Ausgabe 
30.1.1847
 
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in Krankbeitsfällen ſich durch Beiträge unter⸗ ſtützen, ſo bemerken wir ihm, daß dieſe Ge⸗ ſellſchaft das jedes Jahr Statt findende Feſt⸗ eſſen, ſeinetwegen, nicht abſtellen, dem Hrn. May und ſeinem der Geſellſchaft nicht holden Freunde aber freiſtellen wird, ſich von derſelben, und überhaupt uberall da auszu⸗ ſchließen, wo ein kleiner Beitrag oder eine Ausgabe erfordert wird, damitſie wore⸗ den recht reich! Nur den Rath mochten wir dem Hrn. D. L. May geben, vorerſt ſich mit der Logik und der deutſchen Sprache ein wenig bekannt zu machen, ehe er wieder als Kritiker geſellſchaftlicher Handlungen, in öf⸗ fentlichen Blättern auftritt, ſonſt möchten wir vielleicht Veranlaſſung nehmen, ſeine Kritik, in anderen Formen wie die gegenwärtige, zu kritiſiren. Groskarben, im Januar 1847.

Ein möblirtes Zimmer,

(113) welches den 2. Februar bezogen wer⸗ den kann, iſt im 2. Stock meines Hauſes zu vermiethen. Chr. Engel's Wittwe.

Ein Junge

(111) von braven Eltern kann in die Lehre kommen bei C. W. Hamm, Herr nkleidemacher.

unſerer Eltern goldne Hochzeit, ge feiert zu Dresden am 3. Jan. 1847.

(115) Während unſerer längeren Abweſen⸗ heit in Dresden haben viele unſerer Mitbür⸗ ger mit ſo inniger Theilnahme ſich nach Dem erkundigt, was unſere Kinder aus den Brie⸗ fen, die ihnen aus der Ferne zukamen, mit. theilen konnten, daß wir uns verpflichtet hal⸗ ten, eine kurze Darſtellung deſſen, was wir ſeither erlebten, bier folgen zu laſſen. Am 31. Dezember 1846 langten wir wohlbehalten in Dresden an, wo wir mit gewohnter Herz. lichkeit aufgenommen wurden. Es war uns gelungen, unſern Eltern die Täuſchung bei⸗ zubringen, daß ſie am 5. Jan. 1797 getraut worden ſeien. um ſo größer war ihre Ueber⸗ raſchung, als ſie Sonntags den 3. d. M. ein Muſikchor in der Frühe des Tags begrüßte, und ihnen Schwarz auf Weiß der Beleg ge⸗ bracht werden konnte, daß mit dem 3. Jan. 1847 der Tag ihrer goldnen Hochzeit gekom⸗ men ſei. Nachdem die Glückwünſche abge⸗ ſtattet worden waren, kam die Zeit des öffent⸗ lichen Gottesdienſtes, und in ſechs Chaiſen fuhren wir zur Kirche der heiligen drei Könige, wo wir zunächſt dem Altare unſere Plätze einnahmen. Am Schluß des Gottesdienſtes traten die Eltern vor den Alkar, und der würdige Geiſtliche, ſelbſt ſichtbar gerührt, hob in anſprechender Weiſe die doppelte Feier einer Familie hervor und forderte zum innigen Dank gegen Gott auf, daß er den Eltern das ſeltene Glück beſchieden habe, an heiliger Stätte die fünfzigjährige Dauer ihres Ehebundes zu feiern, während die ſieben Kinder, 3 Söhne und 4 Töchter, mit ihren Frauen und Männern, ſämmtlich noch in der erſten Che lebend, ohne Schmerz und Wehmuth, vielmehr ſelbſt alle glücklich vermählt, ſie umſtehen konnten. Die Segenswünſche des Geiſtlichen fanden Anklang in den Herzen der Zuhörer, die durch eine Bekanntmachung im Dresdener Anzeiger ver⸗ anlaßt, ſich überaus zahlreich eingefunden hatten. Es war aber auch für jeden Frem⸗ den ein rührender Anblick; denn noch rüſtig ſtand tief ergriffen, das Jubelpaar an dem Orte, wo vor fünfzig Jahren ihr Bund ein⸗ geſegnet worden war, der Bräutigam einen Myrthenſtrauß im Knopfloch, die Braut ein Myrthenkränzchen im Haar, und als hier feier⸗

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lich die goldnen Trauringe der goldnen Hoch. zeit überreicht wurden, blieben wenig Augen thraͤnenlos, die Liebe war erprobt und gereift in fünfzigjährigem Beſtehen durch gemein⸗ ſchaftliches Freud und Leid. Nach dieſer

kirchlichen Feier ſpeiſten wir im Hauſe eines

unſerer Schwäger zu Mittag, und nach dem⸗ ſelben folgte ein Tänzchen. Am folgenden Tage ſpeiſteu 13 Enkel in demſelben Lokale, und der fünf feblenden, unſerer dahier ge⸗ 9 Kinder, wurde dabei mit Liebe ge⸗

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Während dieſer zwei Tage erfuhren wir viele Beweiſe der Theilnahme, ſowohl von Bewohnern Dresdens, wie von denen der benachbarten Ortſchaften, und es nahm ſich ſehr gemüthlich aus, als die Jubelbraut auf dem Markte den beglückwünſchenden Land leuten Kuchen austheilte. Die ſchönen Tage, welche wir im Kreiſe unſerer Eltern und Geſchwiſtern verlebten, werden uns unver⸗ geßlich ſein. Allen unſern Freunden und Bekannten wünſchen wir aber die Herzlichkeit und Innigkeit, mit welcher ſaͤmmtliche Glieder unſerer Familie einander lieben.

Dieß iſt unſer nachträglicher Glückwunſch zum neuen Jahre, den wir nicht früher ab⸗ hatten konnten, indem wir erſt am 21. geſund und froh hier ankamen.

Butzbach am 23. Januar 1847.

Karl Schlotter. Anna Maria Schlotter.

Literariſche Anzeige.

Bei C. Bindernagel in Friedberg in der Wetterau iſt in zweiter Auflage erſchienen:

Die Schule und das Leben

eine gekrönte Preisſchrift von

Dr. W. J. G. Curtman, Director des Schullehrer-Seminars zu Friedberg.

Preis: 24 Ngr. od. fl. 1. 21 kr.

Es iſt bekannt, daß die Preisfrage des Herrn Suringar über den frühzeitigen Ver⸗ kuſt des in der Schule Gelernten obige Schrift hervorgerufen hat und daß dieſe Schrift mit Recht eine gekrönte Preisſchrift heißt, da ſie ſich von 62 eingelaufenen Beantwortungen ſo entſchieden auszeichnete, daß ihr der Preis einſtimmig zuerkannt wurde.

Daß ein ſolches Buch einer nachhaltigen Benutzung aller bei den Fortſchritten der Volks⸗ bildung Intereſſirten würdig iſt, bedarf wohl keiner Auseinanderſetzung, da die Arbeiten des Herrn Seminardirectors Curtman in der pä⸗ dagogiſchen Literatur rühmlichſt bekannt ſind und die erſte, in 2000 Exemplaren ausgegebene und vergriffene Auflage dieſer Preisſchrift nicht blos bei Männern vom Fache, ſondern auch bei dem gebildeten Publikum über⸗ haupt die günſtigſte Aufnahme ge fun⸗ den hat. ö

Frankfurter Gold-Cours vom 29. Januar.

fl. kr. Neue Louisd'or 11 5 Friedrichsd'or 9 48 Holländiſche 10 fl. Stücke 9 55 ½ Rand⸗Ducaten 5 34 20 Frankſtücke 9 29 Engliſche Souverains 14 52

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Kirchliche Anzeigen für Friedberg.

Sonntag Septuageſ. d. 31. Jan. 1847. pfarramtliche Funktionen verrichtet: Herr Pfarrvicar Baur. Vormittags predigt in der Burgkirche: Herr Stadtpfarrer Fertſch. Nachmittags predigt in der Burgkirche: Herr Candidot Henkelmann. Mittwoch Nachmittags von 3 4 Uhr hält Betſtunde:

Herr Candidat Frank.

Frucht pre ie

28. Jan. 22. Jan. 20. Jan.

Gattung. Fried⸗ Groß⸗ berg Malnz gerau fl. kr. fl. kr. fl. kr.

Waizen pr. Malter] 18 1518[17 20

1615/1 244 Gerſte 12301330112 Hafer 5 51 40 916

Polizei⸗-Taxe für die Städte Friedberg und Butzbach vom 30. Jan. bis 6. Febr. 1847.

2 8 Fried⸗ Butz⸗ S. Brod-Preiſe. berg. bach. 5 kr. pf. kr. pf. 1; Leib⸗Roggenbrod 52 451 2 77 7 103 101 1 4 1 20 2 5 Lth. Lth. Milchbrod 12 127 Waſſerweck 127 Gemiſchtes(Tafel⸗) Brod 13 113 Fleiſch-Preiſe. pf. u. 1 Ochſenfleiſch ite 12 19 17 gemäſtete 9 Kühfleiſch ae 8 i 1% gemäſtetes. 1 Rindfleiſch ungemäſtetes 755 Kalbfleiſch 6 6 5 Schweinenfleiſch 221 Hammelfleiſch 812 Schaaflleiſch 66Ä6 Wurſtvon blos Schweinen 14 144 Gemiſchte Wurſt 10 Bratwurſt 16 16 Schwartenmagen 16 16 Geräucherter Speck 1 Schinken 1. Dörrfleiſch 17 174 Schweinenſchmalz, ausgelaſſen 24 24 unausgelaſſen 22 422 Nierenfett 22 22 Hammelsfett 181 17 Der Gr. Heſſ. Kreisrath d. K. Friedberg J

Ker a ch. Gr. Kr.⸗Sert. Die Polizei-Taxe für die Stadt Butzbach gilt auch für den Kreis Hungen..

Der Gr. Heſſ. Kreisrath d. K. Hungen Follenius.

Gedruckt und verlegt unter Verantwortlichkeit von Carl B

indernagel in Friedberg,

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