Ausgabe 
5.4.1848
 
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u 112.

Herr Dr. Klotz hat im Jahr 1846 und 1847 die Verſuche der Art gemacht, daß er eine Reihe Kartoffeln auf dieſe Weiſe behandelte, und die andere Reihe nicht ab⸗ ſtutzte und ſo den ganzen Acker durch, und behauptet nun, daß der Erfolg alle ſeine Erwartungen übertroffen habe, denn die Stengel der nicht ſo behandelten Reihen wären Ende Auguſt vertrocknet, theils abgeſtorben, dagegen ſeyen die ſo behandelten Reihen üppig und in voller Kraft, die Stauden buſchig, dicht belaubt, die Blätter groß und dun kelgrün geworden und was die Hauptſache iſt, f

die Knollen waren zwar nicht großer, aber ungleich

zahlreicher, weder pockig, noch von irgend einer Krank

heit ergriffen, nur ſelten ausgewachſen und unvollendet

in ihrer Entwickelung, was einem ſpäten Regen bei

zumeſſen ſei, während an den Knollen der nicht be⸗

handelten Stauden Pocken und naſſe Fäule ſich vor

fanden.

Ich halte es daher fuͤr Pflicht dafur zu ſorgen, daß dieſes Mittel überall recht bekannt gemacht werde, um viel⸗ leicht die ſo nachtheilige Kartoffelkrankheit zu verdrängen, ob ich gleich die Ueberzeugung habe, daß dadurch die Kar toffeln nicht mehlreicher werden, und eben ſo wenig, dar dadurch mehr Malter erzielt werden, weil die Knollen in ihrem Wachsthum geſtört werden.

Man verſuche es doch ebenwund behandele eine Reihe auf die angegebene Art und die andere Reihe ohne Ausbrechen der Spitzen, ſo wird man im Herbſt finden, wie ſich das Reſultat hinſichtlich der Güte und Menge der Kartoffeln herausſtellt.

Schließlich erlaube ich mir noch die Bitte, beim Setzen der Kartoffeln ſolche nicht in die Furchen zu werfen, ſon dern ſie neben in die lockere Erde einzuſtecken, was von dem Gr. Polizeicommiſſär Groth in Echzell ſchon viele Jahre lang mit dem beſten Erfolg angewendet worden iſt, wozu freilich der Acker ſchon einen guten Bau haben muß.

Bingenheim den 21. Februar 1848.

ch ne Großh. Diſtriktseinnehmer.

Krankenunterſtützungsverein in Obererlenbach.

In unſerer Zeit, wo ſo viele Vereine gegründet werden ſo daß nicht nur in Städten, ſondern auch auf Dörfern ſolche in Menge entſtehen, deren Zweck wechſelſeitige Unterhaltung, kräftigere Ausbildung des Körpers, Vermehrung des geſel ligen Vergnügens u. ſ. w. iſt, muß es als eine erfreuliche Erſcheinung betrachtet werden, daß auch auf Dörfern Vereine entſtehen, die ſich Linderung des menſchlichen Elends zur Aufgabe machen. Um ſo ſchöner erſcheint ein ſolcher Verein wenn er ausſchließlich von den ſogenannten unteren Stän den(der arbeitenden Klaſſe) errichtet wird, und durch ſich ſelbſt, ohne fremde Beihülfe, ſich ſeine Mittel herbeiſchafft. Ein ſolcher Verein beſteht in der Gemeinde Obererlenbach unter dem Namen:Kranken-Unterſtützungs-Verein. Dieſer Verein, der noch nicht ganz 3 Jahre beſteht und gegenwärtig 71 Mitglieder zählt, ſucht den obenangegebenen Zweck dadurch zu erreichen, daß er wöchentlich kleine Auf lagen von ſeinen Mitgliedern erhebt und hiermit diejenigen Mitglieder, welche auf das Krankenbett geworfen werden und hierdurch verhindert ſind, ſich und ihre Familie zu er⸗ nähren, unterſtützt. Dieſe wöchentlichen Auflagen, welche in den Wintermonaten 2 Kreuzer im Sommer aber, wo der Erwerb leichter und die Bedürfniſſe weniger ſind, 4 und resp. 6 Kreuzer betragen, werden jeden Sonutag von dem Vereinsdiener erhoben und an den Rechner des Vereins

abgeliefert. gekommen iſt, und die Zuſtände des Vereins es erlauben, wird dieſelbe ausgeliehen. Wird ein Mitglied krank, ſo hat es bei dem Verwalter des Vereins hiervon die Anzeige

zu machen, und zugleich ein ärztliches Zeugniß beizubringen. Daraufhin werden ihm nun auf die Dauer ſeiner Krankheit

jede Woche 3 fl. aus der Vereinskaſſe ausbezahlt.

Es braucht wohl nicht erwieſen zu werden, daß Jeder, ſelbſt der Unbemittelſte, eine ſolche Kleinigkeit wöchentlich abgeben kann; hierfür hat er nun den ſüßen Troſt im Falle einer Krankheit ſich und die Seinen vor dem drückendſten Mangel geſchützt zu ſehen.

Vielen Segen und Nutzen hat der Verein in ſeiner kurzen Beſtandzeit, und trotz der anfänglichen kleinen Zahl ſeiner Mitglieder(es waren in der erſten Zeit nur 40) ſchon geſtiftet. Mehrere Familien ſind ſchon weſentlich unterſtüͤtzt worden und ſind hierfür bereits ſchon 159 fl. von der Vereinskaſſe ausbezahlt worden. Dennoch hat der Verein gegenwärtig ein baares Kapital-Vermögen von 421 fl., wie es ſich in der am 30. Januar d. J. gehaltenen halbjährigen Rechnungsablage ergab. Ein abermaliger Be weis, daß auch geringe Krafte durch Einigung Großes zu Stande bringen können. Mögen daher die Mitglieder dieſes Vereins ſich aufgemuntert fühlen, ſtets einig zu ſein und einig zu bleiben. Die übrigen Einwohner Obererlenbachs aber, die nicht Mitglieder des Vereins ſind, aber nach ihren Verhältniſſen es ſein könnten und ſollten, möchten Dieſe nun, da ſie den Verein bereits Jahre lang in ſeiner Wirkſamf⸗ geſehen und den Nutzen, den er geſtiftet, ſelbſt wahrgenon⸗ men haben, ſich aufgefordert fuͤhlen, in denſelben einzutreten, damit er immer ſtärker und kräftiger werde, und ſo immer mehr zum Heil und Segen ihrer Gemeinde gereiche.

Kirchenbuchsauszug vom Februar 1848. Friedberg.

Getraute:

20. Johann Nikolaus Engel, hieſiger Bürger und Metz germeiſter, des weiland hieſigen Bürgers und Metzger meiſters Joh. Wilhelm Engel ehelich lediger Sohn und Eliſabethe Walther, des weiland Konrad Walther, Beigeordneter zu Bauernheim, eheliche nachgelaſſene ledige Tochter.

Getaufte:

Eine uneheliche Tochter, Chriſtine, geb. den 29. Jan.

Dem hieſigen Bürger und Schneidermeiſter Georg

Konrad Daniel Ebert ein Sohn, Johannes Ferdinand

Wilhelm Hermann, geb. den 12. Jan.

13. Dem hieſigen Bürger und Zimmermeiſter Johannes Füller ein Sohn, Georg, geb. den 26. Jan.

13. Dem hieſigen Burger und Glaſermeiſter Joh. Konrad Jung ein Sohn, Georg Ludwig, geb. den 21. Jan.

13. Dem hieſigen Bürger und Oekonomen Joh. Konrad Reuß eine Tochter, Kunigunde Dorothea Wilhelmine, geb, den 23. Jan. 2 f

13. Dem hieſigen Bürger und Flurſchützen Georg Brie eine Tochter, Anna Eliſabetha, geb. den 2. Febr.

13. Dem hieſigen Bürger und Gr. Heſſ. Ortseinnehmer Kaspar Magel ein Sohn, Karl, geb. den 26. Jan.

17. Dem Gr. Oberlieutenant Peter Hauß ein Sohn, Ju

lius Ludwig, geb. den 25. Jan.

Sobald eine anſehnliche Summe zuſammen

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