Ausgabe 
2.2.1848
 
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Tate

g und Butzbach . Fehr. 1848

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Intelligenz Blatt

fur die

Provinz Oberheſſen

im Allgemeinen,

den Kreis Friedberg und die angrenzenden Bezirke

im Beſonderen.

M10.

Mittwoch, den 2. Februar

1848.

-...

Ar.....

Amtlicher Theil.

Der Großherzoglich Heſſiſche Kreisrath des Kreiſes Friedberg an die Großh. Buͤrgermeiſter des Kreiſes.

Betreffend: Die Ausführung des Wieſenkulturgeſetzes vom 7. October 1830 insbeſondere das Inſtitut der 2 ieſenvorſtände und deren Wirkſamkeit jetzt Einſendung der Rechen⸗ ſchaftsberichte.

Sie wollen die nach Art. 7 der Wieſen-⸗Polizei-Ord⸗ nung einzuſendenden Rechenſchaftsberichte, ſoweit dies noch nicht geſchehen iſt, baldigſt einſenden und darin ausdrück⸗ lich angeben, ob die Wieſenvorſtände noch vollſtandig ſind, oder ob und aus welchen Gründen einzelne Mitglieder der ſelben ausgetreten ſind.

Friedberg den 27. Januar 1848.

Küchler.

Volk gſchriften.

1 Die Spinnſtube, ein Volksbuch für das Jahr 1348. Herausgegeben von W. O. von Horn. Dritter Jahrgang. Mit einem Stahlſtich und vielen Holz ſchnitten. Frankfurt am Main. J. D. Sauer⸗ länders Verlag.

2) Der Gevattersmann. Volksbuch für 1848. Vierter Jahrgang. Von Berthold Auerbach. Mit 33 in den Text eingedruckten Holzſchnitten. Braun⸗ ſchweig. Druck und Verlag von Georg Weſtermann.

Beide ſo eben angezeigte Bücher, welche in der Buch⸗ handlung von C. Bindernagel, das erſte für 45 kr., das andere für 14 kr., zu haben ſind, verfolgen einen und denſelben Zweck, wie auch ihr Titel ſagt: ſie wollen näm lich, nächſt dem, daß ſie die Abſicht haben, ihren Leſern dem Volke, eine anſprechende Unterhaltung in den langen Winterabenden zu gewähren, zugleich und hauptſäch

lich den Sinn für das Wahre und Gute im Volke verbrei⸗ ten und beſtärken und demſelben gleichſam ſpielend zu allerlei nützlicher Kenntniß und Erkenntniß verhelfen, bis ihm ſtatt der Milch ſpäter auch härtere Koſt geboten werden kann; ihr Zweck iſt alſo kein anderer, als der, den jeder Menſch vor Augen haben ſollte, der ſeinen Nächſten liebt, wie ſich ſelbſt der Nächſten Bildung und Sittigung. Sind beide Bücher ſchon um dieſes ihres Zweckes willen eine in hohem Grade er⸗ freuliche Erſcheinung auf dem großen Markte der Bücher, ſo ſind ſie dieß zwiefach wegen der ausgezeichneten Weiſe, in welcher ſie das vorgeſteckte Ziel zu erreichen ſuchen und wird gewiß kein Leſer eines derſelben aus der Hand legen, ohne im höchſten Grade ebenſowohl mit dem Inhalte, wie mit der Form, in welcher der Inhalt erſcheint, zufrieden zu ſein, weshalb wir ſie denn auch mit voller Ueberzeugung Jedem, beſonders aber dem Bürger und Landmanne, zur Anſchaffung empfehlen konnen. Wenn man zwei Bücher vor ſich hat, von deuen jedes in ſeiner Art vortrefflich iſt, ſo ſollte man eigentlich nicht vergleichen, doch kann Einſen⸗ der die Bemerkung nicht unterdruͤcken, daß ihm Auerbach's Gevattersmann zu politiſch und in ſeinem politiſchen Streben zu einſeitig iſt, es gibt ja doch noch andere Dinge, die dem Volke muͤſſen am Herzen liegen, als ſeine politiſchen und bürgerlichen Einrichtungen! und daß die Spinnſtube viel harmloſer(was aber ihrer Entſchiedenheit gar keinen Abtrag thut) zu Werke geht und darum auch einen viel angenehmeren Eindruck zurücklaßt, als die ſo oft wieder⸗ kehrenden Sticheleien des Gevattermanns. Wer ſich darum nur eines der genannten Bücher anſchaffen kaun oder will, dem rathen wir zu der Spinnſtube, wer aber die Mittel hat, beide an ſich zu bringen, der wird die wenigen Batzen, die er für ſie ausgegeben hat, gewiß nicht bereuen. Der Inhalt der Bücher iſt ein ſehr mannigfaltiger; die Spinn⸗ ſtube bringt auf 194 Seiten ohne das Vorwort 37 Num- mern, die theils lehrreiche Mittheilungen, theils Erzählungen, theils Räthſel, theils Sprüchwörter mit Anmerkungen dc. enthalten; der Gevattersmann hat 80 Seiten und wie ſchon geſagt, haben die meiſten Nummern deſſelben eine poli tiſch, nicht allemal gerade für Jeden ſehr leicht aufzufindende Spitze. Der Raumd. Bl. geſtattet es nicht, auf eine auffaſſendere Betrachtung des Einzelnen einzugehen und wir wollen darum aus jedem Buche ein kleineres Ganze abdrucken laſſen, um unſere Leſer auch dadurch zu beſtimmen, eine nähere Be