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mit ihr beschaftigte, zwang mich, der Vorstellung wieder gewissen⸗ haft zu folgen und hatte die Dame in den nächsten Minuten wirklich ganz vergessen.
rathen. Nun hatte ich wohl ein Recht, hinüber zu sehen, und , deshalb that ich es auch. Zuerst gab es eine große Begrüßung drüben, dann eine sehr lebhafte Unterhaltung,— man hätte
elt„Willst Du mich einen Augenblick entschuldigen, Margareth?“ 0 fragte Robert, als der Vorhang sich wieder gesenkt hatte.„Frau 1 Schliersen— die Dame, von der ich Dir vorhin sprach— 1 scheint zu erwarten, daß ich sie begrüße, Du nimmst es mir ag I ñnicht übel, nicht wahr?“ 9„Gewiß nicht, Robert, ist es die junge, schöne Dame in icht Trauer, die uns gegenüber sitzt?“ In„Trauer“ hatte ich gesagt, ih, war aber nicht ganz sicher, ob die duftige Zusammenstellung von ln schwarzen Spitzen, Atlas und Gott weiß was sonst noch wirklich em diesen Namen verdiente, oder ob man sie nur gewählt hatte, . damit sich der zarte, helle Kopf um so anmuthiger abheben möchte. ws Robert nickte.„Bleibe nur nicht zu lange fort,“ wollte ich noch hinzufügen, verschluckte es aber weislich; er würde mich n ausgelacht haben mit meinem Geiz; denn es ist ja wahr, ich geize mit jeder Minute, die er bei mir sein kann. Sind mir die be Stunden doch spärlich genug zugezählt. Lieber hätte ich es 0 auch jetzt gesehen, wenn er bei mir geblieben wäre; es war mir in wie eine Enttäuschung, daß er ging, aber es war ja nicht nöthig, e ihm das zu sagen. 8 „. Dann ging Robert, um gleich darauf in der gegenüber— 1 liegenden Loge zu erscheinen. Ich hatte also ganz richtig ge— abe.
g meinen schweigsamen Robert kaum wiedererkannt. ch. Ich nahm mir die Freiheit, die Dame durch mein Opern— „ glas zu betrachten und jetzt, da sie mir plötzlich so nahe gerückt war, sah ich, daß sie vielleicht von meinem eigenen Alter sein ul, konnte. Und doch nicht von meinem Alter. Den Jahren nach mochte es stimmen, aber sie— sie war jung trotzdem. Mochte aauch die Kunst ein wenig nachgeholfen haben, jene Dame war auch ohne dieselbe reizend und jugendlich. 1 Warum mir nur Robert von dieser„alten Bekannten“ nie h gesprochen hatte? Sie mußte ihn doch früher sehr gut gekannt lu, haben, nach der Art zu rechnen, mit der sie jetzt zu ihm empor— n blickte, gelegentlich die Hand auf seinen Arm legte und sich N zu ihm neigte. Es lag etwas darin, was mich reizte. Wäre um, sie alt und häßlich gewesen, so hätte sie sich meinethalben be⸗ 1 nehmen können, wie sie wollte; so konnte es mir nicht gleich— % gültig sein. i 5 5 D 1 Der Zwischenakt ging zu Ende; Robert blieb drüben. Ich , hatte nicht viel Freude an dem dritten, letzten Akt. Es schien 1 6 mir, als wäre das Stück langweilig und als spielten die Schau—
hel, spieler entsetzlich geistlos. f 5 —„Nun, ist uns der Doktor abtrünnig geworden 5 fragte die 6 kleine Frau Weber, die Robert's Fortgehen gar nicht bemerkt un. batte und dann, ohne meine Antwort abzuwarten, fügte sie schnell hinzu:„Aber Herzchen, wie blaß Sie sind! Ist es Ihnen zu
1 heiß hier? Wollen Sie nach Hause?“ i a a
f 1„Nein, o nein,“ murmelte ich hastig, mich der ja unendlich 1 kindischen Thränen schämend, die mir plötzlich in die Augen u, steigen wollten. Ich Kind mit meinen dreißig Jahren! Das
hätte noch gerade gefehlt, hier eine Szene zu machen! 0 Als der dritte, letzte Akt aus war, kam Robert natürlich und entschuldigte sich wegen seines langen Fortbleibens.„Frau Schliersen,“ sagte er,„bliebe nur kurze Zeit hier, sie wäre die Wittwe eines verstorbenen Freundes und hätte so viel zu er⸗
zählen und zu fragen gehabt, daß ihm die Zeit ganz unvermerkt % vergangen wäre. a 5 f , Ich hatte das Gefühl, als müßte ich meinen Kopf an seine 15 N Schulter legen und ihm sagen, wie lieb ich ihn hätte, als er 15 mir, wie sonst immer, Mantel und Kapuze umlegte,— aber das
ging ja natürlich nicht.(Schluß folgt.)
Jose Blätter.
Die Seelöwenfelsen.(Siehe Illustration.) Vor dem goldenen Thor, welches die Bucht 15 8 Franzisko gegen den stillen Ozean abschließt, ragen dunkle Klippen empor; diese sind von völlig unheimlichen Gästen dicht bevölkert. Aus der schäumenden Brandung steigen die Seelöwen
in Massen hervor, werfen sich, von der Woge getragen, auf die Fels- platten und kriechen mit heiserem Gebell auf die Spitzen der kegelförmigen Felsen, wo sie sich in der heißen Sonne behaglich ausstrecken, bis die Sehnsucht nach der kühlen Meerfluth sie wieder zurückgleiten läßt in die rauschenden Wasser. Das Staatsgesetz Kaliforniens schützt diese Thiere vor der Vernichtung, so weit die kalifornische Küste reicht, auf den Küsten— felsen Alaskas dagegen werden sie um ihres Felles und Fettes willen zu Tausenden mit dem Knüppel todtgeschlagen. Auf den Klippen vor dem goldenen Thor genießen sie ein sicheres ungestörtes Dasein und hier findet ein Gewimmel der mächtigen Flossenthiere statt, welches den vor— überfahrenden Fremden in Erstaunen setzt. Mit den melancholischen Menschenaugen sehen sie den Schiffen nach, stoßen jenes heisere Bellen aus, das an das Klagegeheul großer Hunde erinnert, werfen sich in die Brandung und jagen in der Meerestiefe den Fischen nach. Die See— löwenfelsen vor dem Hafen von San Franzisko gehören zu den eigen⸗ artigsten Erscheinungen des stillen Ozeans..
In Ludolf's Schaubühne des deten Jahrhunderts(Frank— furt 1713) wird über die erste Opernvorstellung in Deutschland berichtet, ohne uns zu sagen, was gegeben worden sei. Dieselbe fand fünf Jahre nach dem dreißigjährigen Kriege im Karneval statt und war zum Ergötzen des Reichstags zu Regensburg veranstaltet. Ludolf erzählt über sie: „Das Theatrum, das an sich selbst dunkel gemacht und mit sehr vielen Lichtern und Fackeln erleuchtet war, veränderte sich ohne Vorziehen von Vorhängen etliche Male ganz geschwind durch schöne, bemalte Schieber, daß bald wunderbare Paläste, bald Säle und Gärten, bald andere Schau— plätze zu sehen waren.(Bei den englischen Schauspielern war bisher das sogenannte Shakespearegerüst ohne eigentliche Dekorationen angewandt worden; die deutsche Schauspielkunst existirte aber noch nicht. Erst dem Magister Johannes Veltheim war es vorbehalten, in seiner„berühmten Bande“ deutsche Berufsschauspieler vorzuführen.) Das Meer, auf welchem Schiffe mit Leuten ruderten und anlangten, bewegte sich stark mit seinen Wellen; es flogen Knaben wie Vögel durch die Luft. Man sah vortreff— liche, artige Tänzer und hörte anmuthige Stimmen der italienischen Sänger und Sängerinnen. Es währte das Werk bis neun Uhr in der Nacht, zum großen Vergnügen etlicher hundert Menschen, die dergleichen nie gesehen hatten, wie denn auch dergleichen in Deutschland nie zuvor gesehen worden. Und mochte dem Kaiser zur Bezahlung der Italiener und mehrentheils fremder Leute sammt den Gebäuden und allen Zu⸗ rüstungen über 46000 Gulden gekostet haben.“ W. G.
Eine treffende Antwort. Kurze Zeit, nachdem Napoleon J. das Dekret erlassen, welches befahl, daß alle englische Waaren, deren man im Bereiche seiner Machtsphäre habhaft werden konnte, verbrannt werden sollten, ging er eines Tages in der Umgegend von Fontainebleau spazieren. An der Pfarrwohnung eines kleinen Dorfes vorübergehend, drang ihm der Geruch von frischgebranntem Kaffee in die Nase, und als er, davon betroffen, stehen blieb, hörte er auch das Geräusch einer in Bewegung gesetzten Kaffeemühle.
„Ei,“ sagte er lachend,„hier kann ich einen Uebertreter meines Dekretes auf frischer That ertappen; ich wette, es ist der Pfarrer selbst.“
Er trat in das kleine Pfarrhaus, gelangte, dem Geruch nachgehend, in die Küche und fand daselbst in der That den Pfarrer mit Bereitung des Kaffees beschäftigt. Sobald der schon bejahrte Geistliche des Kaisers ansichtig ward, kam er ihm eilig entgegen und begrüßte ihn ehrfurchtsvoll.
„Was in aller Welt treiben Sie denn da, Herr Pfarrer?“ fragte Napoleon lachend.
„Wie Ew. Majestät sehen, thue ich ganz nach Ihrem Befehl,“ er— widerte der kluge Pfarrer,„ich brenne Kolonialwaaren, Sire.“
Der Kaiser nickte lächelnd und entfernte sich. Eine gute Antwort verfehlte bei ihm nie ihre Wirkung. K.
Alexander der Große. Ein verständiger und sonst friedliebender Mann wurde auf der Straße von einem rohen Laffen beleidigt. Jener ließ dem Ruhestörer eine sehr eindringliche Zurechtweisung mittelst seines dicken Rohrstockes zu ommen. Ein Freund, der während dieser inter— essanten Beschäftigung hinzugekommen war und den Entrüsteten zu be— sänftigen suchte, fragte denselben:„Was haben Sie denn mit dem Kerl vorgehabt?“—„Je nun,“ erwiderte der Prügelspender, schon wieder kaltblütig und scherzhaft,„ich habe es gemacht wie Alexander der Große, ich habe einen Knoten durchgehauen.“ M.
Heroische Erklärung. Als Albuquerque, Vizekönig von Indien, im Jahre 1507 Namens der Portugiesen sich der Insel Ormus am Ein⸗ gange des persischen Meerbusens bemächtigte und der König von Persien den Tribut verlangte, legte er den Gesandten Kugel und Säbel vor und sagte:„Das ist die Münze, mit der Portugal seinen Tribut zahlt.“
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Vom Höllenfeuer. Ein Feldprediger wohnte einst einem kleinen Manöver bei. Nach Beendigung desselben sagte der General zu ihm: „Nun, Herr Feldprediger, heute haben Sie sich das Höllenfeuer wohl recht lebhaft vorstellen können?“ Der Geistliche, welcher seinen Mann genau kannte, erwiderte lächelnd:„Ja wohl, besonders da ich Ew. Exzellenz mitten darunter sah.“ 1 R.
Freimüthig. Der Herzog von Cumberland sagte einmal zu Foote, mit welchem er sich in Gesellschaft befand:„Ich verschlinge alle Ihre guten Einfälle.“ Foote antwortete:„Dann haben Ew. Königliche Hoheit eine gute Verdauung, da Sie keinen wieder von sich geben.“ R. E.


