Ausgabe 
5.1.1848
 
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daß es heute da drinnen ſchmale Biſſen geben muß. Und ſo iſt es. Das Holz, das der Peter in der Nacht vorher vom Küppelchen herabgeholt hat, und von dem die Anne Kunni⸗ gund' bisweilen ein Scheit aus dem Bettſtroh holt, wohin ſie es aus Furcht vor Hausſuchung verſteckt hat, will nicht brennen, weil es grün iſt, und der Ofen gibt darum nur eine mäßige Wärme. In der Ecke hinter demſelben ſitzt auf einem gebrechlichen Stuhle die Großmutter und huſtet, und ſucht ihre dürren zitternden Hände am Ofen zu erwärmen. Vor ihr kauern die kleinen Kinder und ſchneiden Scheiben von rohen Kartoffeln und hängen ſie an den Ofen, und wenn eine halb gebraten herabfällt, ſo zanken ſie ſich um die Schnitten. Das iſt an dieſem Morgen ihre einzige Nahrung. Die Anne Kunigund' ſieht düſter auf eine Flickarbeit hin, die ſie unter Händen hat, und läßt wiederholt die Arbeit in den Schooß fallen, bald um zu horchen, ob die Thüre des Hauſes ſich nicht geöffnet habe, bald um die erſtarrten Hände durch den Hauch ihres Mundes zu erwärmen. Der Peter ſitzt auf der Bank vor dem Tiſche und bläſt aus ſeiner kurzen Pfeife dichte, übelriechende Dampfwolken von ſich; denn was er raucht, das iſt ein Rolltaback, den man ein⸗ mal um den Leib zu einem Kreuzer bei dem Krämer Dreier bekommt; wer ihn rauchen will, muß eine harte Zunge haben. Der Peter iſt beſchäftigt, von dünnem Draht Schlingen zu machen, die er am Abend den Haſen und Rehen legen will; aber es ſcheint ihm die Arbeit auch nicht von Statten zu gehen, er knurrt und brummt vor ſich hin. Endlich wirft er die Arbeit von ſich und ſchreit:Anne Kunigund', krieg' ich nicht bald etwas Warmes, das hält kein Gaul aus, ge⸗ ſchweige denn ein Kerl, der die halbe Nacht auf den Beinen war, um ſeine Schuldigkeit zu thun und ſeinen Feinden nicht zum Spott zu werden!Gedulde dich noch ein Weilchen, Peter, ſagte die Hausfrau kleinlaut,die Katherlieſe iſt ſchon ſeit einigen Stunden durch's Ort, Brod zu heiſchen, und was ſie ſonſt kriecht, ſie muß nun bald kommen. Ich will derweilen den Kaffee kochen, nur ſteht die Geis trocken,

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da wird's wenig Milch geben.O hole die Geis Dieſer und Der, und wenn die Katherlieſe in der Mühle geweſen iſt, ſo breche ich ihr den Hals! Einmal für allemal, es geht mir keins mehr in die Mühle; der alte Mehldieb mag ſein Brod behalten!Da iſt was zu verbieten, belferte die Kunnigund',in der Mühle iſt's aus mit uns, zumal, ſeit die Salome, die Stadtmammſell, wieder da iſt; die iſt ſchlimmer als der Alte und der Junge zuſammen.

Indem, ſo knarrte die Thüre, und die Katherlieſe trat herein, und legte mit zitternden blaugefrornen Händen ver ſchiedene Stücke Brod auf den Tiſch, große und kleine, je nach der Mildthätigkeit der Geber. Die Kinder erhoben ſich vom Ofen und ſahen nach den Stücken Brod, ja die Alte in der Ecke verſchlang ſie ſogar mit den Augen, aber ſie bewegte ſich nicht von der Stelle.

Warſt du in der Mühle, Katherlieſe? brüllte der Peter das Kind an;»ſag' die Wahrheit, Range, ſonſt ſchlag' ich dir Arm und Bein entzwei! Das Kind weinte und ſchwieg. Da ſchlug ſich die Mutter in's Mittel, hing dem Peter ein tüchtig Maul an, nannte ihn Rabenvater und Tagdieb und ſtieß die Katherlieſe vor ſich her zur Thuͤr hin⸗ aus. Draußen am Ofen ſprach ſie zu dem weinenden Maͤd⸗ chen:Sei ſtill, Katherlieſe, dein Vater iſt heute nicht gut gemotzt, aber haſt du ſonſt nichts, mein Töchterchen?Hier iſt was, Mutter, flüſterte das Madchen,aber das iſt nur fuͤr euch und am Knochen laßt ihr mir etwas übrig, nicht wahr? Und aus dem Sack unter der Schuͤrze zog die Katherlieſe einen gekochten Schweinfuß hervor.Woher das 2, fragte die Mutter leiſe.Aus der Muͤhle, gab das Mädchen zur Antwort.Die Salome jagte mich fort, da ging ich durch die Küche zur Hinterthuͤr hinaus, und nahm das Fleiſch von einer Schüſſel, die da ſtand.Ei du Blitzmädchen, ſagte ſchmeichelnd die Mutter, griff haſtig nach dem Fleiſche und verbarg es unter einer Schüſſel. Du ſollſt deinen Theil davon haben, aber dein Vater ſoll nichts davon wiſſen.

a resp. Empfangnahme der Erbſchaft binnen drei Monaten von heute an dabier zu hörden. melden, widrigenfalls über die Erbſchaft nach Lage der eten verfügt werden würde. Zugleich ſind etwaige Forderungen und ſon· ſtige Anſpruche an den Nachlaß binnen gleicher Friſt dahier anzuzeigen und zu begründen, in⸗ dem ſie andernfalls keine weitere Berückſichti

Bekanntmachungen von Be⸗ ſich zur Begründung ihrer Erbenqualität und

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Edictolladung. ö

(2008) Jakob Drullmann, geboren 1775 zu Griedel, iſt im März d. J. zu Kaichen, wo er ſich ſeit einer langen Reihe von Jahren aufgehalten, ohne Leibeserben und obne über ſeinen, aus 117 fl. beſtehenden Nachlaß ver fügt zu baben, geſtorben. Außer zweien, ſich in St. Petersburg aufhaltenden Geſchwiſter⸗ kindern, Heinrich Strauch und Gotttried Röbers Frau, ſoll der Verſlorbene folgende Geſchwiſter gehabt haben: Wilhelmine, Chri

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über deren Aufenthalt und genauere Bezeich nung jedoch nichts Näheres ermittelt werden konnte. Es werden daher dieſelben, oder deren Rechtsnachfolger und überhaupt alle die, welche Erbanſprüche an den fraglichen Nachlaß bilden

1 ö 5 den, ſolche ſogewiß zu können vermeinen, hiermit aufgeſordert,,.

Großkarben den 27. November 1847. Groß. Heſſ. Landgericht daſ. Jäger.

Edicetal ladung.

(206% ueber das um 1462 fl. 34 kr. über⸗ ö i 0 aldete Vermögen des Daniel Kornmann ſtine, Heinrich Daniel und Carl Dr. med.,[ g Reinhardshain hot Grßh. Hofgericht den Concurs erkannt, weshalb alle, welche Willens ſind, Forderungen oder ſonſtige Anſprüche an die Concursmaſſe zu bilden, mögen ſie dem Gerichte bekannt ſein oder nicht, hiermit aufgefordert wer⸗

Donnerſtag den 17. Februar 1848,

5 Vormittags 9 Uhr, dahier anzumelden und zu begründen, widrigen⸗ falls ohne weiteres Präeluſivdecret der Ausſchluß von der Concursmaſſe erfolgen wird.

Da ſodann im Liquidationstermine ein Güte- verſuch ſtattfinden ſoll, ſo wird beſtimmt, daß die alsdann nicht perſönlich erſcheinenden Gläu⸗ biger als der Mehrzahl der Anweſenden, im Fall eine vergleichsweiſe Beſeitigung des Schul denweſens ſtattfinden ſollte, beitretend werden erachtet werden.

Grünberg den 4. Dezember 1847.

Großh. Heſſ. Landgericht daf. Welcker.

Sartorius.

Bekanntmachung.

(14) Der Maurermeiſter Jakob Hinkel von Rödelheim iſt durch Beſchluß Gr. Hofgerichts der Provinz Oberbeſſen vom 11. November d. J. für einen Verſchwender erklärt und unter Curatel geſtellt worden. Es wird dieß mit dem Anfügen öffentlich bekannt gemacht, daß von nun an nur die von demſelben ab geſchloſſenen Verträge und Rechtsgeſchäfte auf