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stumpfer Satinette erhält.
femme“ oder— 0 vorzieht, obschon ich nicht weiß, worin die Eleganz bestehen soll. Es
zweitheiligem Rücken und mit einer Art
Viele solcher Kleider sind ganz schwarz, und das sind die bequemsten.
Andere haben farbige Schleifen, und zu diesen ist ein feuerfarben ombrirtes
Band mit grün, b aßblau und schwarz changirten Streifen sehr beliebt, desgleichen orangegelb und schwarz changirtes, ebenso wie einfarbig memo es Band. f
Zu ganz schwarzen Toiletten wird neuerdings das schwarze Atlas—
band jedem anderen vorgezogen, da es das Matte der Spitzen hebt.
a Auch die weißen, elfenbein⸗ und cremegelben Spitzenkleider er—
scheinen wieder. Sie sind reizend mit dem Schmuck gleichnüancirter Altlasbandschleifen.
Man gedenkt überhaupt, sich später viel in Weiß zu kleiden. Die
lead Frauen und diejenigen, welche sich zwischen Jugend und Alter
efinden(„entre deux äges“, wie die Franzosen so galant sagen), die
jungen und die kleinen Mädchen werden weiße Toiletten in leichtem
Sommertuch, Etamine, Voile, kurz in vielen modernen Wollengeweben
tragen und für die Bebés bereitet man ferner allerliebste, weiße Kleidchen
in gesticktem Battist.
Auch zu den sommerlichen Tanzfestlichkeiten fertigt man für he 15
Mädchen weiße Kleider von zierlichster Einfachheit aus Tüll, noch me
aus erbsenbesticktem Mull, diese geschmückt am unteren Rande mit nichts weiter als mit einer leichten Guipüre, das Ganze auf weißem Seiden⸗ fond. Dazu ein krausgezogenes oder fichuartig gekreuztes Leibchen,
ebenfalls auf Seide, mit einer schönen breiten, rosa oder blauen Moire— schärpe. Eine Blume an Leibchen, eine gleiche in einer kleinen, plissirten
Tüllwolke im Haar, ein Moireband um den Hals, siebenzehn oder acht— zehn Jahre— der schönste Schmuck— und das genügt, um anmuthig, um anziehend zu sein, um keinen Tanz zu verfehlen.
Die Einfachheit läßt mich zugleich an die neuen Toiletten der Braut⸗
jungfern denken, für welche jenes Attribut von der Mode vorgeschrieben
ist. Leichte Wollen- und leichte Seidenstoffe, unter welchen letzteren vor⸗ nehmlich die Surahs und Taffete eine Rolle spielen, werden in hellen
1 15 ausschließlich dazu gewählt, und besonders reizend sind solche Toiletten, wenn man die Seide mit der Wolle verbindet.
Als Schnitt⸗ form: Gürteltaillen und dazu leicht drapirte Röcke. Man fragt mich betreffs der sommerlichen Trauer um Rath. Der
N f 605 vorschriftsmäßige Kaschmir wird für die heiße Saison durch stumpfe,
chwarze Wollen⸗Grenadine ersetzt, welche eine Unterlage von ebenfalls Mit dieser Grenadine eint sich der englische Krepp und bildet Kleidungsstücke leichter Art, sehr ernsten Aussehens. Auch die schwarzen Wollen⸗Etamines finden vielfach Verwendung, doch sind sie weniger leicht als jene. Ein modernes sommerliches Trauerkleid aus erstgenanntem Stoff z. B. zeigte den Rock mit einem Schürzentheil aus englischem Krepp und, redingote⸗ artig, mit großen Krepp⸗ Revers „Directoire“ ausgestattet. Hierzu gehörten; eine runde Taille mit Krepp⸗
gürtel nebst solcher Rosette, ein glatt gespannter Krepphut(Capoteform)
mit langem Schleier und einer Krepp⸗Aigrette, diese gehalten durch eine Auen Jet⸗Agraffe, und ein Encas aus schwarzer Faille mit breitem
eppbesatz und mit stumpfem, schwarzem Rock. Ohrknöpfchen und eine Broche aus Jet bildeten den Schmuck.———
Der Reise- oder Staubmantel ist in heutiger Zeit eine der Noth⸗ wendigkeiten für uns geworden. Der„Ulster“, der lange, im Rücken anschließende, vorn gerade Paletot mit halbweiten, zurückgeschlagenen Aermeln ist und bleibt die hübscheste, kleidsamste und bequemste Form dafür, die vorläufig nicht aus der Mode schwinden wird, wenngleich man derselben gegenwärtig den unkleidsamen und ungraziösen Mantel„bonne Cape Bretonne“ als„neuer“, ja sogar als„eleganter“
ist nämlich ein Kleidungsstück, welches die Frauen aus dem Volke und die Bäuerinnen in der Bretagne und in Arles tragen: ein ganz langer, runder Mantel, am Halse in krause Falten gezogen, mit Capah on oder mit breitem, runden, bis zur Schulter reichenden Kragen, oder mit dreifachem Kragen, im Rücken der Taillenbiegung in eine große Falte
6 5 zusammengenommen und dadurch hier anliegend gestaltet und innen mit
einem Gürtel oder einem Bande gehalten. Keine Aermel.
Als Abend- und Wagenmantel hat man die Cape Bretonne aus changirendem wie aus feehgen Surah mit hellem Seidenfutter her⸗ gestellt, während man sie für die Reise vorzugsweise aus gestreifter Emousine, als Strand- und Staubmantel aus rohgelber Joie de Chine, aus rohgelbem, karrirtem Mohair, aus Gloria, dieser weiß und schwarz changirt oder gestreift, wie überhaupt in Grisailletönen, bereiten wird.
Man versucht auch an jener Mantelform Modifikationen, indem man große Aermel-Oeffnungen anbringt und den Mantel in der Taille mit einer Mantelschnur fesselt. Dies ist noch weniger hübsch als die ursprüng⸗ liche Schnittform!. 5 155
Andere Reise- und Staubmäntel fertigt man mit anschließendem, ermel⸗Pelerine, welche seit⸗ wärts dem Rücken angenäht ist und, nach vorn gehend, hier zwei oder drei Falten bildet, welche für die Bewegung der Arme die nöthige
Weite geben.
Endlich kann man von den Sonnenschirmen sprechen, die nun den Regenschirm ablösen und ihr Daseinsrecht einnehmen werden. Sie bieten sich in denselben Stoffen wie die Sommerkleider dar, d. h. in Elsasser
CEretonne, Atlas, Faille, Surrah, Changeanttaffet, toile de soie. Fou⸗ lard ꝛc. Die Stöcke sind vielfach aus Naturholz, je nachdem aus schwarz
gebeiztem Holz, geschnitzt auf tausendfältige Art, mit zurückgebogenem Griff eee Holzkugel, oder mit einer Kugel aus ciselirtem Silber, Porzellan, Elfenbein ꝛc. f. 5
Auch die Spigenschirme werden ihr Erscheinen feiern, schwarz, weiß, rahmgelb, plissirt, ohne Futter, ferner die Schirme aus plissirtem wie aus krausgezogenem Tüll, aus gesticktem Krepp u. s. w., sehr hübsch und
elegant, sehr kostspielig und— wenig nutzenbringend, denn die Sonne
dringt durch diese zarten Schleiergewebe hindurch. Für einen wirklich praktischen und zugleich eleganten Schirm halte ich denjenigen aus schwar— zen oder weißen Spitzen über eine Unterlage von schwarzen, weißen oder changirtem Seidenstoff, ganz nach Belieben. Ein derartiger Schirm paßt sich allen eleganteren Toiletten an.
Nach demselben kommen die Schirme aus rohgelber, indischer Seide, mit rosa oder rothem Futter, geschmückt mit gleichnüancirten Spitzen oder Stickereien, dann die Schirme aus rohgelber Guipüre über farbigem Fond ꝛc. Alle Schirme bleiben groß wie die Encas. Letztere bereitet man vielfach aus Changeantseide.
Für den Land- und Bade-Aufenthalt erhält sich der normannische Schirm aus rother Seide oder rothem Andrinople in der Mode. Er ist solid und verträgt einen Regenschauer. Wenn man aber einer Kuh⸗ heerde oder einer Truthühuerschaar damit begegnet, was dann? Ich stehe für nichts. Auch die Thierwelt hat ihre schwachen Seiten.
Einige meiner Leserinnen, so scheint es mir nach deren Anfragen, möchten gerne wieder den weißen Strumpf zu neuen Ehren bringen. Ich kann ihm nicht dazu verhelfen, denn die Mode will absolut nichts von ihm wissen. Sie protegirt nach wie vor die farbigen, zum Kleide passenden Strümpfe, schlicht und mit gestickten Zwickeln oder ohne solche, fast noch mehr indeß gestreift und zwar in hundertfachen Dispositionen: der Länge nach oder als Ringel, gleich schmal, in unregelmäßigen Breiten, in Linien- und Streifengruppen, die breiten Langstreisen in zwei Farben, hell und dunkel, oft mit Pikots versehen ꝛc. Schwarze, einfarbige Strümpfe und solche mit weißen Streifendessins sind gegenwärtig sehr gesucht, vornehmlich in Zwirn, doch auch in Baumwolle. Und schwarze Pikot⸗Langstreifen zeigen sich wiederum vielfach auf rothen, saphirblauen und moosgrünen Strümpfen.
Die kleinen farbigen Taschentücher der Damen haben so großen Beifall erlangt, daß man sie von Neuem in reizendem Geschmack ing Hier sind sie aus schwarzem oder farbigem Batist, rosa, roth, blau oder lila, umsäumt mit einem Valencienner Einsatz und einer solchen Spitze, dort sind sie insgesammt bedruckt mit einer Saat kleiner Halbmonde, Hufeisen, Punkte, Erbsen, Sterne, Gerstenkörner. Und wenn diese Musterchen auf einem schwarzen Batistgrunde sich in Weiß abheben, auf einem weißen in den angeführten Nüancen, so liebt man bei den Tüchern mit kolorirtem Fond die kühnsten Farben-Zusammenstellungen; denn man sieht rothe Halbmonde auf einem blaßblauen Fond, blaue Pastillen auf rosa Fond, schwarze Dessins auf lila oder blaßblauem Grund. Das ist sehr originell, sehr hübsch. Es giebt auch gestreifte Taschentücher in den nämlichen Farbenkompositionen. Der Saum an allen diesen Tüchern ist einerseits einfarbig, ganz schmal, 1 Cent., andererseits abstechend farbig mit kleinen Pleindessins und dann ziemlich breit. g
Andere buntfarbige Taschentücher aus Leinenbatist zeigen einen weißen, runden Spiegel mit rosa, blaßblauem oder hell⸗blaugrauem Rande, je nachdem bedruckt mit rothen, dunkelblauen oder dunkel⸗blau⸗ grauen Punkten oder anderen kleinen Streumusterchen, die zur Hälfte über den Rand, gänzlich über den Fond gesäet. Languetten in der Farbe des Dessins schließen den Rand ab, welcher nach außen eckig, nach innen selbstverständlich ausgerundet ist.
Trotz all' dieser Phantasien erfreuen sich die Taschentücher aus weißem Leinen oder Leinenbatist mit breitem, farbig gebrucktem Einfaß⸗ saum großer Beliebtheit.
In den seidenen Taschentüchern, den noch kleineren Luxustüchern, machen sich gleichfalls hübsche Neuheiten bemerkbar, wie diejenigen aus weißem oder crémefarbenem Foulard mit schwarzem, marineblauem, granatrothem, purpurrothem oder himmelblauem Rande. Der Rand ist mit kleinen, weißseidenen Languetten dem Fond angesetzt, außen von großen, dreibogigen oder dreizackigen, ebenfalls weißen Languetten ein⸗ gerahmt und im Uebrigen mit zwei Reihen versetzter, weißseidener Punkte bestickt. Die Tücher mit hell⸗ oder dunkelblauem Rande präsentiren sich auch mit rothen Languetten und rothen Punkten.
Loe Blätter.
Kindermund: Das sechsjährige Röschen wird gematt und entzückt von dem eigenen Portrait ruft es aus:„O, wenn meine Mama das Bild sieht, wird sie gar nicht glauben, daß ich das sein soll!“
Friedchen ist zu Bett gebracht worden, hat gebetet und schließt die Augen.„Aber nicht wahr, Mama,“ sagt sie noch, im Gefühl der eigenen Würdigkeit,„wenn die Engel die ganze Nacht an meinem Bettchen wachen, dann halten sie doch wenigstens Mittagsruhe.“
„Denke Dir, Mama,“ erzählt Lieschen am Morgen erstaunt,„mein neues Fräulein ist mit allen ihren Haaren zu Bett gegangen!“
Offenherzig:„Du brauchst nicht fortwährend vor dem Spiegel zu stehen, Mariechen. Du wirst einst ganz aussehen, wie ich.“— Das sechsjährige Mariechen, seufzend:„Dann kann's auch nichts helfen, Tante!“
Frau S. geht mit ihren Kindern während der Hollunderblüthe in den Anlagen spazieren. Entzückt von dem würzigen Duft ruft ihr ältestes Töchterchen aus:„Hört Ihr nicht die Wohlgeruͤche?“
Ein Backfisch tröstet eine alte Frau, deren Sohn bei Erstürmung der Düppeler Schanzen gefallen sein soll, und schließt die Trostrede mit den mitleidigen Worten:„Solch' traurige Nachrichten brauchen Sie nicht zu glauben, bis er selbst es schreibt!“ 1
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