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wat ⸗ Bekanntmachungen.
Zwei bis drei Gymnaſiaſten, Real- oder
Gewerbſchüler
a(387) können Koſt und Logis erhalten bei Darmſtadt. Zinngießer Sack, Gaſtwirth zum Ochſen.
Lehrlingsgeſuch. (388) Ein braver Junge kann in die Lehre
treten bei 25 Darmſtadt. Chriſtian Sack, Zinngießermeiſter.
Saatkuchen
u billigen Preiſen bei 9 a Gebrüder Grödel.
Abgedrungene Erklärung.
(485) Die erſchienene ſogenannte Rechtfer⸗ tigung des Gemeindevorſtandes der Stadt Fried⸗ berg, dringt mir eine Erklärung und einige weitere damit im Zuſammenhange ſtehenden Be— merkungen ab.
Der Gemeindevorſtand bringt vor:
„Der Bürgermeiſter-Bericht vom 25. Mai „erläutert, daß der in der Nähe der Kirche „wohnende Schreinermeiſter Ruppel ſein „Haus unaufgefordert zum Pfarrhauſe an⸗ ygetragen habe— daß jedoch deſſen Offerte „darum unberückfichtigt geblieben ſeie, weil „der Gr. Kreisbaumeiſter ſolches als un⸗ „tauglich declarirt habe.
Von dieſer Angabe weiß ich nicht das Ge⸗ ringſte und muß ſte für gänzlich unwahr erklären. Selbſt der angezogene Bürgermeiſterei-Bericht weist ja nicht einmal einen Jahrgang nach, wann dieſes Anerbieten von mir geſchehen ſeyn ſoll? am allerwenigſten wird ſich aber in der Regiſtratur der Bürgermeiſterei ein von mir unterſchriebenes Protocoll vorfinden, das jene Angabe des Gemeindevorſtands bewahr⸗ heitet. Noch unbegreiflicher iſt es mir, wie der Kreisbaumeiſter ohne vorgenommene Expertiſe mein Haus als untauglich erklären kann, wäh⸗ rend mir und meiner ganzen Familie von einem kreisbaumeiſterlichen Beſuche, der doch allerdings zur Beſichtigung meines Hauſes erforderlich ge— weſen wäre, nichts bekannt iſt.
Stünde aber dieſe Thatſache auch ſo, wie der Gemeinderath ſolche niedergelegt, ſo erlaube ich mir die Frage an denſelben: Wo bleibt denn Ihre Conſequenz? Sie weiſen ja in Ihrer Rechtfertigung nicht nach, welches Gutachten der Gr. Kreiobaumeiſter in Bezug auf das Gros'ſche Haus abgegeben hat, woraus hervorgeht, daß Sie den Kauf ohne techniſches Gutachten mit dem Gemeinderath Gros zum Abſchluß gebracht, während Sie bei mir vor der Einlaſſung eine nachtheilige kreisbaumeiſterliche Declaration vorgeſchützt haben. Doch ich ſcheine vergeſſen zu wollen, daß mein Haus dem ſchlichten Bür⸗ ger und Schreiner Ruppel und nicht den reichen Erben eines Patriciers gehört.
Auf die in Parentheſe angebrachte Bemer⸗
kung:(„Ruppel ſoll an der Spitze der frag⸗ lichen Proteſtation ſtehen) entgegne ich: Ruppel ſteht wirklich an der Spitze der Proteſtation, ſchämt ſich aber deßhalb gar nicht, da dieſelbe während ihrer Circulation im Laufe von nur einem Tage einen ſolchen Anklang gefunden hat, daß ſich über 100 Namen aus dem Kern der Bürgerſchaft von Friedberg dem meinigen an⸗ gereihet haben, zu welchen ſich ferner noch eine große Zahl angeſchloſſen, wenn man die Abgabe nicht et was übereilt hätte.
Die Mißbilligung des fraglichen Hauskaufs war eine allgemeine, die zu verwiſchen die Rechtfertigung nicht geeignet iſt, obwohl der Gemeindevorſtand darin Zeugniß ablegt, daß er im Jahre 1848 thätiger war, als in vorher⸗
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gehenden Jahren; denn wenn man die Data vergleicht, ſo waren ſchon am 10. Auguſt 1846 mit dem Bürger Gerlach über einen Bauplatz zum Pfarrhauſe Unterhandlungen gepflogen, die am 7. Januar 1848 noch nicht ihre Erledi⸗ gung gefunden hatten. Da kömmt plötzlich das Gros'ſche Haus in Anregung, und die Herren Gemeindevorſteher werden von einem ſolchen Eifer angefacht, daß am 7., 10. und 20 Ja⸗ nuar 1848— alſo in 13 Tagen— Das abgewickelt wurde, was vorher einer 1½ jährigen Bemühung nicht möglich geweſen ſeyn ſollte!! Zu einer weiteren Beleuchtung der Rechtfer⸗ tigung laſſe ich Denjenigen, welche als„mehrere Bürger unterzeichnet„den offenen Brief an Bürgermeiſter und Gemeinderath der Stadt Friedberg“ im„jüngſten Tag abgefaßt haben, noch Stoff genug, und erlaube mir ſchließlich nur noch hinzuzufügen, daß der Glaube, den die Rechtfertigung von einer beſſern Anerkennung der Mehrzahl der Mitbürger vorausſetzt, in Bezug auf einen Theil der Unterſchrif⸗ ten, auf einer großen Täuſchung beruhen mag, die ſich bei der in Ausſicht geſtellten baldigen neuen Wahl in eine, keinen Zweifel mehr übrig laſſende Gewißheit auflöſen wird. Friedberg im April 1848. Franz Ruppel, Schreinermeiſter.
Empfehlung.
(486) Einem geehrten Publikum die An⸗ zeige, daß ich eine große Auswahl Regen⸗ und ruſſiſche Sonnenſchirme habe, ſowie, daß ich alle Sorten Stoffe beſitze, um jedes beliebige Muſter fertigen zu können. Sodann empfehle ich mich in allen Arten Reparaturen und werde meine Kunden prompt und billig bedienen. Friedberg den 6. April 1848. S. Garde, Schirmfabrikant in der Judengaſſe neben Herrn Specereihändler Goldmann.
Ein Kindermädchen,
(4877) von ſittlichem Charakter, kann ſogleich eintreten. Wo? ſagt die Expedition d. Bl.
Güterverpachtung.
(488) Montag den 9. April, Morgens 9 Uhr, will Unterzeichneter durch Herrn Bürgermeiſter Philippi, in der Wohnung des Gaſtwirths H. Sang II., nachverzeichnete Güter meiſtbietend verpachten laſſen. Im Holzfeld: Mrg. Vril. Ruth. 39½ am Markweg, daſelbſt, 1 4½ am Holzberg, 20% am Markweg, 12½ daſelbſt links, 36/ daſelbſt, am Bauernheimer Weg, 35½ am Hirſchenrain, 30½ daſelbſt, 33/ daſelbſt. Im Warthfeld: 6% in der dunkeln Gewann, 13 dafelbſt, 13 daſelbſt, daſelbſt, 35 zwiſchen den Hohlen, 36 an der Wüſtung, daſelbſt, 10 an der Steinbrückenhohl, 13½ daſelbſt,.
N 82 S
— 8 2 2 = 2 N
—— —2 82 — 2 .
——— —
3 3 1 6¼ am Eyerträgerweg, 1 2 37 daſelbſt, 1 37% daſelbſt, 2 8% daſelbſt. erbach II. den 4. April 1848. Sang J.
Fau
Oeffentliche Bekanntmachung.
(489) Das Reſultat der in der Bürgerver⸗ ſammlung am Samſtag den 1. d. M. beſchloſ⸗ ſenen und Montag den 3. beendigten Wahl zur Bildung eines Volkscomités, wird hiermit ver⸗ öffentlicht. g
Zu Mitgliedern dieſes Comités find gewählt worden:
1) Landrichter Hofmann.
2) Hofgerichtsadvokat Trapp III.
3) Bergrentmeiſter Textor.
4) Beigeordnete Hecht.
5) Meßgermeiſter Hartmann Walz II.
6) Thierarzt Dr. Ritzel.
7) Apotheker Werner.
8) Bürgermeiſter Bender.
9) Buchbindermeiſter Nagel J.
10) Drehermeiſter Neiſel.
11) Poſtmeiſter Helmolt.
12) Dachdeckermeiſter Fiſcher.
13) Bäckermeiſter Carl Fritz.
14) Schreinermeiſter Pfeffer.
15) Apotheker Wahl
Das Volkscomite wird es ſich zur Aufgabe machen, alle, ſowohl locale als politiſche eit fragen in den Kreis der öffentlichen Beſprechung und Berathung zu ziehen, überhaupt das voli⸗ tiſche Intereſſe rege zu halten und 10 kräftigen; auch Anträge an die Behörden, welche in Folge ſolcher Berathungen beſchloſſen werden ſollten, zu vermitteln. 5
Es wird ſich namentlich mit den in andern Städten des Landes gebildeten Comités in Re⸗ lation ſetzen, um dadurch den Weg zu gemein- ſamen Schritten anzubahnen. a
Ohne beſtimmte Tage zu öffentlichen Be⸗ ſprechungen feſtzuſetzen, werden dieſelben ſo oft veranlaßt werden, als die Tagesereigniſſe den Stoff dazu liefern.
Hiermit ſoll übrigens nicht geſagt werden, daß öffentliche Bürgerverſammlungen nur von dem Comité veranlaßt werden könnten; nur wird Jedermann, der irgend einen ihm wichtig dünkenden Gegenſtand in öffentlicher Verſamm⸗ lung berathen zu ſehen wünſcht, erſucht, ſolches einem Mitglied des Comités vorher mitzuthei⸗ len, oder Falls er die Vermittlung durch das Comité unigehen will, in dem Aufrufe zur Ver⸗ ſammlung ſeiner Namensbeifügung den Gegen⸗ ſtand der Beſprechung anzudeuten. 85
In Auftrag des Volkscomités der Secretär deſ. Textor.
Ein Stalleimer
(490) wurde am 28. März an dem dem Haagk gegenüber befindlichen Leierbrunnen ſtehen gelaſſen. Der redliche Finder wird gebeten, den⸗
ſelben bei Friedrich Netz in Friedberg ab⸗
zugeben. Kleeſamen (491) ganz vorzüglicher Qualität bei Gebrüder Grödel.
Bekanntmachung.
(492) Nachdem am 3. April d. J. der Bei⸗ geordnete Nürnberger in Wiſſelsheim durch die Schelle die Einwohner zu einer Verſamm⸗ lung in ſeine Wohnung(Nürnberger iſt Schenk⸗ wirkh) einladen ließ, verſammelte ſich die Bür- gerſchaft in der Hoffnung, daß geſeßliche Vor⸗ ſchriften zur Kenntniß derſelben vorgetragen werden ſollten. 5
Obgleich der Beigeordnete in ſelbſteigener Perſon dienſtgemäß die Bürger hätte anreden ſollen, ſo ließ er ſolches der Frau Beigeordnetin zukommen, und da dieſe ein außerordentliches Rednertalent be 8 Herr Beigeordneter deßhalb nicht recht zum Wort kommen konnte, ſo ging die Bürgerſchaft ohne etwas Intereſſantes ver⸗ nommen zu haben, in erwünſchtem Wohlſein friedlich nach Hauſe.
Mehrere Bürget.
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