Büttel, Marien abzuführen, nachdem ſie den Beſchluß unterſchrieben hatte. 1
Einige Augenblicke ſpäter meldete dieſer, daß beide Inhaftirte ihre Eltern und Freunde noch einmal zu ſprechen wünſchten. Dies wurde auf den nächſten Tag, den Sonn⸗
tag, geſtattet. Am andern Tage, nach dem Gottesdienſte, erſchienen
der alte Maierbauer, Anton und ſeine Frau nebſt Maria's
Kindern beim Gerichtsdiener. 5
Nach kurzer Zeit brachte der Büttel Georg und Marien herein. Erſterer ſtürzte auf ſeinen Vater— Maria auf Anna los, ohne ein Wort zu reden— der Schmerz war zu groß! Der Alte ſank auf einen Stuhl und ſtammelte
unter heißen Thränen:„Leb wohl, Georg! Dich ſeh' ich nimmer!— Dieſe Schmach überleb' ich nicht!“ Georg
ſank vor ihm auf die Kniee.„Vater!“ ſchluchzte er, „Vater!“ 5 4 „Macht, daß ihr fertig werdet! brummte der Büttel. „Gott wird dir die Liebe und Sorge lohnen, Anna,“ ſtöhnte Maria, wendete ſich zu den Kindern, die ſie ſtürmiſch küßte und herzte. 5 „Vorwärts!“ ich habe mehr zu thun!“ herrſchte der Büttel. 7 Georg küßte nun gleichfalls ſeine Kinder und mit den Worten:„Gott behüte euch und euer Haus!“ uber⸗ gab er ſie an Anna, wendete ſich zum Vater und bat ihn mit aufgehobenen Händen:„Erlieget nicht! Wir ſehen uns ja bald wieder!“
„Leb' wohl,“ ſeufzte der Greis—„aber mich ſiehſt
du nimmer!“
So war es auch.
Am nächſten Morgen in aller Frühe fuhr ein ein⸗ ſpänniges Wägelein auf der Landſtraße, ein Gensdarme ging nebenher. Auf dem Wagen ſaßen Georg und Maria.
Nach acht Tagen begrub man den alten Maierbauer.
So kann es einem ehrlichen Manne gehen!
(Flgd. Bl.)
Markt ⸗ Bericht. Friedberg, am 6. December 1848.
Aufgefahrenſ Verkauft..
Gattung. wurden wurden Mittelpreiſe
(Mltr.)(Mltr.) 1 Wien 62 62 8 4 or: 51 32 5 32 Gerfte 48 32¼ 4 20 8 16 5 3 5 Kartoffel 18 5 2 22 Erbſen—— 2 8
Bekanntmachungen von Be⸗
Rathhauſe die nachverzeichneten, dem vereinigten Armenfonds dahier zuſtehenden Güterſtücke öffent⸗
e) 3 Morgen, 3 Viertel, 14 Ruthen in der Gemarkung Nauheim(der ſog. Sieg⸗
hoͤrden. lich meiſtbietend auf weitere zwölf Jahre ver⸗ kirchhof). 8 1 3 pachtet, als: i m 20. November 0 Gült 1580 33 p 7 tung 4 13 7 Viertel, 9 Ruthen in der Rien In Auftrag: 2* Gemarkung Nauheim. 1. (1629) Montag den 11. Dezember l. J., b) 73 Morgen, 3 Viertel, 5 Ruthen in der Der Großh. Heſſ. Würgermeiſter Vormittage um 9 Uhr, werden auf hieſtgem Gemarkung Schwalheim.. Bend
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