Ausgabe 
8.3.1848
 
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80.

Amtlicher Theil. Oeffentlicher Anruf.

Werthe Mitbürger und Kreisgenoſſen! Laßt uns den heutigen Tag mit lautem Jubel begrüßen. Er iſt der An- fang der Segen verheißenden Regierung unſeres vielgeliebten Erbgroßherzogs Mitregenten. Seine erſte freie That war die Verbriefung der heiligſten Volksrechte. Zeiget wie bis⸗ her durch Erhaltung der Ordnung, daß Ihr dieſes füͤrſtlichen Geſchenkes würdig ſeid. Denn ohne Ordnung keine Freiheit.

Friedberg den 6. März 1848.

Der Großh. Heſſ. Kreisrath des Kreiſes Friedberg Küchler.

Der Großherzoglich Heſſiſche Kreisrath des Kreiſes Friedberg an die Großh. Buͤrgermeiſter des Kreiſes.

Es wird Ihnen hiermit zur öffentlichen Kenntniß ge⸗ bracht, daß die bisherigen Geſtüts-Stationen zu Engelthal und Berſtadt aufgehoben, dagegen eine neue Station zu Staaden errichtet und drei Landbeſchäler dorthin beſtimmt worden ſind, die im Anfange des Monats März d. J. dort eintreffen werden.

Friedberg am 25. Februar 1848.

Küchler.

Auszüge aus dem Regierungsblatte.

Auszug aus dem Regierungsblatt Nr. 5 von 1848.

I. Geſetz vom 25. Jan, die Bewetskraft der Nottzen und Schlußzettel der in Mainz conceſſionirten Mäkler und die Befrei⸗ ung der Tagebücher und Notizbücher derſelben von der Stempel⸗ abgabe betr., welches beſagt: Art. 1. Die Beſtimmung des Art. 109 Abſatz 4 des in der Prov. Rheinheſſen geltenden Handelsgeſetzbuches fin⸗ det auf die von den Parteien gehörig unterſchriebenen Notizen(borde- reaux) oder Schlußzettel der in der Stadt Mainz conceſſionirten Mäk⸗ ler Anwendung. Art. 2. Die Tagebücher und Notizbücher der im vorhergehenden Artikel erwähnten Mäkler ſind von der Stempelabgabe befreit.

II. Verordnung vom 25. Januar. den Betrieb und die polizeiliche Beaufſichtigung des Mäklergewerbes in Mainz betr., welche nachträglich zu der Verordnung vom 15. Sept. 1846 ver⸗ fügt:§. 1. Die in der Stadt Mainz conceſſionirten Mäkler haben außer den in§. 8. der Verordnung vom 15. Septbr. 1846 vorgeſchriebenen Tagebüchern auch Notizbücher zu führen, in welche die von ihnen ver⸗ mittelten Geſchäfte ſogleich einzutragen find.§. 2. Der§ 9. der ge⸗ dachten Verordnung wird dahin abgeändert, daß, wenn mehrere Mäkler zuſammen ein Geſchäft zu Stande gebracht haben, Jeder dem Andern die deßfallſigen Aufzeichnungen in ſeinem Notizbuche vorzuzeigen hat.

3. Die von den Mäklern zu führenden Tagebücher müſſen von der erſten bis zur letzten Seite mit fortlaufenden Zahlen und mit dem Hand⸗ zuge eines Mitgliedes des Handelsgerichtes oder des Bürgermeiſters, be⸗ ziehungsweiſe Beigeordneten verſehen ſein.

III. Bekanntmachung Gr. Miniſteriums der Finanzen vom 17. Februar die Aufhebung des Aus gangszolles von dem über einige Theile der Zollvereinsgrenze ausgehenden Getraide und Mehl betr. Nachdem des Großherzogs K. H., in Berückſichtigung der veränderten Verhältniſſe und der von andern Zollvereins-Regiernngen erfolgten Auf⸗ hebung des Ausgangszolls von Getraide und Mehl, durch allerhöchſte Entſchließung vom 15. d. M. zu verordnen geruht haben, daß der Aus⸗ e von Getraide und Hülſenfrüchten, ſodann von Mehl und andern

ühlenfabrikaten aus Getraide und Hülſenfrüchten bei der Aus fuhr aus dem Großherzogthume über die Zollvereinsgrenze der Königreiche Bayern und Würtemberg und des Großherzogthums Baden, von dem königl. baperiſchen Hauptzollamts⸗Bezirke Zweibrücken bis zum Hauptzollamts⸗ Vezirke Pfronten beide einſchließlich, numnehr gänzlich aufgehoben ſein ſoll, ſo wird dieſes in allerhöchſtem beſonderen Auftrage zur allgemeinen Kenntniß gebracht, und iſt dieſer Ausgangszoll von dem Tage des Er⸗ ſcheinens dieſer Bekanntmachung in dem Regierungsblatte an nicht mehr zu erheben.(Schluß folgt.)

*

Friedberg den 7. März 1848.

Als geſtern die freudige Kunde von der Mitregent ſchaft unſeres theuerſten Erbgroßherzogs in hieſiger Stadt ſich verbreitete und Nachmitags 4 Uhr ein Kourier das erhabene Programm ſeiner Regierung, das ſo wahr und frei, ſo bündig und ohne Rückhalt die Volksrechte verbürgt, anlangte, da durchwogte ein unendlicher Jubel unſere Stadt. Vereine und Muſikchöre durchzogen ſie mit flatternden Fahnen unter einem beſtändigen Lebehoch auf unſeren Großherzog, unſeren Mitregenten, den fürſtlichen Geber, und ſeinen freiſinnigen Miniſter, das kein Ende nehmen wollte. Am Abend war die ganze Stadt wie durch einen Zauberſchlag glänzend illuminirt.

Für die armen Schleſier

find weiter bei dem Unterzeichneten eingegangen: durch W. Fertſch von Gutsbeſitzer Kalbhenn in Niederrosbach 2 0 5 11 M. Farc von S. Lindheimer jun. 1 fl. 45; J. Map 1 fl.; aus Georgens Sparbüch ſe 12 kr.; durch S.⸗J. Hochgeſand von einer Ungenannten in N. 2 fl., durch Candipat Landmann von mehreren Ungenannten 2 fl.; durch die Redaction von S. u. L. in L. 2 fl, aus der Sparkaſſe von 4 Kin⸗ dern 1 fl, einem Dienſtmädchen 12 kr., desgl. 12 kr.; durch Trapp II. von L. C. T 1 fl., Fr. E. 17½ kr.; J. K. 30 kr.; verſchiedenen Unge⸗ nannten 5 fl. 54; direct von Okarben, durch Großh. Bürgermeiſter daſelbſt geſammelt 11 fl. 55; von Melbach durch Lehrer Sattler von einer Geſellſchaft in Ph. 7 fl., desgl. in K. 5 fl. 42, desgl. in B. 4 fl. 24; von Büdesheim, durch den Kirchen- und Schulvorſtand geſammelt, 12 fl. 48, einem Ungenannten 1 fl, Schullehrer Pabſt in Bönſtadt 1 fl., einem Ungenannten 30 kr., Oberrosbach durch Pfr. Strack 15 fl. 15 kr. 35) von Nieder⸗ und Oberflorſtadt nachträglich durch Pfarrer Görtz 9 fl. 54;

in einem Päckchen zu viel gefunden 6 kr, desgl. 18 kr., Tobias Thaler III.

von Stammheim 5 fl. 42, von deſſen Kindern 3 fl. 30, von deſſen Muttter 1 fl.; durch Pfarrer Textor in Steinfurth von Heinrich Gillmann 6 kr., Johs. Schultheis ar Witt. 12 kr., Johs. Falck Ir Witt. 18 kr., Philipp Roſenbecker 12 kr., Heinrich Thönges 18 kr., Ludwig Bechtold 12 405 Heinrich Lottig 6 kr., Eberhard Thönges Lr 12 kr., Heinrich Alban 2 12 kr, Kaſpar Feckel 18 kr., Konrad Alles Witt. 18 kr., Heinrich Alles 18 kr., Johs. Seidewand 12 kr, Johs. Schultheis 2r 1 fl. 30, Konrad Schultheis Zr. 1 fl. Adam Uhl 18 kr, Heinrich Philippi 2r 12 kr., Lud⸗ wig Schultheis 2 fl 24, Johannes Huber ir 30 kr., Peter Schneidet 12 kr. Heinrich Brod zr. 12 kr., Konrad Hubers Wittwe 1 fl. 20, Eber⸗ hard Sodler Zr 15 r., Johannes Alban Zr 12 kr., Mayer Mayer 36 kr. Moſes Maper 30 kr., Revierf. Weigand 1 fl., Chriſtoph Roſenbecker Ir 30 kr, Bürgermeiſter Thönges 18 kr., Anton Schultheis 1 fl, Heinrich Södler 30 kr, Muller Heinrich Schudt 1 fl. 45, Heinrich Brod 2r 18 kr., Herr P. W. 35 kr, aus dem Pfarrhauſe 5 fl.; durch Pfarrer Fabricius) in Niederweiſel von K. Gild Ir 6 kr, Ph. Hb. 7r 9 kr., Kath. Lentz ö kr., Ph. Koch zr 18 kr, K Häuſer 3 kr., K. Heinz Zr. 12 kr., Jac. Hild Ar W. 6 kr, J. Gg. Häuſer Lr 15 kr., Chriſt. Bill Ir W. 12 kr., K. Schimpf Zr 30 kr, Marg. Bill 30 kr., Ambr. Sch. 6 kr., K. Schulz und M. 9 kr., K. Loh. 18 kr., K. Häuſer 10r 6 kr., K. Bill Sr 12 kr., K. Heinz ör 18 kr., Ph. Zimmer 18 kr., Bäcker Seipp 30 kr., Ung. 1 fl, Ung. 42 kr., Pacht. W. und Oec. Dr. zuſ. 15 fl., Jac. Sch Lr. 30 kr., J. Gg. Kiß⸗ ler 2r. 30 kr., K Kißler Ar. 1 fl., Gg. Häuſer 18 kr., Wilh. Küfer 12 kr., Ung. 9 kr., Ung. 6 kr., Chriſt. Sch. 24 kr, K. Bill 13r. 12 kr., Gg. Schimpf Lr. 36 kr. Franz Vailing 21 kr., K. Haub 7r. 24 kr., Joh. Adami Ir. 6kr., H. Dr. 30 kr., Martin Wörner 9 kr., K. Riegelh. 5r. 30 kr., K. Haub 12 r. 24 kr., Chriſt. Krausgr. Ir. 1. fl, K. E. Haub 18 kr., Ph. Haub ör. 2 fl, Ungen. 1 fl., Chriſt. Sch. 12 kr., J. Gg. Jung 12 kr., Ph. Matth. 6 kr., Konr. Zimmer 9 kr., Wenzel Kl. 12 kr, K. Seipp mr. 12 kr. K. Seipp 2r. 6 kr., Maux. Ph. Bill 6 kr., Ph. Hild Ar. 9 kr. K.

) Von einigen Menſchenfreunden der hieſigen Gemeinde ſind mir für die Nothleidenden in Oberſchleſten fünfzehn Gulden fünfzehn Kreuzer anvertraut worden. Die meiſten der mitleidigen Geber haben ſich ausdrücklich verbeten, daß ihr Name genannt werden möge, darum beſcheinige ich den Empfang im Ganzen und bemerke nur dabei, daß die Nachweiſung im Einzelnen bei mir offen liegt, wodurch ſich Jeder überzeugen kann, daß auch ſeine Gabe eingetragen und abgeliefert ſei. Unter den Beiträgen befinden ſich 4 fl. 15 kr., welche der Ge⸗ meindediener Roß von einzelnen Perſonen mir eingehändigt hat. Auch kann ich nicht umhin, hinzuzufügen, daß einige arme Taglöhner und ſelbſt dienende Perſonen mir ihr Scherflein dargeboten haben, ja ich kann wörtlich den Ausſpruch des Heilandes von der armen Wittwe(Luk. 21, 3.) gebrauchen; auch eine ſolche hat mir ihre Gabe gereicht. Barum wollen wir auch in der bewegten Zeit auf die chriſtliche Menſchenliebe vertrauen.

Oberrosbach den 3. März 1848. K. Strack, Pfarrer.

) Für Ihre die G.⸗A.⸗Stiftung betr. gef. Bemerkung meinen Dank. M.