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Kirtorf zum Phyſtcatsarzt zu Altenſchlirf ernannt;— 22. dem Schulvi⸗ car Eberle zu Neuhauſen die Schullehrerſtelle an der Gemeindeſchule daſ. übertragen;— 28. der Gaſtwirth Dieffenbach zu Zwingenberg als Poſtexpeditor daſ. beſtätigt;— dem Caplan und Rector Schröder
zu Homberg an der Ohm die evang. Pfarrſtelle zu Niederflörsheim;—
1. Juni dem Caplan Wiehoff zu St. Stephan in Mainz die kath. Pfarrſtelle zu Fürfeld übertragen;— 4. Juni der ſeitherige proviſ. Leh⸗ rer Schröder dahier definitiv zum Lehrer an der hieſigen höheren Ge⸗ werb⸗ und Realſchule, ſodann der Rechnungskammer⸗Juſtificatur-Gehülfe Welker zum Acceſſiſten bei der 2. Abth. der Rechnungsk. Juſtif.)— 8. der Kreisſecretär bei dem Kreisrathe zu Dieburg Willich gen. v. Pöll⸗ nitz, zum Kreisrathe des Kreiſes Worms, der Kreisſecretär in Grünberg, Dr. v. Rüding, zum Kreisſecretär des Kreiſes Dieburg, Hofgerichts⸗ Secretariats Acceſſiſt Frhr. v. Nordeck zur Rabenau, derm. zu Grün⸗ berg, zum Kreisſecratär daſelbſt und Hofg.⸗Secret.⸗Acceſſiſt Orth von Griesheim zum Kreis ſecretär in Bingen;— 10. der Legationsrath Frhr. v. Leonhardi zum Miniſterreſidenten bei der freien Stadt Frankfurt ernannt.
VI. Dienſtentlaſſung: am 23. April Poſthalter Bäppler zu Ermenrod..
Wetterauer Sagen.
IX. Regen als Beweis der Unſchuld.
Man erzählt im Volke mannigfach, wie vor Alters unſchuldig Hingerichtete noch auf dem Gange zum Tode oder im Augenblicke vor dieſem die Natur zum Zeugen ihrer Unſchuld angerufen hätten, und jene habe dann getreu be— zeugt, was der bald unter dem Schwertſtreich auf ewig ver⸗ ſtummte Mund lange vergeblich betheuert hatte. So z. B. wird von einem armen Sünder, der unſchuldig geweſen ſei, erzählt, er habe auf dem Wege zum Hochgerichte bei dem Aublicke von kahlen Bäumen geſagt:„So gewiß bin ich unſchuldig, als dieſe Bäume nicht mehr grün werden ſollen!“ und die Bäume ſeien von Stund an nie mehr grün ge⸗ worden, ſondern hätten dürre dageſtanden.
Eine Sage andrer Art knüpft ſich an die Quitte n⸗ wieſe zu Staden.
Es iſt bei den Leuten der Glaube, daß es Regen gibt, wann in der Quittenwieſe“) das Gras gemäht oder Frucht geſchnitten wird. Woher das komme erzählt man in folgender Sage. Vor Alters ſollte einmal ein armer Sünder hingerichtet werden.“) Vergebens bat er um Gnade, er ſei unſchuldig. Es half nichts. Man war über⸗ zeugt, er ſei ein Mörder, und daß er ſeine Unſchuld verſichere ſei nur ein Vorwand, um wieder los zu kommen. Als er nun zum Tode geführt wurde, ſagte er:„Ich bleibe dabei, daß ich unſchuldig bin, und zum Zeichen dafür ſoll es immer regnen, wann in der Quittenwieſ' gemäht oder Korn ge— ſchnitten wird.“ Er wurde hingerichtet; aber ſeit der Zeit— ſo ſchließt die Sage— gibt es jedesmal Regen, wann in der Quittenwieſe zu Heu oder Grummet gemäht oder Korn geſchnitten wird, und das ſoll ein Zeichen ſein, daß der arme Sünder wirklich unſchuldig war.
) Dieſer Name lautet in der Volksſprache Quirrewiſſ, Gewirre— wiſſ, was dann in Gewirre an Gewirrer d. i. Gewitter erinnert, und es ſcheint, daß daher der Glaube mit dem Regen entſtanden iſt, an welchen ſich ſofort die Sage knüpfte.(Iſt der Nachweis über die Herleitung des Wortes richtig, dann ſollte— dünkt uns— nicht Quittenwieſe, ſondern Gewitter wieſe
f hochdeutſch geſchrieben werden. Die Red.) ) Wenn ich mich recht erinnere, ſo ſagt man, es ſei eine Kindes⸗ mörderin geweſen.
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Kirchenbuchsauszuͤge vom April 1847. I. Lich. Getraute:
20. Der hieſige Ortsbürger und Tagelöhner Chriſtian Schäfer, Wittwer, und Maria Friederike Lißmann, des dahier verſtorbenen Bürgers und Oekonomen Jo— hannes Lißmann ehelich ledige Tochter.
27. Der hieſige Ortsbürger und Wagnermeiſter Joh. Kas⸗ par Häuſer, Wittwer, und Anna Eliſabethe Dietz, des hieſigen Bürgers und Bäckermeiſters Jakob Dietz ehe— liche ledige Tochter.
Getaufte:
1. Dem hieſigen Ortsbürger und Metzgermeiſter Joh. Michael Lotz ein Sohn, Joh. Heinrich, geb. den 24. März.
5. Dem hieſigen Ortsbürger und Oekonomen Joh. Adam Lißmann ein Sohn, Joh. Heinrich, geb. den 23. März.
6. Dem hieſigen Ortsbürger und Küfermeiſter Joh. Georg Jung eine Tochter, Marie Magdalene, geb. den 22. März.
6. Dem hieſigen Ortsbürger und Schuhmacher Peter Balſevein ein Sohn, Johannes, geb. den 25. März.
9. Dem hieſigen Mädchenlehrer Heinrich Karl Walz ein Sohn, Joh. Heinrich Chriſtian Karl, geb. den 17. März.
9. Dem hieſigen Ortsbürger und Gärtner Karl Becker ein Sohn, Heinrich, geb. den 29. März. r
22. Dem hieſigen Ortsbuͤrger und Mahler Joh. Georg Hisgen, ein Sohn, Heinrich, geb. den 3. April.
25. Dem hieſigen Ortsbürger und Leinwebermeiſter Her⸗ mann Philipp Eiſe ein Sohn, Albert, geb. den 4. April.
29. Dem hieſigen Ortsbürger und Maurer Ludwig Schmidt
ein Sohn, Heinrich, geb. den 15. April. R
4. Joh. Ludwig Schmidt, des hieſigen Ortsbuͤrgers und Maurers Joh. Konrad Schmidt eheliches Söhnchen, alt 2 Jahre, 6 Monate und 25 Tage, 7 den 2. April.
27. Anna Barbara Schmidt, des verſtorbenen hieſigen Bürgers und Tagelöhners Heinrich Schmidt, hinter laſſene Wittwe, geb. Schäfer, alt 81 Jahre, 11 Mo⸗ nate und 12 Tage, 7 den 25. April.
II. Ulrichſtein.
Getraut e: Keine.
Getaufte:
5. Dem hieſigen Bürger und Ackermann Caspar Joſt II. eine Tochter, Anna Eliſabetha, geb. den 22. Februar. 5. Dem hieſigen Bürger und Schuhmacher Heinrich Lud⸗ wig Joſt ein Sohn, Johann Heinrich, geb. den 9. März. 24. Dem hieſigen Bürger und Ackermann Johann Georg Rühl eine Tochter, Anna Eliſa, geb. den 14. April. 25. Dem hieſigen Bürger und Ackermann Johannes Frank II. ein Sohn, Johann Heinrich, geb. den 26. März. 25. Dem hieſigen Bürger und Maurer Heinrich Kraft ein Sohn, Chriſtian, geb. den 5. April. Beerdigte: 8 7. Maria Margaretha, geb. Kramer, des hieſigen Buͤrgers und Maurers Johannes Geiß nachgelaſſene Wittwe, alt 87 Jahre, 9 Monate und 8 Tage, 1 den 4. April. 11. Eliſa Katharina, des hieſigen Bürgers und Bäckers Caspar Peppler eheliches Töchterchen, alt 3 Jahre, 9 Monate und 28 Tage, 7 den 8. April.
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